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Renten: Deutsche Bundesanleihen wieder mit positiver Rendite
07.02.22 10:45
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Anleihemärkte wurden in der Berichtswoche von einer weiteren Verkaufswelle erfasst, so die Experten von Union Investment.
Die Erwartungen hinsichtlich einer Normalisierung der Geldpolitik der Notenbanken hätten für Verluste und damit ansteigende Renditen gesorgt. Im Euroraum habe sich die Pressekonferenz der EZB deutlich (negativ) im Handelsgeschehen niedergeschlagen. Es sei zu einer Verkaufswelle gekommen, in der die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe infolge der Kursverluste erstmals seit Anfang Mai 2019 wieder deutlich über die Null-Prozentmarke gestiegen sei.
Am Freitagvormittag rentiere die Bundesanleihe mit plus 0,16 Prozent. Zum Vergleich: Noch Mitte des vergangenen Dezembers habe die Verzinsung bei minus 0,4 Prozent gelegen. Mit Blick auf die deutsche Zinskurve hätten vor allem die kurzen und mittleren Laufzeiten in der Berichtswoche einen deutlichen Renditesprung gemacht. Dort sei die Verzinsung um bis zu 0,3 Prozent angestiegen. Fünfjährige Bundesobligationen hätten am Freitag um die Null-Prozentmarke gependelt. Ab fünf Jahren Laufzeit aufwärts habe die Zinskurve im positiven Renditebereich gelegen.
Bei den Anleihen der Europeripherie seien angesichts des EZB-Schwenks deutliche Verluste angefallen. Die Befürchtung rückläufiger Ankäufe beziehungsweise künftig mangelnder Unterstützung durch die EZB habe auch dort die Renditen steigen lassen. Zudem sei es zu einer merklichen Ausweitung der Renditeaufschläge zu Bundesanleihen (Spreads) gekommen, die ihrerseits schon einen deutlichen Renditesprung aufgewiesen hätten. Italien etwa, dessen BTP-Rentenfuture liquide und sehr gut handelbar sei, habe die Hauptlast der Verkaufswelle zu tragen gehabt. Der Renditeaufschlag im Zehnjahresbereich zu Bundesanleihen sei im Wochenvergleich von 132 auf 152 Basispunkte (oder rund 1,5 Prozent) angestiegen. Auch in Spanien, Portugal und Griechenland sei es zu Ausweitungen gekommen.
Am US-Staatsanleihemarkt sei die Berichtswoche vergleichsweise moderat verlaufen, die Zehnjahresrendite des US-Treasury sei um fünf Basispunkte auf 1,82 Prozent angestiegen. Die US-Zinskurve habe sich um bis zu sechs Basispunkte nach oben verschoben, der US-Zinsanstieg sei damit im Vergleich zum Euroraum deutlich milder verlaufen.
Der weltweit laufende Zinserhöhungszyklus setze sich auch in der Berichtswoche fort und bleibe intakt. Brasilen habe den Leitsatz um 1,5 auf 10,75 Prozent erhöht. Tschechien folge mit plus 0,75 auf 4,5 Prozent.
Euro-Unternehmensanleihen hätten sich bislang mit Blick auf die Risikoprämien recht stabil gezeigt, während die Zinskomponente belastet habe. Anleihen aus den Schwellenländern hätten sich im aktuellen Marktumfeld bislang weitgehend stabil gehalten.
Die EZB-Sitzung werde wahrscheinlich auch in der neuen Woche noch Ausstrahleffekte auf das Handelsgeschehen im Euroraum haben. Datenseitig nehme in den kommenden Handelstagen die Relevanz der Daten erkennbar ab. Allerdings werde am Donnerstag die Januar-Inflation in den USA bekannt gegeben. Der Konsens sehe mit 7,3 Prozent gesamt sowie 5,9 Prozent in der Kernrate einen weiteren Anstieg. Die US-Notenbank FED jedenfalls werde im Rahmen ihrer restriktiveren Geldpolitik genauer hinschauen. Ansonsten dürfte am Montag die deutsche Industrieproduktion im Dezember von größerem Interesse sein. Es werde ein Plus in Höhe von 0,7 Prozent erwartet. (Ausgabe vom 04.02.2022) (07.02.2022/alc/a/a)
Die Erwartungen hinsichtlich einer Normalisierung der Geldpolitik der Notenbanken hätten für Verluste und damit ansteigende Renditen gesorgt. Im Euroraum habe sich die Pressekonferenz der EZB deutlich (negativ) im Handelsgeschehen niedergeschlagen. Es sei zu einer Verkaufswelle gekommen, in der die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe infolge der Kursverluste erstmals seit Anfang Mai 2019 wieder deutlich über die Null-Prozentmarke gestiegen sei.
Am Freitagvormittag rentiere die Bundesanleihe mit plus 0,16 Prozent. Zum Vergleich: Noch Mitte des vergangenen Dezembers habe die Verzinsung bei minus 0,4 Prozent gelegen. Mit Blick auf die deutsche Zinskurve hätten vor allem die kurzen und mittleren Laufzeiten in der Berichtswoche einen deutlichen Renditesprung gemacht. Dort sei die Verzinsung um bis zu 0,3 Prozent angestiegen. Fünfjährige Bundesobligationen hätten am Freitag um die Null-Prozentmarke gependelt. Ab fünf Jahren Laufzeit aufwärts habe die Zinskurve im positiven Renditebereich gelegen.
Am US-Staatsanleihemarkt sei die Berichtswoche vergleichsweise moderat verlaufen, die Zehnjahresrendite des US-Treasury sei um fünf Basispunkte auf 1,82 Prozent angestiegen. Die US-Zinskurve habe sich um bis zu sechs Basispunkte nach oben verschoben, der US-Zinsanstieg sei damit im Vergleich zum Euroraum deutlich milder verlaufen.
Der weltweit laufende Zinserhöhungszyklus setze sich auch in der Berichtswoche fort und bleibe intakt. Brasilen habe den Leitsatz um 1,5 auf 10,75 Prozent erhöht. Tschechien folge mit plus 0,75 auf 4,5 Prozent.
Euro-Unternehmensanleihen hätten sich bislang mit Blick auf die Risikoprämien recht stabil gezeigt, während die Zinskomponente belastet habe. Anleihen aus den Schwellenländern hätten sich im aktuellen Marktumfeld bislang weitgehend stabil gehalten.
Die EZB-Sitzung werde wahrscheinlich auch in der neuen Woche noch Ausstrahleffekte auf das Handelsgeschehen im Euroraum haben. Datenseitig nehme in den kommenden Handelstagen die Relevanz der Daten erkennbar ab. Allerdings werde am Donnerstag die Januar-Inflation in den USA bekannt gegeben. Der Konsens sehe mit 7,3 Prozent gesamt sowie 5,9 Prozent in der Kernrate einen weiteren Anstieg. Die US-Notenbank FED jedenfalls werde im Rahmen ihrer restriktiveren Geldpolitik genauer hinschauen. Ansonsten dürfte am Montag die deutsche Industrieproduktion im Dezember von größerem Interesse sein. Es werde ein Plus in Höhe von 0,7 Prozent erwartet. (Ausgabe vom 04.02.2022) (07.02.2022/alc/a/a)


