Renten: Es zeichnet sich noch keine Vereinbarung zu Griechenland ab


05.04.17 10:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Von der Konjunkturdatenfront gab es am vergangenen Handelstag wenig Neues, so die Analysten der National-Bank AG.

Immerhin hätten die US-Auftragseingänge ex Transport und Rüstungsgüter im Monatsvergleich ordentlich zugelegt. Davon müsste nun in den kommenden Monaten etwas in den Produktionsdaten ankommen. Heute dürften die Markit Einkaufsmanagerindices für das Dienstleistungsgewerbe aus verschiedenen Euroländern das Bild bestätigen, dass die Daten aus dem Verarbeitenden Gewerbe gezeichnet hätten: Die europäische Wirtschaft gewinne weiter an Dynamik.

Am Nachmittag würden dann der ADP-Arbeitsmarktbericht sowie der ISM für das Dienstleistungsgewerbe zu beachten sein. Die Nachfrage nach Arbeitskräften in den USA dürfte anhaltend kräftig sein, sodass der Arbeitsmarktbericht am Freitag wiederum eine hohe Zahl an neuen Arbeitsplätzen vermelden werde. Der ISM für das Dienstleistungsgewerbe könnte sich etwas abgeschwächt haben, bleibe jedoch immer noch auf hohem Niveau. Die Stimmung sowohl im Verarbeitenden als auch Dienstleistungsgewerbe in den USA dürfte ebenso ausgezeichnet sein wie diejenige der Konsumenten.

Zum Tagesereignis dürfte das Protokoll der jüngsten Tagung des FOMC werden. Schließlich sei auf der letzten Sitzung die Anhebung der FED Funds Zielzone beschlossen worden. Neuigkeiten zum geldpolitischen Pfad seien nicht zu erwarten, auch keine zusätzlichen Erkenntnisse, denn die Positionen der einzelnen Notenbanker seien inzwischen hinreichend bekannt. Dass es Aussagen zur Reaktion der FED geben werde, wenn es zusätzliche fiskalische Stimuli geben sollte, sei unwahrscheinlich. Hierzu hätten ja bereits mehrere Notenbankvertreter gesagt, dass das ohne weitere Kenntnisse der Maßnahmen nicht zweckmäßig sei, das bereits in den aktuellen geldpolitischen Überlegungen zu berücksichtigen.

Vielleicht werde dieser Punkt im Protokoll noch einmal etwas detaillierter herausgearbeitet, sodass man sich eine Bild davon machen könne, wie die Notenbanker reagieren würden, sollte die US-Regierung doch eine Mehrheit für einen fiskalischen Stimulus im Kongress organisieren können. Am Interessantesten wären jedoch Aussagen dazu, ob und wie der Abbau der FED-Bilanz ablaufen könne. Das dürfte bei dem FOMC-Treffen sicher thematisiert worden sein. Vielleicht würden sich dazu einige Hinweise im Protokoll finden.

Hinsichtlich Griechenland zeichne sich zurzeit nicht ab, dass es für das ECOFin-Treffen am kommenden Freitag eine Entscheidung geben werde. Die Diskussion mit der griechischen Seite werde sich wahrscheinlich mindestens bis Mai hinziehen. Außerdem sei gestern Abend die letzte Fernsehdiskussion zwischen den elf Präsidentschaftskandidaten in Frankreich gelaufen, Umfragen zu Folge sollten vor allem die gemäßigten Kandidaten gepunktet haben. Nichtsdestotrotz seien viele Franzosen weiterhin unentschlossen, wem sie am 23. April ihre Stimme geben würden. Überraschungen würden also möglich bleiben.

In den Tag dürfte der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) mit leichten Verlusten starten. Der deutliche Anstieg könnte die Investoren dazu verleiten, erst einmal Gewinne mitzunehmen. Der am Freitag anstehende US-Arbeitsmarktbericht könne durchaus als Begründung herangezogen werden. Über den Tag dürfte er sich zwischen 161,50 und 162,95 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,27 und 2,43% schwanken. (05.04.2017/alc/a/a)





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