Renten: EZB setzt expansiven Kurs fort


15.12.17 10:37
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die EZB hat gestern erwartungsgemäß an ihrer sehr expansiven Geldpolitik festgehalten: Die EZB belässt die Leitzinsen wie erwartet unverändert, so die Analysten der National-Bank AG.

Sollte sich die wirtschaftliche Dynamik eintrüben und/oder die Inflation sich schwächer entwickeln als gedacht, behalte sich die EZB vor, weitere expansive Maßnahmen zu initiieren, so der Chef der europäischen Notenbank Draghi auf der gestrigen Pressekonferenz. Die EZB habe auch ihr Niedrigzinsversprechen unterstrichen: Laut Draghi gebe es zwar Anlass zu Optimismus, dass das Inflationsziel der EZB erreicht werde. Die EZB sei aber weiterhin gefordert, die Wirtschaft in Europa auch längerfristig weiter zu stützen.

Konkret solle das beschlossene Anleihekaufprogramm bis Ende September 2018 aufrecht erhalten werden, ja mehr noch: Erforderlichenfalls sollten darüber hinaus im Umfang von monatlich 30 Mrd. Euro Maßnahmen durchgeführt werden, bis "eine nachhaltige Korrektur der Inflationsentwicklung" erkennbar werde. Mit Blick auf die Inflation gehe die EZB davon aus, dass diese auch im Jahre 2020 mit 1,7% noch deutlich unterhalb der Zielmarke der FED liegen werde.

Diese längerfristige Prognose bringe nach Erachten der Analysten zwei Aspekte zum Ausdruck: Die EZB habe mit Blick auf die strukturellen Probleme in Europa kein Interesse die Zinssätze zu erhöhen, sondern werde die geringe Inflation zukünftig immer stärker in den Fokus der Argumentation rücken. Sonst würde sie das starke Wachstum stärker in den Vordergrund stellen. Schließlich seien die langfristigen Inflationsprognosen aber auch ein weiterer Beleg dafür, dass die Preiselastizität der Weltwirtschaft im Rahmen struktureller Veränderungen der internationalen Arbeitsteilung weiter zugenommen habe. Dies gelte sowohl für die USA als auch für die Eurozone: Der geldpolitische Zinspfad der internationalen Notenbanken könne daher umso flacher verlaufen.

Aus den USA würden heute vor allem Daten zur Entwicklung in der Industrie gemeldet. Die US-Kapazitätsauslastung sollte weiter zulegen können. Der Empire Manufacturing Index sollte sein hohes Niveau weiter halten können und darauf verweisen, dass das Verarbeitende Gewerbe in den USA weiter in Schwung bleibe. Die US-Zinssätze dürften im weiteren Verlauf ihren Weg über die Marke von 2,40 finden - schließlich bleibe das US-Wachstum hoch und die FED auch im nächsten Jahr im Zinserhöhungsmodus. Trotz des klaren Bekenntnisses der EZB dürfte zumindest das lange Ende in Europa weiter unter Druck geraten.

Vor diesem Hintergrund würden sich die Analysten in ihrer Erwartung allmählich weiter steigender Renditen bestätigt sehen. Mit Blick auf das risk-off zum Wochenausklang dürfte heute aber eine Seitwärtstendenz vorherrschen. Konkret würden die Analysten daher für den heutigen Handelsverlauf eine Trading-Range zwischen 162,95 und 163,90 Indexpunkten erwarten. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte heute zwischen 2,31% und 2,42% notieren. (15.12.2017/alc/a/a)





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