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Renten: EZB will Gas geben
06.11.15 12:33
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Die Konjunkturdaten aus Amerika fielen insgesamt durchwachsen aus, berichten die Analysten der Weberbank.
So sei die amerikanische Wirtschaft im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal nur noch um annualisierte 1,5% gewachsen und habe damit knapp unter den Prognosen der Volkswirte gelegen. Im zweiten Quartal sei die US-Wirtschaft noch um annualisierte 3,9% gewachsen. Ausschlaggebend für die Wachstumsabkühlung seien die deutlich niedrigeren Lagerbestände gewesen. Der private Konsum habe sich dagegen wieder einmal als größter Wachstumsfaktor gezeigt. Aber auch die Exporte und Importe hätten positiv überrascht - trotz stärkerem Dollar und abnehmender globaler Wirtschaft.
Schwächer als erwartet habe sich die Nachfrage nach langlebigen Wirtschaftsgütern entwickelt, und auch bei den Neubauverkäufen sei es zu einem überraschenden Rückgang gekommen. Vielversprechend habe sich die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt präsentiert. So würden die Erstanträge auf Arbeitslosengeld einen anhaltenden Beschäftigungsaufbau erkennen lassen. Insgesamt würden die Analysten die derzeitige wirtschaftliche Abschwächung in Amerika für temporär halten und bald eine Wiederaufnahme des Wachstums erwarten.
Die Sitzung der amerikanischen Notenbank (FED) habe keine Änderung bei den Zinsen gebracht. Für Überraschung habe die Aussage der FED gesorgt, dass sie eine geldpolitische Straffung im Dezember prüfen wolle. Die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bis Jahresende sei darauf hin auf 55% gestiegen. Sollten die beiden noch ausstehenden Arbeitsmarktberichte und die Entwicklung der Inflation in die richtige Richtung zeigen, stehe einer Zinserhöhung im Dezember wenig im Wege.
Die europäischen Konjunkturdaten hätten auf der positiven Seite überrascht. So habe der von der Europäischen Kommission veröffentlichte Sammelindex zur Einschätzung der wirtschaftlichen Aktivitäten den höchsten Stand seit Juni 2011 erreicht. Dabei hätten vor allem Frankreich und Italien positive Impulse gesetzt. Auch der Rückgang der Arbeitslosenquote sei als positiv einzustufen, auch wenn die Arbeitslosigkeit in der Währungsunion immer noch weit überdurchschnittlich sei. Insgesamt könne festgehalten werden, dass sich das konjunkturelle Bild für Europa weiter aufhelle und von der Geldpolitik der EZB unterstützt werde.
Die europäischen Rentenmärkte hätten eine Berg- und Talfahrt erlebt. Im Kampf gegen die niedrige Inflation und zunehmende wirtschaftliche Risiken habe Draghi eine weitere geldpolitische Lockerung im Dezember in Aussicht gestellt. Dies dürfte eine Ausweitung und/oder Verlängerung des Anleihekaufprogramms über 2016 hinaus bedeuten. Auch eine nochmalige Reduktion des Einlagezinssatzes stehe im Raum.
Die Anleihenmärkte hätten auf die Aussagen zunächst positiv reagiert, bis die Bewegung durch die amerikanische Notenbank, die eine mögliche Zinsanhebung im Dezember in Aussicht gestellt habe, gebremst worden sei. Die Analysten würden davon ausgehen, dass die EZB angesichts der Deflationsrisiken ihren expansiven Kurs fortsetzen und damit die Rentenmärkte unterstützen werde.
Die europäischen Aktienmärkte hätten ihre Gewinne weiter ausbauen können. Die Ankündigungen der EZB sowie Zinssenkungen in China hätten zu einem Stimmungsumschwung an den Aktienmärkten geführt. Dies sei vor dem Hintergrund einer möglichen Leitzinserhöhung in Amerika sowie der angeschlagenen globalen Konjunktur umso bemerkenswerter. Allerdings wirke sich die wirtschaftliche Schwäche in den Schwellenländern zunehmend negativ auf die deutschen Unternehmensgewinne aus.
So hätten von den bisher berichtet habenden Unternehmen im DAX nur 40% die Gewinnschätzungen der Analysten übertreffen können. Auch das Gewinnwachstum gegenüber dem Vorjahr sei negativer ausgefallen. Die Zahlen seien zwar von den sehr hohen Quartalsverlusten der Deutschen Bank und von Volkswagen verzerrt, aber die Ausblicke einiger Unternehmen würden im Vergleich zum Vorquartal negativer ausfallen. Die lockere Geldpolitik und die Erwartungen einer Ausweitung der quantitativen Maßnahmen der EZB würden momentan der Hauptgrund für steigende Aktien zu sein scheinen.
Insgesamt werde die Luft an den Aktienmärkten nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Wochen zunächst dünner. So würden sich Stimmungsindikatoren schon wieder auf einem Recht hohen Niveau befinden, und charttechnische Widerstandsmarken (z.B. 200-Tage-Linien) seien für viele europäische Indices in greifbarer Nähe. Eine Konsolidierung würde die Analysten daher nicht überraschen. Mittelfristig seien die Analysten für den europäischen Aktienmarkt zuversichtlich. Die Liquiditätsflut der Notenbanken, das niedrige Zinsumfeld, der auf das Gesamtjahr solide Wachstumskurs europäischer Unternehmen sowie ein mögliches Anziehen der Weltkonjunktur sollten den Aktienmärkten Unterstützung geben. (06.11.2015/alc/a/a)
So sei die amerikanische Wirtschaft im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal nur noch um annualisierte 1,5% gewachsen und habe damit knapp unter den Prognosen der Volkswirte gelegen. Im zweiten Quartal sei die US-Wirtschaft noch um annualisierte 3,9% gewachsen. Ausschlaggebend für die Wachstumsabkühlung seien die deutlich niedrigeren Lagerbestände gewesen. Der private Konsum habe sich dagegen wieder einmal als größter Wachstumsfaktor gezeigt. Aber auch die Exporte und Importe hätten positiv überrascht - trotz stärkerem Dollar und abnehmender globaler Wirtschaft.
Schwächer als erwartet habe sich die Nachfrage nach langlebigen Wirtschaftsgütern entwickelt, und auch bei den Neubauverkäufen sei es zu einem überraschenden Rückgang gekommen. Vielversprechend habe sich die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt präsentiert. So würden die Erstanträge auf Arbeitslosengeld einen anhaltenden Beschäftigungsaufbau erkennen lassen. Insgesamt würden die Analysten die derzeitige wirtschaftliche Abschwächung in Amerika für temporär halten und bald eine Wiederaufnahme des Wachstums erwarten.
Die Sitzung der amerikanischen Notenbank (FED) habe keine Änderung bei den Zinsen gebracht. Für Überraschung habe die Aussage der FED gesorgt, dass sie eine geldpolitische Straffung im Dezember prüfen wolle. Die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bis Jahresende sei darauf hin auf 55% gestiegen. Sollten die beiden noch ausstehenden Arbeitsmarktberichte und die Entwicklung der Inflation in die richtige Richtung zeigen, stehe einer Zinserhöhung im Dezember wenig im Wege.
Die europäischen Rentenmärkte hätten eine Berg- und Talfahrt erlebt. Im Kampf gegen die niedrige Inflation und zunehmende wirtschaftliche Risiken habe Draghi eine weitere geldpolitische Lockerung im Dezember in Aussicht gestellt. Dies dürfte eine Ausweitung und/oder Verlängerung des Anleihekaufprogramms über 2016 hinaus bedeuten. Auch eine nochmalige Reduktion des Einlagezinssatzes stehe im Raum.
Die Anleihenmärkte hätten auf die Aussagen zunächst positiv reagiert, bis die Bewegung durch die amerikanische Notenbank, die eine mögliche Zinsanhebung im Dezember in Aussicht gestellt habe, gebremst worden sei. Die Analysten würden davon ausgehen, dass die EZB angesichts der Deflationsrisiken ihren expansiven Kurs fortsetzen und damit die Rentenmärkte unterstützen werde.
Die europäischen Aktienmärkte hätten ihre Gewinne weiter ausbauen können. Die Ankündigungen der EZB sowie Zinssenkungen in China hätten zu einem Stimmungsumschwung an den Aktienmärkten geführt. Dies sei vor dem Hintergrund einer möglichen Leitzinserhöhung in Amerika sowie der angeschlagenen globalen Konjunktur umso bemerkenswerter. Allerdings wirke sich die wirtschaftliche Schwäche in den Schwellenländern zunehmend negativ auf die deutschen Unternehmensgewinne aus.
So hätten von den bisher berichtet habenden Unternehmen im DAX nur 40% die Gewinnschätzungen der Analysten übertreffen können. Auch das Gewinnwachstum gegenüber dem Vorjahr sei negativer ausgefallen. Die Zahlen seien zwar von den sehr hohen Quartalsverlusten der Deutschen Bank und von Volkswagen verzerrt, aber die Ausblicke einiger Unternehmen würden im Vergleich zum Vorquartal negativer ausfallen. Die lockere Geldpolitik und die Erwartungen einer Ausweitung der quantitativen Maßnahmen der EZB würden momentan der Hauptgrund für steigende Aktien zu sein scheinen.
Insgesamt werde die Luft an den Aktienmärkten nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Wochen zunächst dünner. So würden sich Stimmungsindikatoren schon wieder auf einem Recht hohen Niveau befinden, und charttechnische Widerstandsmarken (z.B. 200-Tage-Linien) seien für viele europäische Indices in greifbarer Nähe. Eine Konsolidierung würde die Analysten daher nicht überraschen. Mittelfristig seien die Analysten für den europäischen Aktienmarkt zuversichtlich. Die Liquiditätsflut der Notenbanken, das niedrige Zinsumfeld, der auf das Gesamtjahr solide Wachstumskurs europäischer Unternehmen sowie ein mögliches Anziehen der Weltkonjunktur sollten den Aktienmärkten Unterstützung geben. (06.11.2015/alc/a/a)


