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Renten: Es fällt schwer eine Empfehlung für Investitionen in Anleihen weiter auszusprechen
09.01.15 16:00
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Da wir uns auch in diesem Jahr wieder den wichtigsten Marktentwicklungen widmen, möchten wir unseren Lesern auch prosperierende Wirtschaftsentwicklungen, steigende Aktienkurse und, ganz wichtig, stabile Rentenmärkte wünschen, so die Analysten der Weberbank.
Ob der letzte Wunsch in Erfüllung gehe, sei vermutlich am unsichersten; auch wenn die Rentenmärkte scheinbar nur noch steigen würden und in den vergangenen Tagen einen Rekord nach dem anderen erreicht hätten. Selbst die Erwartung an weitere Maßnahmen seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) rechtfertige nur bedingt solch niedrige Renditen. Und weiter fallende nach Ansicht der Analysten erst recht nicht. Die aktuellen Niveaus würden bereits Staatsanleihenkäufe in einem Ausmaß widerspiegeln, wie sie von der amerikanischen (FED) oder der japanischen Notenbank vorgenommen worden seien. Beide hätten ihre Bilanzsummen mehr als verdoppelt. Dagegen plane die EZB "nur" eine Erhöhung um 50 Prozent. Ohne ein ähnlich aggressives Eingreifen in die Marktgleichgewichte sei ein Renditeniveau, welches sich bereits auf japanischen Tiefständen bewege, nur schwer aufrechtzuerhalten.
Daher falle es schwer, eine Empfehlung für Investitionen in Anleihen weiter auszusprechen. Nach Erachten der Analysten sollte eine klassische Laufzeitenstruktur, welche Anleihen mit vielen unterschiedlichen Restlaufzeiten beinhalte, vermieden werden. Insbesondere Festzins-Papiere mit Fälligkeiten in den kommenden fünf Jahren würden die Analysten durch variabel verzinsliche Anleihen ersetzen und diese mit länger laufenden Papieren, welche noch positive Realrenditen aufweisen würden, kombinieren.
Konjunkturell habe es sicherlich nur eine Zahl gegeben, die wirklich hohe Strahlkraft gehabt habe: -0,2 Prozent. Mit anderen Worten: Um 0,2 Prozent seien laut erster Schätzung die Verbraucherpreise der Eurozone gegenüber dem Vorjahr geschrumpft. Die Betonung liege auf "geschrumpft". Bisher habe man nur geringere Inflationsdaten, aber keine negativen gesehen. Zuletzt habe es so etwas in der schweren Rezession 2008/2009 gegeben. Damals habe der niedrigste Wert bei -0,6 Prozent im Juli 2009 gelegen. So wie heute auch seien die rückläufigen Energiepreise einer der Hauptgründe gewesen. Damals sei der Ölpreis gar bis auf 32 USD gesunken.
Ein Vergleich nach dem Sprichwort "Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich", sei aus Sicht der Analysten an dieser Stelle dennoch nicht hilfreich. Zu groß seien die Unterschiede der Gründe für die fallenden Energiepreise. Sei der Verfall in 2008/2009 vorwiegend von einem Rückgang der Nachfrage ausgegangen, liege es heute an einem zu hohen Angebot. Und darin verberge sich auch die größte Gefahr: Im Dezember seien die ölexportierenden Länder dem Preisrückgang nicht mit einer Drosselung des Angebotes begegnet, sondern hätten ihre Produktion sogar ausgeweitet. Zu angespannt sei in vielen Ländern die Haushaltslage, als dass auf Öleinnahmen verzichtet werden könne. Geringere Preise würden durch höhere Verkäufe auszugleichen versucht. Bedeute dies nun dauerhaft fallende Ölpreise? Nach Ansicht der Analysten nicht. Ein kurzfristiger weiterer Rückgang sei durchaus wahrscheinlich, jedoch sollte bereits das nun erreichte Niveau ausreichen, um die Nachfrage aus Wachstums- aber auch den industrialisierten Ländern zu stimulieren.
Geringere Rohstoffkosten würden nicht nur Produktions-, sondern auch Investitionskosten verringern und damit den Anreiz erhöhen, beispielsweise neue Produktionsstätten oder Maschinen zu erwerben. Damit sollte sich im Laufe des Jahres auch die Inflationsentwicklung stabilisieren können. Hierfür spreche auch, dass sich derzeit die so genannte Kernrate der Verbraucherpreise, also ohne Nahrungs- und Energiepreise, nicht weiter verringert habe. Die Analysten möchten bereits heute, auch wenn dies noch ein wenig früh sei, Lesern empfehlen, sich auch mit dem Thema inflationsgeschützter Anleihen zu beschäftigen. Diese würden neben der tatsächlichen Inflation auch die Erwartung an die Preisentwicklungen widerspiegeln. Das heiße, bereits die Aussicht auf wieder steigende Verbraucherpreise würde zu einem Mehrwert führen.
Viel, viel eher, also genau jetzt, würden die Analysten empfehlen, sich mit Aktieninvestitionen auseinanderzusetzen. Trotz kurzfristiger Rücksetzer, die sicherlich auch durch die Sorgen vor einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone bedingt seien, seien sie für die weitere Entwicklung zuversichtlich gestimmt. Selbst im Falle eines Austritts würden sie die Ansicht zahlreicher Ökonomen teilen, dass die geschaffenen Rettungsmechanismen, beispielsweise durch den ESM ausreichen würden, um größeren Schaden von weiteren Euroländern abzuwenden. Daher sei für die Perspektiven der Aktien die Konjunkturentwicklung entscheidender. Und diese habe sich zuletzt weiter verbessert und damit die Zuversicht an freundliche Märkte erhöht. (09.01.2015/alc/a/a)
Ob der letzte Wunsch in Erfüllung gehe, sei vermutlich am unsichersten; auch wenn die Rentenmärkte scheinbar nur noch steigen würden und in den vergangenen Tagen einen Rekord nach dem anderen erreicht hätten. Selbst die Erwartung an weitere Maßnahmen seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) rechtfertige nur bedingt solch niedrige Renditen. Und weiter fallende nach Ansicht der Analysten erst recht nicht. Die aktuellen Niveaus würden bereits Staatsanleihenkäufe in einem Ausmaß widerspiegeln, wie sie von der amerikanischen (FED) oder der japanischen Notenbank vorgenommen worden seien. Beide hätten ihre Bilanzsummen mehr als verdoppelt. Dagegen plane die EZB "nur" eine Erhöhung um 50 Prozent. Ohne ein ähnlich aggressives Eingreifen in die Marktgleichgewichte sei ein Renditeniveau, welches sich bereits auf japanischen Tiefständen bewege, nur schwer aufrechtzuerhalten.
Daher falle es schwer, eine Empfehlung für Investitionen in Anleihen weiter auszusprechen. Nach Erachten der Analysten sollte eine klassische Laufzeitenstruktur, welche Anleihen mit vielen unterschiedlichen Restlaufzeiten beinhalte, vermieden werden. Insbesondere Festzins-Papiere mit Fälligkeiten in den kommenden fünf Jahren würden die Analysten durch variabel verzinsliche Anleihen ersetzen und diese mit länger laufenden Papieren, welche noch positive Realrenditen aufweisen würden, kombinieren.
Ein Vergleich nach dem Sprichwort "Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich", sei aus Sicht der Analysten an dieser Stelle dennoch nicht hilfreich. Zu groß seien die Unterschiede der Gründe für die fallenden Energiepreise. Sei der Verfall in 2008/2009 vorwiegend von einem Rückgang der Nachfrage ausgegangen, liege es heute an einem zu hohen Angebot. Und darin verberge sich auch die größte Gefahr: Im Dezember seien die ölexportierenden Länder dem Preisrückgang nicht mit einer Drosselung des Angebotes begegnet, sondern hätten ihre Produktion sogar ausgeweitet. Zu angespannt sei in vielen Ländern die Haushaltslage, als dass auf Öleinnahmen verzichtet werden könne. Geringere Preise würden durch höhere Verkäufe auszugleichen versucht. Bedeute dies nun dauerhaft fallende Ölpreise? Nach Ansicht der Analysten nicht. Ein kurzfristiger weiterer Rückgang sei durchaus wahrscheinlich, jedoch sollte bereits das nun erreichte Niveau ausreichen, um die Nachfrage aus Wachstums- aber auch den industrialisierten Ländern zu stimulieren.
Geringere Rohstoffkosten würden nicht nur Produktions-, sondern auch Investitionskosten verringern und damit den Anreiz erhöhen, beispielsweise neue Produktionsstätten oder Maschinen zu erwerben. Damit sollte sich im Laufe des Jahres auch die Inflationsentwicklung stabilisieren können. Hierfür spreche auch, dass sich derzeit die so genannte Kernrate der Verbraucherpreise, also ohne Nahrungs- und Energiepreise, nicht weiter verringert habe. Die Analysten möchten bereits heute, auch wenn dies noch ein wenig früh sei, Lesern empfehlen, sich auch mit dem Thema inflationsgeschützter Anleihen zu beschäftigen. Diese würden neben der tatsächlichen Inflation auch die Erwartung an die Preisentwicklungen widerspiegeln. Das heiße, bereits die Aussicht auf wieder steigende Verbraucherpreise würde zu einem Mehrwert führen.
Viel, viel eher, also genau jetzt, würden die Analysten empfehlen, sich mit Aktieninvestitionen auseinanderzusetzen. Trotz kurzfristiger Rücksetzer, die sicherlich auch durch die Sorgen vor einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone bedingt seien, seien sie für die weitere Entwicklung zuversichtlich gestimmt. Selbst im Falle eines Austritts würden sie die Ansicht zahlreicher Ökonomen teilen, dass die geschaffenen Rettungsmechanismen, beispielsweise durch den ESM ausreichen würden, um größeren Schaden von weiteren Euroländern abzuwenden. Daher sei für die Perspektiven der Aktien die Konjunkturentwicklung entscheidender. Und diese habe sich zuletzt weiter verbessert und damit die Zuversicht an freundliche Märkte erhöht. (09.01.2015/alc/a/a)


