Renten: Der Bericht aus den einzelnen FED-Distrikten spricht von moderatem Wachstum in den USA


19.10.17 09:15
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen gaben gestern vermutlich aufgrund von Gewinnmitnahmen leicht nach, so die Analysten der National-Bank AG.

Grundsätzlich dürften Bunds weiterhin gesucht sein. Schließlich bleibe die politische Unsicherheit im Euroraum bestehen. Am Vormittag werde Spanien wieder einmal im Mittelpunkt des Interesses stehen. Die Frist, die der katalonischen Regierung gesetzt worden sei, sich zu erklären, laufe um 10 Uhr ab. Sollte es keine Reaktion der Regionalregierung geben oder die Unabhängigkeit erklärt werden, werde Madrid handeln und die Amtsgeschäfte übernehmen. Die Vorbereitungen dafür dürften bereits getroffen sein.

Die Kurse spanischer Staatsanleihen dürften also unter Druck bleiben, sodass die heute angesetzten Emissionen spanischer Staatsanleihen unter keinem guten Stern stünden. Die Platzierung dürfte nur mit einigen Renditezugeständnissen möglich sein. Die Entwicklung in Spanien habe auf die gesamte Peripherie ausgestrahlt, wobei es gerade auf der iberischen Halbinsel noch weitere politische Probleme gebe. So sehe sich die portugiesische Regierung wegen ihres Krisenmanagements bei den zahlreichen Bränden in der Region mit einem Misstrauensantrag konfrontiert.

Die gestern in den USA veröffentlichten Konjunkturdaten seien eher enttäuschend ausgefallen. Die Daten zu Baubeginnen und Baugenehmigungen hätten die Erwartungen nicht ganz erfüllen können. Das sei jedoch ebenso ohne Folgen auf den Rentenmärkten wie der Bericht aus den einzelnen FED-Distrikten geblieben. Dem Beige Book könne entnommen werden, dass einige Regionen mit den Auswirkungen des schlechten Wetters zu kämpfen hätten, der Aufschwung sich jedoch mit einem moderaten Tempo fortsetze.

In einigen Regionen sei es schwierig, qualifizierte Mitarbeite zu finden. Auf die Lohnentwicklung wirke sich dennoch nicht aus. Unternehmen scheinen trotz teils gestiegener Einstandspreise nicht in der Lage zu sein, diese höheren Einstandspreise weiter zu reichen, so die Analysten der National-Bank AG. Alles in allem habe das Beige Book also wenig Neues geboten. Für die meisten US-Notenbanker dürften die Informationen jedoch ausreichen, um einen weiteren Leitzinsschritt im Dezember zu befürworten.

Heute Morgen seien die Daten für das Q3-BIP von China veröffentlicht worden. Erwartungsgemäß seien die Schätzungen erfüllt worden. Etwas Anderes hätte man während des 19. Volkskongresses der Kommunistischen Partei Chinas auch kaum erwarten dürfen. Das Wirtschaftswachstum werde weiterhin erheblich von staatlicher Seite gestützt und beruhe auf einer erheblichen Fremdfinanzierung, die vielen internationalen Organisationen Sorgen bereite.

Die anhaltende politische Unsicherheit in einigen Regionen Europas werde den Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) tendenziell weiter stützen. Heute Morgen dürfte er kaum verändert in den Tag starten. Die Emissionen aus Spanien und Frankreich am Vormittag sollten am Vormittag für leichten Abgabedruck sorgen. Im Tagesverlauf sollte sich der Bund-Future zwischen 161,60 und 162,90 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte heute zwischen 2,27 und 2,40% schwanken. (19.10.2017/alc/a/a)





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