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Renten: Bereiten die US-Notenbanker die nächste(n) Leitzinserhöhung(en) weiter vor?
08.05.17 10:00
National-Bank AG
Essen (www.anleihencheck.de) - Ausnahmsweise stehen heute Morgen einmal nicht die Nachrichten von der US-Administration im Mittelpunkt des Interesses, sondern Informationen aus Europa, so die Analysten der National-Bank AG.
Emmanuel Macron werde der neue französische Präsident werden. Er habe sich klar gegen Marine Le Pen durchsetzen können. Allerdings sei die Wahlbeteiligung die niedrigste seit 1969 gewesen, und etwa 11,5% der Stimmen (ca. vier Millionen) seien ungültig gewesen. Dementsprechend dürfte Macron die Wahl nicht nur gewonnen haben, weil er ein überzeugendes Konzept anbiete, sondern weil die Wähler Marine Le Pen hätten verhindern wollen.
Nun liege es an dem künftigen Präsidenten, die Franzosen von seinen Vorhaben zu überzeugen, wobei die nächste Hürde am 11. bzw. 18. Juni mit den Parlamentswahlen warte. Ohne stabile Mehrheiten werde Macron Schwierigkeiten haben, seine Reformen in die Tat umzusetzen. Trotz der Freude über den Wahlausgang werde man die Konjunkturdaten nicht außer Acht lassen.
Der US-Arbeitsmarktbericht habe am Freitag auf den ersten Blick überzeugen können. Es seien mehr Arbeitsplätze geschaffen worden, als es erwartet worden sei. Selbst unter Berücksichtigung der Korrektur der Daten vom Vormonat sei noch ein beachtlicher Anstieg übrig geblieben. Trotz der mehr oder weniger Monat für Monat zunehmenden Beschäftigung gemessen an der Zahl der Arbeitsplätze, bewege sich die Partizipationsrate kaum. Und auch die Lohndynamik bleibe gering. Die durchschnittlichen Stundenlöhne seien im Monatsvergleich zwar um die geschätzten 0,3% gestiegen. Die Jahresrate liege jedoch nur bei 2,5%.
Obwohl in den USA immer wieder von einer Knappheit von Arbeitskräften gesprochen werde, siehe dazu bspw. das Beige Book, wirke sich das nicht auf die Lohnentwicklung aus. Es würden eben doch vor allem Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich geschaffen, in dem die Arbeitskraft aufgrund der Anforderungen an die Qualifikation austauschbar sei. Hier scheine es weiterhin kaum Arbeitskräftemangel zu geben. Nichtsdestotrotz sei eine Zunahme der Beschäftigung im Niedriglohnbereich positiv für die US-Wirtschaft, denn konsumnahe Schichten dürften den privaten Verbrauch und damit die entsprechende Komponente im BIP ankurbeln.
Eher durchwachsene Informationen seien heute Morgen über den chinesischen Außenhandel veröffentlicht worden. Die Importe seien angestiegen, was wahrscheinlich erneut auf erhebliche Rohstoffimporte zurückzuführen gewesen sei. Die Exporte hätten ebenfalls gesteigert werden können. Beide Zahlen seien jedoch hinter den Schätzungen zurückgeblieben.
Der heutige Tag sei von Datenarmut gekennzeichnet. Die deutschen Auftragseingänge für die Industrie dürften ganz ordentlich ausgefallen sein, sodass sie vermutlich gut in das laufende Quartal gestartet sei. Ansonsten werde es heute Vormittag vor allem darum gehen, die Ereignisse vom Wochenende zu verarbeiten. Auch der US-Arbeitsmarktbericht dürfte noch eine Rolle spielen, denn die FED-Vertreter dürften sich trotz der aufgezeigten Schwächen des Berichts in ihrer Einschätzung bestätigt fühlen, die Leitzinsschraube bald wieder anzuziehen. Es laufe also auf mindestens zwei zusätzliche Zinserhöhungen in den USA in diesem Jahr hinaus.
Der Wochenauftakt dürfte für den Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) wenig erfreulich ausfallen. Er dürfte mit leichten Kursverlusten in den Tag starten. Möglicherweise werde es zusätzliche Belastungen durch die zahlreichen, bereits angekündigten Emissionen in der laufenden Woche geben. Er sollte sich im Tagesverlauf zwischen 159,75 und 161,15 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,30 und 2,44% schwanken. (08.05.2017/alc/a/a)
Emmanuel Macron werde der neue französische Präsident werden. Er habe sich klar gegen Marine Le Pen durchsetzen können. Allerdings sei die Wahlbeteiligung die niedrigste seit 1969 gewesen, und etwa 11,5% der Stimmen (ca. vier Millionen) seien ungültig gewesen. Dementsprechend dürfte Macron die Wahl nicht nur gewonnen haben, weil er ein überzeugendes Konzept anbiete, sondern weil die Wähler Marine Le Pen hätten verhindern wollen.
Nun liege es an dem künftigen Präsidenten, die Franzosen von seinen Vorhaben zu überzeugen, wobei die nächste Hürde am 11. bzw. 18. Juni mit den Parlamentswahlen warte. Ohne stabile Mehrheiten werde Macron Schwierigkeiten haben, seine Reformen in die Tat umzusetzen. Trotz der Freude über den Wahlausgang werde man die Konjunkturdaten nicht außer Acht lassen.
Obwohl in den USA immer wieder von einer Knappheit von Arbeitskräften gesprochen werde, siehe dazu bspw. das Beige Book, wirke sich das nicht auf die Lohnentwicklung aus. Es würden eben doch vor allem Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich geschaffen, in dem die Arbeitskraft aufgrund der Anforderungen an die Qualifikation austauschbar sei. Hier scheine es weiterhin kaum Arbeitskräftemangel zu geben. Nichtsdestotrotz sei eine Zunahme der Beschäftigung im Niedriglohnbereich positiv für die US-Wirtschaft, denn konsumnahe Schichten dürften den privaten Verbrauch und damit die entsprechende Komponente im BIP ankurbeln.
Eher durchwachsene Informationen seien heute Morgen über den chinesischen Außenhandel veröffentlicht worden. Die Importe seien angestiegen, was wahrscheinlich erneut auf erhebliche Rohstoffimporte zurückzuführen gewesen sei. Die Exporte hätten ebenfalls gesteigert werden können. Beide Zahlen seien jedoch hinter den Schätzungen zurückgeblieben.
Der heutige Tag sei von Datenarmut gekennzeichnet. Die deutschen Auftragseingänge für die Industrie dürften ganz ordentlich ausgefallen sein, sodass sie vermutlich gut in das laufende Quartal gestartet sei. Ansonsten werde es heute Vormittag vor allem darum gehen, die Ereignisse vom Wochenende zu verarbeiten. Auch der US-Arbeitsmarktbericht dürfte noch eine Rolle spielen, denn die FED-Vertreter dürften sich trotz der aufgezeigten Schwächen des Berichts in ihrer Einschätzung bestätigt fühlen, die Leitzinsschraube bald wieder anzuziehen. Es laufe also auf mindestens zwei zusätzliche Zinserhöhungen in den USA in diesem Jahr hinaus.
Der Wochenauftakt dürfte für den Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) wenig erfreulich ausfallen. Er dürfte mit leichten Kursverlusten in den Tag starten. Möglicherweise werde es zusätzliche Belastungen durch die zahlreichen, bereits angekündigten Emissionen in der laufenden Woche geben. Er sollte sich im Tagesverlauf zwischen 159,75 und 161,15 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,30 und 2,44% schwanken. (08.05.2017/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,717 € | 125,3577 € | 0,3593 € | +0,29% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 131,95 € | 124,26 € | |


