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Renten: Bundesanleihen gefragt, Rendite bei minus 0,5 Prozent


09.08.21 10:20
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In der Berichtswoche setzte sich der Renditerückgang im Euroraum unvermindert fort, die Staatsanleihen verzeichneten weitere Kursgewinne, so die Experten von Union Investment.

Die deutsche Zinskurve habe über die langen Fälligkeiten etwas flacher tendiert, zuletzt hätten sich sämtliche Laufzeiten im negativen Renditebereich befunden. Geringe Umsätze im Rahmen der Sommerpause, die Nachfrage nach sicheren Bonds vor dem Corona-Hintergrund und vor allen die Europäische Zentralbank, die im Rahmen ihrer Ankaufprogramme weiter fleißig Bundesanleihen einsammele, seien für diese Entwicklung verantwortlich gewesen. Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit hätten zeitweise mit minus 0,5 Prozent rentiert.

Auch in der Euro-Peripherie habe das Kaufinteresse überwogen, dort seien ebenfalls rückläufige Renditen zu verzeichnen gewesen. Die Risikoaufschläge (Spreads) zu Bundesanleihen hätten sich im Wochenverlauf dabei sogar ein wenig eingeengt. Aus Gesamtmarktsicht habe der iBoxx Euro Sovereign-Index bis Donnerstagabend um 0,6 Prozent zugelegt.

Der US-Staatsanleihemarkt habe weniger erfreulich tendiert. Dort sei es in den kurzen bis mittleren Laufzeiten zu einem leichten Renditeanstieg gekommen, der bei Fälligkeiten von fünf Jahren mit vier Basispunkten am deutlichsten ausgefallen sei. Somit habe sich die Entwicklung im Euroraum zuletzt von den Vorgaben des US-Marktes abgekoppelt.

Die Zahl der in der neuen Handelswoche anstehenden wichtigen Konjunkturdaten sei sehr überschaubar. Hierzu würden am Mittwoch die US-Verbraucherpreise für den Juli gehören. Der zuletzt stark nach oben gerichtete Preistrend sollte an Dynamik verlieren. So seien beispielsweise jüngst die Gebrauchtwagenpreise heißgelaufen. Dennoch dürfte beim Preisanstieg angesichts eingeschränkter Lieferketten und der Normalisierung der wirtschaftlichen Aktivitäten noch keine Entwarnung gegeben werden. Der Konsens rechne gegenüber dem Vorjahr mit einem geringen Rückgang auf hohem Niveau. Darüber hinaus werde zum Wochenschluss das von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen veröffentlicht.

Aus Deutschland würden am Dienstag die ZEW-Konjunkturerwartungen kommen. Ansonsten dürften sich die Märkte weiter im Sommermodus bewegen. (Ausgabe vom 06.08.2021) (09.08.2021/alc/a/a)