Erweiterte Funktionen
Renten: EZB sieht sich bei QE im Soll, Notenbanken regieren die Kapitalmärkte
09.04.15 16:56
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Auch wenn es immer wieder danach aussieht, dass die Europäische Zentralbank (EZB) Probleme haben würde, genügend Verkäufer zu finden, hat sie das selbstgesteckte Ziel bei ihrem Aufkaufprogramm für Anleihen (Quantitative Easing - QE) offenbar erreicht, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
So betrage eigenen Angaben zufolge der Buchwert der seit 9. März erworbenen Staatsanleihen per Ultimo vergangenen Monats 47,36 Mrd. EUR. Damit sei zusammen mit dem Erwerb von Kreditverbriefungen (ABS) und besicherten Bankanleihen (Covered Bonds) das monatliche Ziel von 60 Mrd. EUR erreicht worden. Per 3. April würden sich die Käufe öffentlicher Anleihen laut EZB auf 52,52 Mrd. EUR belaufen.
Demnach habe die EZB besonders deutsche Anleihen (11,06 Mrd. EUR), gefolgt von französischen (8,75 Mrd. EUR), italienischen (7,60 Mrd. EUR) und spanischen (5,44 Mrd. EUR) Papieren erworben. Die durchschnittliche Laufzeit der gekauften Titel liege bei 8,6 Jahren.
Indessen habe sich aus der Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten EZB-Sitzung ergeben, dass eine weitere Reduzierung des Einlagensatzes von derzeit minus 0,2% auf Widerstand stoße. Es sei demnach bekräftigt worden, dass der EZB-Rat den aktuellen Zinssatz als "effektive Untergrenze" ansehe. Offenbar sei damit für viele Ratsmitglieder das untere Ende der Fahnenstange erreicht. Wie weiter aus dem Protokoll hervorgehe, plane die EZB die Palette der aufkaufbaren Anleihen auf zusätzliche Papiere staatlicher Förderbanken zu erweitern.
Mit den aufgekauften Titeln habe die EZB seit vergangener Woche eine neue Einnahmequelle entdeckt. So sei sie zusammen mit den nationalen Notenbanken bereit, die erworbenen Titel bei Bedarf zu verleihen, um die Liquidität am Anleihe- und Repomarkt zu erhöhen. Wie zu hören sei, herrsche eine große Nachfrage nach Wertpapierleihe.
Ob die Meinung von EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch, der ein vorzeitiges Ende des breit angelegten Kaufprogramms von Anleihen durch die Notenbank nicht ausschließen wolle, auf die Zustimmung von EZB-Chef Mario Draghi stoßen werde, dürfe indessen freilich bezweifelt werden. Sollte sich die Wirtschaft der Eurozone stärker erholen und die Inflation schneller wieder anziehen als gedacht, müsse der Kauf von Staatsanleihen überdacht werden, habe Mersch der "Börsen-Zeitung" gesagt. "Wenn wir (...) sehen, dass wir überziehen, dann wäre es natürlich angebracht sich zu fragen, ob wir unseren Plan anpassen müssen", so Mersch weiter, der hier wohl eher eine Minderheitenmeinung vertrete.
Denn aus dem jüngsten Protokoll des EZB-Rats gehe zusätzlich hervor, dass man sich auch durch gute Konjunkturdaten nicht von einer vollständigen Umsetzung des Programms abbringen lassen wolle. Die EZB sei offenbar entschlossen, ihren über eine Billion Euro schweren Aufkaufplan durchzuziehen.
Es ist nichts wirklich Neues, aber dennoch sollten wir uns vor Augen führen, dass die Kapitalmärkte immer stärker von den Notenbanken regiert werden, so die Analysten der Baader Bank. Früher sei lediglich vereinzelt regulierend eingegriffen worden. Inzwischen aber würden die Notenbanken das Geschehen beherrschen und die Antwort auf die Frage "Wer hat den längeren Atem bzw. wer holt sich im Zweifelsfall eine blutige Nase?" sei allen Akteuren hinreichend bekannt.
Daher würden sich auch immer mehr Analysten mit den Aussagen verschiedener Notenbanker und den damit im Zusammenhang stehenden Erwartungen der geldpolitischen Beschlüsse beschäftigen. So sei die Entscheidung der australischen Notenbank, die Zinsen nicht weiter zu senken, nicht von allen Investoren erwartet worden. Doch zumeist werde aktuell über die anstehende Zinsanhebung in den USA sinniert, zumal die US-Arbeitsmarktdaten nicht den Erwartungen der Börsianer entsprochen hätten.
Dadurch würden die Aussagen verschiedener Notenbanker wie die des Chefs der Federal Reserve Bank (FED) of New York, William C. Dudley, an Bedeutung gewinnen. Dieser erwarte, dass der Pfad für Zinserhöhungen sehr flach sein werde. Mit diesem Kommentar solle den Investoren die Angst vor zu schnellen Zinserhöhungen genommen werden.
Auch der Präsident der FED von Atlanta, Dennis Lockhart, erkenne keine Eile bei einem Kurswechsel. Somit scheine sich die Börsengemeinde auf den Monat September als möglichen Zeitpunkt einer sanften Zinsanpassung in den USA einzustellen. Diese Annahme sei auch durch die gestrige Veröffentlichung des Protokolls der Offenmarktausschuss-Sitzung vom 17. und 18. März untermauert worden.
Auch in Großbritannien, das lange Zeit als größter Rivale der USA im Rennen um die erste Zinserhöhung gegolten habe, scheine eine solche in immer weitere Ferne zu rücken. Habe in Großbritannien das QE schon seit vielen Monaten ausgedient, so werde es in Japan weiterhin zur Steuerung der Zinsen eingesetzt. Nachdem die Bank of Japan (BoJ) wie erwartet das Volumen der monatlichen Ankäufe von Anleihen (80 Bill. Yen) bestätigt habe, erkenne die Notenbank in Tokio nun Anzeichen für ein moderates Wachstum der heimischen Wirtschaft. Die geringe Inflation werde auch in Japan insbesondere den rückläufigen Energiepreisen zugeschrieben.
Unterm Strich könne konstatiert werden, dass zurzeit die meisten Notenbanken die Märkte nur beobachten würden, aber jederzeit zum Eingreifen bereit seien. Somit liege die eigentliche Macht an den Kapitalmärkten in den Händen der Notenbanken. Geldpolitik sei Weltpolitik.
Nüchtern betrachtet gehe es dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras möglicherweise nur darum, dass die Bauern seines Landes wieder Obst und Gemüse nach Russland liefern dürften, was eine Lockerung der Sanktionen wegen der Ukraine-Krise voraussetzen würde. Das ganze Pathos von den beiden Brudervölkern, das um den Besuch von Tsipras in Moskau bemüht werde, möge hoffentlich reine Begleitmusik sein.
Trotz Dementi dürfte natürlich Kremlchef Wladimir Putin versuchen, mit guten Beziehungen zu Athen den harten Russland-Kurs der EU aufzuweichen. Immerhin gelte Tsipras als Kritiker der EU-Sanktionen gegen das Riesenreich und habe mit Putin einen Aktionsplan verabredet. Und dies obwohl Brüssel nicht müde werde, Tsipras vor einer Annäherung an Moskau zu warnen.
Aber bisher habe es ja auch noch keinen Antrag Athens auf russische Hilfe gegeben. Vielleicht wäre dies der russischen Regierung, die selbst mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen habe, auch gar nicht so recht. Denn ob Moskau wirklich die Schuldenprobleme der Griechen würde lösen wollen, dürfe bezweifelt werden. Und dies dürfte auch Tsipras wissen, dem es vor allem um eine Aufhebung des Importstopps für Lebensmittel aus der EU gehe, den Moskau verhängt habe, nachdem umgekehrt die EU im Ukraine-Konflikt ihre Sanktionen gegen Russland beschlossen habe.
Ohne rasche Unterstützung drohe Griechenland schon bald die Staatspleite. Die Euro-Partner und der IWF hätten Kredite von 7,2 Mrd. EUR eingefroren, weil viele Reformauflagen nicht erfüllt seien. Die bisherigen Hilfen für Griechenland würden sich auf 240 Mrd. EUR belaufen, wovon 55 Mrd. EUR auf Deutschland entfallen würden. Nun habe Finanzminister Gianis Varoufakis zugesichert, Griechenland wolle seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen und in den Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern möglichst bald eine Einigung erzielen.
So solle heute ein Kredit über 450 Mio. EUR an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgezahlt werden. Den IWF hätten griechische Medien übereinstimmend auch als den härtesten Kreditgeber ausgemacht. Athen versuche den IWF davon abzubringen, dass Griechenland für den Erhalt dringend benötigter Hilfen bis Juli eine Reihe von Einschnitten vornehmen müsse. Der IWF verlange offenbar Rentenkürzungen und die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Die anderen Geldgeber in Europa seien "flexibler", hätten dazu griechische Medien berichtet, was wohl auch mit "nachgiebiger" übersetzt werden könne.
Unterm Strich bleibe der Eindruck, dass Athen die Haut der Griechen so teuer wie möglich verkaufen wolle, was man aus deren Sicht nachvollziehen könne. Den Beweis für Verlässlichkeit bei ihren Zusagen und die Fähigkeit, diplomatisch vorgehen zu können, müsse die junge Regierung aber immer noch liefern. Man brauche es ja nicht gleich als "dumm" zu bezeichnen, wie es Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel getan habe, wenn in einer solchen Situation die griechische Regierung die laufenden Verhandlungen über Kredithilfen mit Entschädigungsforderung aus dem Zweiten Weltkrieg vermische.
Besonders klug aber sei eine solche Strategie bestimmt nicht. Denn die Berechtigung von Entschädigungsforderungen, besonders die aus einer Zwangsanleihe, die 1942 die Bank von Griechenland der Deutschen Reichsbank habe geben müssen, sollte Berlin nicht pauschal negieren. Aber wenn Athen dann eine Forderung nach 287,7 Mrd. EUR ins Spiel bringe, entferne man sich eher von einer realistischen Lösung, als dass man sich ihr nähere.
Die Befürchtungen, wonach die Schweizerische Nationalbank (SNB) die gewollte Schwächung der eigenen Währung teuer zu stehen kommen würde, hätten sich bestätigt. So habe sich das Eigenkapital der SNB innerhalb eines Monats von 85 Mrd. Franken auf nur mehr 34 Mrd. Franken verringert. Die Eigenkapitalquote sei dadurch auf unter 7% gefallen und liege nun unter dem Satz, den systemrelevante Banken zurückstellen müssten.
Wie aus dem Statistischen Monatsheft der SNB hervorgehe, sei das Eigenkapital der eidgenössischen Nationalbank von Dezember 2014 bis Januar 2015 um entsprechende 50 Mrd. Franken gefallen. In der Folge habe sie überraschend den Euro-Mindestkurs zum Franken aufgehoben. Hätte die SNB noch so einen Monat wie den Januar erlebt, wäre ihr Eigenkapital in den negativen Bereich gerutscht, womit der Nationalbank die Insolvenz gedroht hätte. Offenbar habe die SNB mit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses die Reißleine gezogen.
Am Markt für Mittelstandsanleihen dürfte Rendite noch das Risiko, das eine Anlage berge, widerspiegeln. Bei staatlichen Titeln sei dieses uralte Kaufmannsprinzip vielfach längst ausgehebelt. Denn jetzt sei es soweit, dass auch bei spanischen Staatspapieren die Anleger negative Renditen akzeptieren würden.
So habe sich bei einer Auktion von spanischen Geldmarktpapieren mit einer Laufzeit von sechs Monaten nach Angaben der spanischen Notenbank eine Rendite von minus 0,002% ergeben. Damit habe in dieser Laufzeit der Zinssatz erstmals unter der Nullmarke gelegen. Die Auktion, die trotz Minusrendite fast fünffach überzeichnet gewesen sei, habe 725 Mio. EUR in die Staatskasse gespült und wäre noch vor Monaten unvorstellbar gewesen.
Unter dem Strich habe der öffentliche Gesamthaushalt in 2014 ein erfreuliches Plus von 6,4 Mrd. EUR erzielt, teile das Statistische Bundesamt mit. Die Ursachen lägen in sprudelnden Steuern und Beiträgen. Zuletzt habe es 2007 einen Überschuss gegeben - und zwar in Höhe von 9,0 Mrd. EUR. 2013 habe es ein Defizit von 7,2 Mrd. EUR gegeben.
Bei genauerem Hinsehen aber würden sich die Gemeinden als Verlierer herausstellen, die ein Defizit von rund 700 Mio. EUR aufweisen würden. Sie hätten im Vorjahr noch einen Überschuss von 1,5 Mrd. EUR verbucht. Steigende Personalkosten und Investitionen hätten hier zu einer Trendwende geführt.
Der Bund habe dagegen 2014 einen Überschuss von 2,3 Mrd. EUR nach einem Defizit von 12,9 Mrd. EUR im Jahr zuvor verzeichnet. Die Länder hätten ein Plus von 1,6 Mrd. EUR erreicht (2013: minus 600 Mio. EUR).
Zum größten Teil sei der Überschuss aber dem positiven Beitrag der Sozialversicherung zu verdanken. Habe das Plus in 2013 noch bei 4,7 Mrd. EUR gelegen, so seien 2014 immerhin rund 3,0 Mrd. EUR beigesteuert worden. Dass der Betrag rückläufig gewesen sei, habe insbesondere daran gelegen, dass das Defizit bei den gesetzlichen Krankenkassen 2,4 Mrd. EUR betragen habe.
Dennoch sei die Tatsache einer Erwirtschaftung eines Überschusses etwas Positives und jetzt gelte es nur noch, das Geld auch sinnvoll einzusetzen!
In Zeiten niedriger Zinsen würden nicht nur die üblichen Wege der Mittelbeschaffung beschritten, sondern wie im Falle des französischen Immobilien- und Investment-Unternehmens Unibail-Rodamco, das diese Zinsphase nutze, um seine jährlichen Zinsbelastungen merklich zu reduzieren. Aus diesem Grunde sei den Besitzern von diversen Altemissionen ein Rückkaufangebot in Aussicht gestellt worden. Die Gesellschaft erwäge den Rückkauf eigener Emissionen bis zu einem Betrag von 1,5 Mrd. EUR zu teils vorher festgelegten Konditionen oder auf Grundlage von interpolierten Referenz-Zinssätzen zu berechnenden Preisen. Gleichzeitig seien zwei neue Anleihen mit Laufzeiten von 10 und 15 Jahren im Volumen von jeweils 500 Mio. EUR emittiert worden. Beide Anleihen seien um das 5-fache überzeichnet gewesen.
Die erste Tranche (ISIN XS1218319702 / WKN nicht bekannt) sei mit einem jährlichen Kupon von 1% ausgestattet worden und sei am 14.03.2025 endfällig. Die Anleihe sei mit 99,672% gepreist worden, was einem Emissionsspread von +50 bps über Mid Swap entsprochen habe. Die zweite Tranche (ISIN XS1218363270 / WKN nicht bekannt) mit Fälligkeit 15.04.2030 sei bei 98,663% begeben worden. Bei einem jährlichen Kupon von 1,375% habe dies einem Emissionsspread von +75 bps über Mid Swap entsprochen.
Auf besonderes Interesse seien sowohl bei institutionellen Investoren als auch bei Privatanlegern die beiden Anleihen von Volkswagen gestoßen, die über ihr Tochterunternehmen am Kapitalmarkt aktiv geworden sei. Die erste Tranche (ISIN XS1216646825 / WKN 780515) sei mit einem Emissionsvolumen von 500 Mio. EUR als Floater (3-Monat-Euribor + 25) begeben worden.
Die zweite Tranche im Volumen von 750 Mio. EUR und einer Fälligkeit am 14.10.2021 sei mit einem jährlichen Kupon von 0,75% ausgestattet. Gepreist worden sei die Anleihe (ISIN XS1216647716 / WKN 780516) bei 99,938%, was einem Emissionsspread von +40 bps über Mid Swap entsprochen habe. Beide Anleihen seien mit einer kleinsten handelbaren Stückelung von nominal 1.000 EUR aufgelegt worden.
Der Frühling habe lange auf sich warten lassen, die Temperaturen der vergangenen Tage und Wochen seien alles andere als beständig gewesen. Auf Sonne seien Sturm und sogar Schnee gefolgt. Aber nun habe das lange Warten ein Ende und das Frühlingserwachen sei kaum mehr aufzuhalten.
Dies könne wohl auch vom Euro-Bund-Future behauptet werden, denn dieser sei ebenfalls nur schwer aufzuhalten auf seiner Jagd nach neuen Rekorden. So unbeständig das Wetter sich auch gezeigt habe, so beständig und konstant habe sich das Rentenbarometer präsentiert. Es seien zwar keine neuen Bestmarken erreicht worden, aber der richtungsweisende Bund-Future behaupte sich nach wie vor auf hohem Niveau.
Bereits zur Mitte der Karwoche sei das noch gültige All-Time-High (159,21%) im Juni-Kontrakt erreicht worden. Der Start in die neue Handelswoche habe dieser Entwicklung keinen Abbruch getan, im Gegenteil. Das Zinsbarometer habe nach den Feiertagen dort weiter gemacht, wo es zuvor aufgehört habe und kratze erneut an der bisherigen Höchstmarke, denn mit 159,19% sei das Allzeithoch nur marginal verfehlt worden. Hohe Bundkurse würden gleichzeitig niedrige Renditen bedeuten und so rentiere die zehnjährige Bundesanleihe aktuell bei 0,165%.
Immer wieder neue Höchststände würden es der Charttechnik nicht erleichtern, verlässliche Leitplanken vorzugeben. Trotzdem bleibe die Bestmarke bei 159,21% vorerst das Maß der Dinge. Darüber hinaus richte sich das Augenmerk auf die psychologisch wichtige Marke bei 160%. Der Blick in die andere Richtung offenbare den Analysten die erste nennenswerte Unterstützung bei 158,05% und anschließend im Bereich um 157,50%.
In den USA hätten neben den üblichen Geldmarkttiteln mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten im Gesamtvolumen von 74 Mrd. USD auch T-Bonds zum Verkauf angestanden. Insgesamt seien durch die Begebung der Anleihen mit unterschiedlichen Fälligkeiten 58 Mrd. USD am Kapitalmarkt aufgenommen worden - 24 Mrd. USD bis 2018, 21 Mrd. USD bis 2025 und 13 Mrd. USD bis 2045.
In Euroland hingegen seien in der feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche nur ca. 11 Mrd. EUR neu aufgelegt worden. So habe Österreich zwei Altemissionen (ISIN AT0000A001X2 / WKN A0GL3F, 2021 und ISIN AT0000A0DXC2 / WKN A1AJAZ, 2026) um insgesamt 1 Mrd. EUR aufgestockt. Deutschland habe es gleich getan und das bisherige Emissionsvolumen der inflationsindexierten Anleihe (ISIN DE0001030567 / WKN 103056, 2026) um 1 Mrd. EUR auf insgesamt 3 Mrd. EUR erhöht. Die Zuteilung der 1,5-fach überzeichneten Anleihe sei bei einer realen Durchschnittsrendite von -1,09% erfolgt.
Am gestrigen Mittwoch sei zusätzlich das Volumen der aktuellen zweijährigen Bundesschatzanweisung (ISIN DE0001137495 / WKN 113749) um 4 Mrd. EUR auf total 14 Mrd. EUR aufgestockt worden. Die Nachfrage habe das Angebot um das 2,1-fache überstiegen und die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von -0,28% erfolgt. Somit lohne sich für Deutschland weiterhin das Begeben von Anleihen und die Schuldenuhr laufe bereits - wenn auch sehr langsam - rückwärts (minus ca. 350,-- EUR pro Sekunde). Somit könnten wir im Jahre 2210 sogar schuldenfrei sein, so die Analysten der Baader Bank.
Den krönenden Abschluss am heutigen Donnerstag werde Spanien bilden, das insgesamt ca. 4 bis 5 Mrd. EUR über die Volumenerhöhung dreier Anleihen (ISIN ES00000126V0 / WKN A1ZP30, 2017; ISIN ES00000122E5 / WKN A1ATVW, 2025; ISIN ES00000124H4 / WKN A1HR6Q, 2044) einnehmen möchte. Insgesamt stünden den Neuemissionen in Euroland Kupon- und Rückzahlungen von 20 Mrd. EUR gegenüber.
Am Geldmarkt seien seitens Frankreichs, Griechenlands, der Niederlande, Italiens, Sloweniens und Spaniens Rückzahlungen i.H.v. 16 Mrd. EUR durch Mittelaufnahmen i.H.v. 21 Mrd. EUR ersetzt worden.
Der April 2015 sei zwar erst einige Tage alt, doch habe er am verlängerten Osterwochenende eindrucksvoll gezeigt, für was er berühmt sei. Badehose und Cabrio oder die dickste Winterjacke und Skiausrüstung oder gleich im Bett liegen bleiben, weil es draußen nach Weltuntergang aussehe. Das seien die Möglichkeiten gewesen, die sich manchmal im Rhythmus von 10 bis 15 Minuten abgewechselt hätten. Doch wenigstens habe sich das Währungspaar EUR/USD nicht ganz so wankelmütig gezeigt.
Dennoch ein überraschend schwach ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht und die damit gesunkene Aussicht auf eine rasche Zinswende hätten die Währung der Euroländer zu Beginn der Handelswoche vorangebracht. Sie sei von 1,0749 USD gekommen, habe die Marke von 1,10 USD übersprungen und ihr Wochenhoch bei 1,1035 USD markiert.
Doch der Euro wäre nicht der Euro, wenn die hauseigenen Probleme ihm nichts anhaben könnten. So sei die Gemeinschaftswährung im Vorfeld des Treffens der beiden "Sorgenkinder" Wladimir und Alexis bis auf 1,075 USD zurückgefallen.
Obwohl in der vergangenen Handelswoche gegenüber dem Brasilianischen Real (BRL) noch ein neues Zehn-Jahres-Hoch bei 3,565 BRL habe markiert werden können, habe der Euro in dieser Woche dem südamerikanischen Rhythmus nichts entgegen zu setzen gehabt und sei auf 3,2766 BRL zurückgefallen.
Einige Privatanleger würden in dieser Handelswoche aber weiterhin auf eine Erholung des Brasilianischen Reals setzen. Aber auch Fremdwährungsanleihen in US-Dollar und Südafrikanischen Rand hätten sich reger Nachfrage erfreut.
Disclaimer
Die hier wiedergegebenen Informationen wurden von uns sorgfältig zusammengestellt und beruhen zum Teil auf allgemein zugänglichen Quellen und Daten Dritter, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir keine Gewähr übernehmen können. Sie stellen eine Übersicht und Zusammenfassung ausgewählter Meldungen und Zahlen dar. Die Informationen stellen keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung dar.
Die Informationen wurden einzig zu Informations- und Marketingzwecken zur Verwendung durch den Empfänger erstellt. Sie stellen keine Finanzanalyse i.S. des § 34b WpHG dar und genügen deshalb nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht dem Verbot des Handelns vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.
Es wird keine Gewähr für die Geeignetheit und Angemessenheit der dargestellten Finanzinstrumente sowie, für die wirtschaftlichen und steuerlichen Konsequenzen einer Anlage in den dargestellten Finanzinstrumenten und für dessen zukünftige Wertentwicklung übernommen. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Bitte beachten Sie, dass Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Es wird daher dringend geraten, unabhängigen Rat von Anlage- und Steuerberatern einzuholen.
Durch das Bereitstellen dieser Informationen wird der Empfänger weder zum Kunden der Baader Bank AG, noch entstehen der Baader Bank AG dadurch irgendwelche Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten dem Empfänger gegenüber, insbesondere kommt kein Auskunftsvertrag zwischen der Baader Bank AG und dem Empfänger dieser Informationen zustande.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Baader Bank an fünf deutschen Börsen als Skontroführer tätig ist und es möglich ist, dass das Institut in den beschriebenen Anlageinstrumenten eigene Positionen hält. Dieser Aspekt kann Einfluss auf die Informationen haben. Bitte beachten Sie auch die Ausführungen in dem Dokument "Umgang mit Interessenkonflikten bei der Baader Bank Aktiengesellschaft" das Sie unter www.baaderbank.de abrufen können.
Für alle Hyperlinks gilt: Die Baader Bank erklärt ausdrücklich, keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten zu haben. Daher distanziert sich die Baader Bank von den Inhalten der verlinkten Seiten und macht sich deren Inhalte ausdrücklich nicht zu Eigen. Diese Erklärung gilt für alle in den Seiten vorhandenen Hyperlinks, ob angezeigt oder verborgen, und für alle Inhalte der Seiten, zu denen diese Hyperlinks führen.
Der Versand oder die Vervielfältigung dieses Dokuments ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung der Baader Bank AG nicht gestattet. Dieses Dokument enthält möglicherweise Links oder Hinweise auf die Webseiten von Dritten, welche von der Baader Bank AG nicht kontrolliert werden können und daher kann die Baader Bank AG keine Verantwortung für den Inhalt von solchen Webseiten Dritter oder darin enthaltener weiteren Links übernehmen.
Copyright ©: Veröffentlicht von Baader Bank AG, Weihenstephaner Straße 4, 85716 Unterschleißheim, Deutschland.
Baader Bank AG ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland mit Hauptgeschäftssitz in München. Baader Bank AG ist beim Amtsgericht in München unter der Nummer HRB 121537 eingetragen und wird beaufsichtigt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Marie-Curie-Straße 24-28, 60439 Frankfurt am Main und Graurheindorfer Straße 108, 53117 Bonn. Die Umsatzsteueridentifikationsnummer von Baader Bank AG ist DE 114123893.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader und Dieter Brichmann. (09.04.2015/alc/a/a)
So betrage eigenen Angaben zufolge der Buchwert der seit 9. März erworbenen Staatsanleihen per Ultimo vergangenen Monats 47,36 Mrd. EUR. Damit sei zusammen mit dem Erwerb von Kreditverbriefungen (ABS) und besicherten Bankanleihen (Covered Bonds) das monatliche Ziel von 60 Mrd. EUR erreicht worden. Per 3. April würden sich die Käufe öffentlicher Anleihen laut EZB auf 52,52 Mrd. EUR belaufen.
Demnach habe die EZB besonders deutsche Anleihen (11,06 Mrd. EUR), gefolgt von französischen (8,75 Mrd. EUR), italienischen (7,60 Mrd. EUR) und spanischen (5,44 Mrd. EUR) Papieren erworben. Die durchschnittliche Laufzeit der gekauften Titel liege bei 8,6 Jahren.
Indessen habe sich aus der Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten EZB-Sitzung ergeben, dass eine weitere Reduzierung des Einlagensatzes von derzeit minus 0,2% auf Widerstand stoße. Es sei demnach bekräftigt worden, dass der EZB-Rat den aktuellen Zinssatz als "effektive Untergrenze" ansehe. Offenbar sei damit für viele Ratsmitglieder das untere Ende der Fahnenstange erreicht. Wie weiter aus dem Protokoll hervorgehe, plane die EZB die Palette der aufkaufbaren Anleihen auf zusätzliche Papiere staatlicher Förderbanken zu erweitern.
Mit den aufgekauften Titeln habe die EZB seit vergangener Woche eine neue Einnahmequelle entdeckt. So sei sie zusammen mit den nationalen Notenbanken bereit, die erworbenen Titel bei Bedarf zu verleihen, um die Liquidität am Anleihe- und Repomarkt zu erhöhen. Wie zu hören sei, herrsche eine große Nachfrage nach Wertpapierleihe.
Ob die Meinung von EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch, der ein vorzeitiges Ende des breit angelegten Kaufprogramms von Anleihen durch die Notenbank nicht ausschließen wolle, auf die Zustimmung von EZB-Chef Mario Draghi stoßen werde, dürfe indessen freilich bezweifelt werden. Sollte sich die Wirtschaft der Eurozone stärker erholen und die Inflation schneller wieder anziehen als gedacht, müsse der Kauf von Staatsanleihen überdacht werden, habe Mersch der "Börsen-Zeitung" gesagt. "Wenn wir (...) sehen, dass wir überziehen, dann wäre es natürlich angebracht sich zu fragen, ob wir unseren Plan anpassen müssen", so Mersch weiter, der hier wohl eher eine Minderheitenmeinung vertrete.
Denn aus dem jüngsten Protokoll des EZB-Rats gehe zusätzlich hervor, dass man sich auch durch gute Konjunkturdaten nicht von einer vollständigen Umsetzung des Programms abbringen lassen wolle. Die EZB sei offenbar entschlossen, ihren über eine Billion Euro schweren Aufkaufplan durchzuziehen.
Es ist nichts wirklich Neues, aber dennoch sollten wir uns vor Augen führen, dass die Kapitalmärkte immer stärker von den Notenbanken regiert werden, so die Analysten der Baader Bank. Früher sei lediglich vereinzelt regulierend eingegriffen worden. Inzwischen aber würden die Notenbanken das Geschehen beherrschen und die Antwort auf die Frage "Wer hat den längeren Atem bzw. wer holt sich im Zweifelsfall eine blutige Nase?" sei allen Akteuren hinreichend bekannt.
Daher würden sich auch immer mehr Analysten mit den Aussagen verschiedener Notenbanker und den damit im Zusammenhang stehenden Erwartungen der geldpolitischen Beschlüsse beschäftigen. So sei die Entscheidung der australischen Notenbank, die Zinsen nicht weiter zu senken, nicht von allen Investoren erwartet worden. Doch zumeist werde aktuell über die anstehende Zinsanhebung in den USA sinniert, zumal die US-Arbeitsmarktdaten nicht den Erwartungen der Börsianer entsprochen hätten.
Dadurch würden die Aussagen verschiedener Notenbanker wie die des Chefs der Federal Reserve Bank (FED) of New York, William C. Dudley, an Bedeutung gewinnen. Dieser erwarte, dass der Pfad für Zinserhöhungen sehr flach sein werde. Mit diesem Kommentar solle den Investoren die Angst vor zu schnellen Zinserhöhungen genommen werden.
Auch der Präsident der FED von Atlanta, Dennis Lockhart, erkenne keine Eile bei einem Kurswechsel. Somit scheine sich die Börsengemeinde auf den Monat September als möglichen Zeitpunkt einer sanften Zinsanpassung in den USA einzustellen. Diese Annahme sei auch durch die gestrige Veröffentlichung des Protokolls der Offenmarktausschuss-Sitzung vom 17. und 18. März untermauert worden.
Auch in Großbritannien, das lange Zeit als größter Rivale der USA im Rennen um die erste Zinserhöhung gegolten habe, scheine eine solche in immer weitere Ferne zu rücken. Habe in Großbritannien das QE schon seit vielen Monaten ausgedient, so werde es in Japan weiterhin zur Steuerung der Zinsen eingesetzt. Nachdem die Bank of Japan (BoJ) wie erwartet das Volumen der monatlichen Ankäufe von Anleihen (80 Bill. Yen) bestätigt habe, erkenne die Notenbank in Tokio nun Anzeichen für ein moderates Wachstum der heimischen Wirtschaft. Die geringe Inflation werde auch in Japan insbesondere den rückläufigen Energiepreisen zugeschrieben.
Unterm Strich könne konstatiert werden, dass zurzeit die meisten Notenbanken die Märkte nur beobachten würden, aber jederzeit zum Eingreifen bereit seien. Somit liege die eigentliche Macht an den Kapitalmärkten in den Händen der Notenbanken. Geldpolitik sei Weltpolitik.
Nüchtern betrachtet gehe es dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras möglicherweise nur darum, dass die Bauern seines Landes wieder Obst und Gemüse nach Russland liefern dürften, was eine Lockerung der Sanktionen wegen der Ukraine-Krise voraussetzen würde. Das ganze Pathos von den beiden Brudervölkern, das um den Besuch von Tsipras in Moskau bemüht werde, möge hoffentlich reine Begleitmusik sein.
Trotz Dementi dürfte natürlich Kremlchef Wladimir Putin versuchen, mit guten Beziehungen zu Athen den harten Russland-Kurs der EU aufzuweichen. Immerhin gelte Tsipras als Kritiker der EU-Sanktionen gegen das Riesenreich und habe mit Putin einen Aktionsplan verabredet. Und dies obwohl Brüssel nicht müde werde, Tsipras vor einer Annäherung an Moskau zu warnen.
Aber bisher habe es ja auch noch keinen Antrag Athens auf russische Hilfe gegeben. Vielleicht wäre dies der russischen Regierung, die selbst mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen habe, auch gar nicht so recht. Denn ob Moskau wirklich die Schuldenprobleme der Griechen würde lösen wollen, dürfe bezweifelt werden. Und dies dürfte auch Tsipras wissen, dem es vor allem um eine Aufhebung des Importstopps für Lebensmittel aus der EU gehe, den Moskau verhängt habe, nachdem umgekehrt die EU im Ukraine-Konflikt ihre Sanktionen gegen Russland beschlossen habe.
Ohne rasche Unterstützung drohe Griechenland schon bald die Staatspleite. Die Euro-Partner und der IWF hätten Kredite von 7,2 Mrd. EUR eingefroren, weil viele Reformauflagen nicht erfüllt seien. Die bisherigen Hilfen für Griechenland würden sich auf 240 Mrd. EUR belaufen, wovon 55 Mrd. EUR auf Deutschland entfallen würden. Nun habe Finanzminister Gianis Varoufakis zugesichert, Griechenland wolle seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen und in den Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern möglichst bald eine Einigung erzielen.
So solle heute ein Kredit über 450 Mio. EUR an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgezahlt werden. Den IWF hätten griechische Medien übereinstimmend auch als den härtesten Kreditgeber ausgemacht. Athen versuche den IWF davon abzubringen, dass Griechenland für den Erhalt dringend benötigter Hilfen bis Juli eine Reihe von Einschnitten vornehmen müsse. Der IWF verlange offenbar Rentenkürzungen und die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Die anderen Geldgeber in Europa seien "flexibler", hätten dazu griechische Medien berichtet, was wohl auch mit "nachgiebiger" übersetzt werden könne.
Unterm Strich bleibe der Eindruck, dass Athen die Haut der Griechen so teuer wie möglich verkaufen wolle, was man aus deren Sicht nachvollziehen könne. Den Beweis für Verlässlichkeit bei ihren Zusagen und die Fähigkeit, diplomatisch vorgehen zu können, müsse die junge Regierung aber immer noch liefern. Man brauche es ja nicht gleich als "dumm" zu bezeichnen, wie es Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel getan habe, wenn in einer solchen Situation die griechische Regierung die laufenden Verhandlungen über Kredithilfen mit Entschädigungsforderung aus dem Zweiten Weltkrieg vermische.
Besonders klug aber sei eine solche Strategie bestimmt nicht. Denn die Berechtigung von Entschädigungsforderungen, besonders die aus einer Zwangsanleihe, die 1942 die Bank von Griechenland der Deutschen Reichsbank habe geben müssen, sollte Berlin nicht pauschal negieren. Aber wenn Athen dann eine Forderung nach 287,7 Mrd. EUR ins Spiel bringe, entferne man sich eher von einer realistischen Lösung, als dass man sich ihr nähere.
Die Befürchtungen, wonach die Schweizerische Nationalbank (SNB) die gewollte Schwächung der eigenen Währung teuer zu stehen kommen würde, hätten sich bestätigt. So habe sich das Eigenkapital der SNB innerhalb eines Monats von 85 Mrd. Franken auf nur mehr 34 Mrd. Franken verringert. Die Eigenkapitalquote sei dadurch auf unter 7% gefallen und liege nun unter dem Satz, den systemrelevante Banken zurückstellen müssten.
Wie aus dem Statistischen Monatsheft der SNB hervorgehe, sei das Eigenkapital der eidgenössischen Nationalbank von Dezember 2014 bis Januar 2015 um entsprechende 50 Mrd. Franken gefallen. In der Folge habe sie überraschend den Euro-Mindestkurs zum Franken aufgehoben. Hätte die SNB noch so einen Monat wie den Januar erlebt, wäre ihr Eigenkapital in den negativen Bereich gerutscht, womit der Nationalbank die Insolvenz gedroht hätte. Offenbar habe die SNB mit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses die Reißleine gezogen.
Am Markt für Mittelstandsanleihen dürfte Rendite noch das Risiko, das eine Anlage berge, widerspiegeln. Bei staatlichen Titeln sei dieses uralte Kaufmannsprinzip vielfach längst ausgehebelt. Denn jetzt sei es soweit, dass auch bei spanischen Staatspapieren die Anleger negative Renditen akzeptieren würden.
So habe sich bei einer Auktion von spanischen Geldmarktpapieren mit einer Laufzeit von sechs Monaten nach Angaben der spanischen Notenbank eine Rendite von minus 0,002% ergeben. Damit habe in dieser Laufzeit der Zinssatz erstmals unter der Nullmarke gelegen. Die Auktion, die trotz Minusrendite fast fünffach überzeichnet gewesen sei, habe 725 Mio. EUR in die Staatskasse gespült und wäre noch vor Monaten unvorstellbar gewesen.
Unter dem Strich habe der öffentliche Gesamthaushalt in 2014 ein erfreuliches Plus von 6,4 Mrd. EUR erzielt, teile das Statistische Bundesamt mit. Die Ursachen lägen in sprudelnden Steuern und Beiträgen. Zuletzt habe es 2007 einen Überschuss gegeben - und zwar in Höhe von 9,0 Mrd. EUR. 2013 habe es ein Defizit von 7,2 Mrd. EUR gegeben.
Bei genauerem Hinsehen aber würden sich die Gemeinden als Verlierer herausstellen, die ein Defizit von rund 700 Mio. EUR aufweisen würden. Sie hätten im Vorjahr noch einen Überschuss von 1,5 Mrd. EUR verbucht. Steigende Personalkosten und Investitionen hätten hier zu einer Trendwende geführt.
Der Bund habe dagegen 2014 einen Überschuss von 2,3 Mrd. EUR nach einem Defizit von 12,9 Mrd. EUR im Jahr zuvor verzeichnet. Die Länder hätten ein Plus von 1,6 Mrd. EUR erreicht (2013: minus 600 Mio. EUR).
Zum größten Teil sei der Überschuss aber dem positiven Beitrag der Sozialversicherung zu verdanken. Habe das Plus in 2013 noch bei 4,7 Mrd. EUR gelegen, so seien 2014 immerhin rund 3,0 Mrd. EUR beigesteuert worden. Dass der Betrag rückläufig gewesen sei, habe insbesondere daran gelegen, dass das Defizit bei den gesetzlichen Krankenkassen 2,4 Mrd. EUR betragen habe.
In Zeiten niedriger Zinsen würden nicht nur die üblichen Wege der Mittelbeschaffung beschritten, sondern wie im Falle des französischen Immobilien- und Investment-Unternehmens Unibail-Rodamco, das diese Zinsphase nutze, um seine jährlichen Zinsbelastungen merklich zu reduzieren. Aus diesem Grunde sei den Besitzern von diversen Altemissionen ein Rückkaufangebot in Aussicht gestellt worden. Die Gesellschaft erwäge den Rückkauf eigener Emissionen bis zu einem Betrag von 1,5 Mrd. EUR zu teils vorher festgelegten Konditionen oder auf Grundlage von interpolierten Referenz-Zinssätzen zu berechnenden Preisen. Gleichzeitig seien zwei neue Anleihen mit Laufzeiten von 10 und 15 Jahren im Volumen von jeweils 500 Mio. EUR emittiert worden. Beide Anleihen seien um das 5-fache überzeichnet gewesen.
Die erste Tranche (ISIN XS1218319702 / WKN nicht bekannt) sei mit einem jährlichen Kupon von 1% ausgestattet worden und sei am 14.03.2025 endfällig. Die Anleihe sei mit 99,672% gepreist worden, was einem Emissionsspread von +50 bps über Mid Swap entsprochen habe. Die zweite Tranche (ISIN XS1218363270 / WKN nicht bekannt) mit Fälligkeit 15.04.2030 sei bei 98,663% begeben worden. Bei einem jährlichen Kupon von 1,375% habe dies einem Emissionsspread von +75 bps über Mid Swap entsprochen.
Auf besonderes Interesse seien sowohl bei institutionellen Investoren als auch bei Privatanlegern die beiden Anleihen von Volkswagen gestoßen, die über ihr Tochterunternehmen am Kapitalmarkt aktiv geworden sei. Die erste Tranche (ISIN XS1216646825 / WKN 780515) sei mit einem Emissionsvolumen von 500 Mio. EUR als Floater (3-Monat-Euribor + 25) begeben worden.
Die zweite Tranche im Volumen von 750 Mio. EUR und einer Fälligkeit am 14.10.2021 sei mit einem jährlichen Kupon von 0,75% ausgestattet. Gepreist worden sei die Anleihe (ISIN XS1216647716 / WKN 780516) bei 99,938%, was einem Emissionsspread von +40 bps über Mid Swap entsprochen habe. Beide Anleihen seien mit einer kleinsten handelbaren Stückelung von nominal 1.000 EUR aufgelegt worden.
Der Frühling habe lange auf sich warten lassen, die Temperaturen der vergangenen Tage und Wochen seien alles andere als beständig gewesen. Auf Sonne seien Sturm und sogar Schnee gefolgt. Aber nun habe das lange Warten ein Ende und das Frühlingserwachen sei kaum mehr aufzuhalten.
Dies könne wohl auch vom Euro-Bund-Future behauptet werden, denn dieser sei ebenfalls nur schwer aufzuhalten auf seiner Jagd nach neuen Rekorden. So unbeständig das Wetter sich auch gezeigt habe, so beständig und konstant habe sich das Rentenbarometer präsentiert. Es seien zwar keine neuen Bestmarken erreicht worden, aber der richtungsweisende Bund-Future behaupte sich nach wie vor auf hohem Niveau.
Bereits zur Mitte der Karwoche sei das noch gültige All-Time-High (159,21%) im Juni-Kontrakt erreicht worden. Der Start in die neue Handelswoche habe dieser Entwicklung keinen Abbruch getan, im Gegenteil. Das Zinsbarometer habe nach den Feiertagen dort weiter gemacht, wo es zuvor aufgehört habe und kratze erneut an der bisherigen Höchstmarke, denn mit 159,19% sei das Allzeithoch nur marginal verfehlt worden. Hohe Bundkurse würden gleichzeitig niedrige Renditen bedeuten und so rentiere die zehnjährige Bundesanleihe aktuell bei 0,165%.
Immer wieder neue Höchststände würden es der Charttechnik nicht erleichtern, verlässliche Leitplanken vorzugeben. Trotzdem bleibe die Bestmarke bei 159,21% vorerst das Maß der Dinge. Darüber hinaus richte sich das Augenmerk auf die psychologisch wichtige Marke bei 160%. Der Blick in die andere Richtung offenbare den Analysten die erste nennenswerte Unterstützung bei 158,05% und anschließend im Bereich um 157,50%.
In den USA hätten neben den üblichen Geldmarkttiteln mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten im Gesamtvolumen von 74 Mrd. USD auch T-Bonds zum Verkauf angestanden. Insgesamt seien durch die Begebung der Anleihen mit unterschiedlichen Fälligkeiten 58 Mrd. USD am Kapitalmarkt aufgenommen worden - 24 Mrd. USD bis 2018, 21 Mrd. USD bis 2025 und 13 Mrd. USD bis 2045.
In Euroland hingegen seien in der feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche nur ca. 11 Mrd. EUR neu aufgelegt worden. So habe Österreich zwei Altemissionen (ISIN AT0000A001X2 / WKN A0GL3F, 2021 und ISIN AT0000A0DXC2 / WKN A1AJAZ, 2026) um insgesamt 1 Mrd. EUR aufgestockt. Deutschland habe es gleich getan und das bisherige Emissionsvolumen der inflationsindexierten Anleihe (ISIN DE0001030567 / WKN 103056, 2026) um 1 Mrd. EUR auf insgesamt 3 Mrd. EUR erhöht. Die Zuteilung der 1,5-fach überzeichneten Anleihe sei bei einer realen Durchschnittsrendite von -1,09% erfolgt.
Am gestrigen Mittwoch sei zusätzlich das Volumen der aktuellen zweijährigen Bundesschatzanweisung (ISIN DE0001137495 / WKN 113749) um 4 Mrd. EUR auf total 14 Mrd. EUR aufgestockt worden. Die Nachfrage habe das Angebot um das 2,1-fache überstiegen und die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von -0,28% erfolgt. Somit lohne sich für Deutschland weiterhin das Begeben von Anleihen und die Schuldenuhr laufe bereits - wenn auch sehr langsam - rückwärts (minus ca. 350,-- EUR pro Sekunde). Somit könnten wir im Jahre 2210 sogar schuldenfrei sein, so die Analysten der Baader Bank.
Den krönenden Abschluss am heutigen Donnerstag werde Spanien bilden, das insgesamt ca. 4 bis 5 Mrd. EUR über die Volumenerhöhung dreier Anleihen (ISIN ES00000126V0 / WKN A1ZP30, 2017; ISIN ES00000122E5 / WKN A1ATVW, 2025; ISIN ES00000124H4 / WKN A1HR6Q, 2044) einnehmen möchte. Insgesamt stünden den Neuemissionen in Euroland Kupon- und Rückzahlungen von 20 Mrd. EUR gegenüber.
Am Geldmarkt seien seitens Frankreichs, Griechenlands, der Niederlande, Italiens, Sloweniens und Spaniens Rückzahlungen i.H.v. 16 Mrd. EUR durch Mittelaufnahmen i.H.v. 21 Mrd. EUR ersetzt worden.
Der April 2015 sei zwar erst einige Tage alt, doch habe er am verlängerten Osterwochenende eindrucksvoll gezeigt, für was er berühmt sei. Badehose und Cabrio oder die dickste Winterjacke und Skiausrüstung oder gleich im Bett liegen bleiben, weil es draußen nach Weltuntergang aussehe. Das seien die Möglichkeiten gewesen, die sich manchmal im Rhythmus von 10 bis 15 Minuten abgewechselt hätten. Doch wenigstens habe sich das Währungspaar EUR/USD nicht ganz so wankelmütig gezeigt.
Dennoch ein überraschend schwach ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht und die damit gesunkene Aussicht auf eine rasche Zinswende hätten die Währung der Euroländer zu Beginn der Handelswoche vorangebracht. Sie sei von 1,0749 USD gekommen, habe die Marke von 1,10 USD übersprungen und ihr Wochenhoch bei 1,1035 USD markiert.
Doch der Euro wäre nicht der Euro, wenn die hauseigenen Probleme ihm nichts anhaben könnten. So sei die Gemeinschaftswährung im Vorfeld des Treffens der beiden "Sorgenkinder" Wladimir und Alexis bis auf 1,075 USD zurückgefallen.
Obwohl in der vergangenen Handelswoche gegenüber dem Brasilianischen Real (BRL) noch ein neues Zehn-Jahres-Hoch bei 3,565 BRL habe markiert werden können, habe der Euro in dieser Woche dem südamerikanischen Rhythmus nichts entgegen zu setzen gehabt und sei auf 3,2766 BRL zurückgefallen.
Einige Privatanleger würden in dieser Handelswoche aber weiterhin auf eine Erholung des Brasilianischen Reals setzen. Aber auch Fremdwährungsanleihen in US-Dollar und Südafrikanischen Rand hätten sich reger Nachfrage erfreut.
Disclaimer
Die hier wiedergegebenen Informationen wurden von uns sorgfältig zusammengestellt und beruhen zum Teil auf allgemein zugänglichen Quellen und Daten Dritter, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir keine Gewähr übernehmen können. Sie stellen eine Übersicht und Zusammenfassung ausgewählter Meldungen und Zahlen dar. Die Informationen stellen keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung dar.
Die Informationen wurden einzig zu Informations- und Marketingzwecken zur Verwendung durch den Empfänger erstellt. Sie stellen keine Finanzanalyse i.S. des § 34b WpHG dar und genügen deshalb nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht dem Verbot des Handelns vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.
Es wird keine Gewähr für die Geeignetheit und Angemessenheit der dargestellten Finanzinstrumente sowie, für die wirtschaftlichen und steuerlichen Konsequenzen einer Anlage in den dargestellten Finanzinstrumenten und für dessen zukünftige Wertentwicklung übernommen. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Bitte beachten Sie, dass Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Es wird daher dringend geraten, unabhängigen Rat von Anlage- und Steuerberatern einzuholen.
Durch das Bereitstellen dieser Informationen wird der Empfänger weder zum Kunden der Baader Bank AG, noch entstehen der Baader Bank AG dadurch irgendwelche Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten dem Empfänger gegenüber, insbesondere kommt kein Auskunftsvertrag zwischen der Baader Bank AG und dem Empfänger dieser Informationen zustande.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Baader Bank an fünf deutschen Börsen als Skontroführer tätig ist und es möglich ist, dass das Institut in den beschriebenen Anlageinstrumenten eigene Positionen hält. Dieser Aspekt kann Einfluss auf die Informationen haben. Bitte beachten Sie auch die Ausführungen in dem Dokument "Umgang mit Interessenkonflikten bei der Baader Bank Aktiengesellschaft" das Sie unter www.baaderbank.de abrufen können.
Für alle Hyperlinks gilt: Die Baader Bank erklärt ausdrücklich, keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten zu haben. Daher distanziert sich die Baader Bank von den Inhalten der verlinkten Seiten und macht sich deren Inhalte ausdrücklich nicht zu Eigen. Diese Erklärung gilt für alle in den Seiten vorhandenen Hyperlinks, ob angezeigt oder verborgen, und für alle Inhalte der Seiten, zu denen diese Hyperlinks führen.
Der Versand oder die Vervielfältigung dieses Dokuments ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung der Baader Bank AG nicht gestattet. Dieses Dokument enthält möglicherweise Links oder Hinweise auf die Webseiten von Dritten, welche von der Baader Bank AG nicht kontrolliert werden können und daher kann die Baader Bank AG keine Verantwortung für den Inhalt von solchen Webseiten Dritter oder darin enthaltener weiteren Links übernehmen.
Copyright ©: Veröffentlicht von Baader Bank AG, Weihenstephaner Straße 4, 85716 Unterschleißheim, Deutschland.
Baader Bank AG ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland mit Hauptgeschäftssitz in München. Baader Bank AG ist beim Amtsgericht in München unter der Nummer HRB 121537 eingetragen und wird beaufsichtigt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Marie-Curie-Straße 24-28, 60439 Frankfurt am Main und Graurheindorfer Straße 108, 53117 Bonn. Die Umsatzsteueridentifikationsnummer von Baader Bank AG ist DE 114123893.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader und Dieter Brichmann. (09.04.2015/alc/a/a)
Werte im Artikel




