Renten: Die Bank of England behält ihren aktuellen geldpolitischen Kurs bei


12.05.17 09:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Weder das Economic Bulletin noch die Tagung des MPC der Bank of England brachten nachhaltige Handelsimpulse, so die Analysten der National-Bank AG.

Die britische Notenbank habe ihre Prognosen für Inflation und Wachstum leicht angepasst. Allerdings habe es dann doch noch einige warnende Worte zum bevorstehenden Ausstieg aus der EU gegeben: Es würde teuer werden, und über einen Anstieg der Inflation werde die Hauptlast von den Einkommensbeziehern zu tragen sein. Das sei aber nichts Neues.

Die britischen Notenbanker würden, und das sei schon überraschend, von einem sanften Ausstieg UKs aus der EU, also ohne größere Verwerfungen, ausgehen. Das könnte sich als sehr optimistische Annahme erweisen, denn der Ton zwischen Vertretern der EU und der britischen Regierung sei alles andere als freundlich. Die BoE habe jedoch zugleich wenige Möglichkeiten, auf die Verhandlungsführung Einfluss zu nehmen. Daher sei es nachvollziehbar, die die Notenbanker trotz Anhebung der Inflationserwartungen keine Änderungen der Geldpolitik vornehmen würden, obwohl es zumindest einen Vertreter im MPC gebe, der sich für eine Anhebung der base rate stark gemacht habe.

Die Anpassungen der Wachstums-, Inflations-, und Arbeitsmarktprognosen durch die Europäische Kommission würden lediglich die Reaktion auf die vorlaufenden Indikatoren widerspiegeln. Danach werde das Wirtschaftswachstum auch in den kommenden Jahren auf einem für europäische Verhältnisse soliden Niveau bleiben. Für ein Herauswachsen aus den Schuldenbergen werde das jedoch nicht ausreichen, zumal das Wirtschaftswachstum ungleich im Euroraum verteilt sein werde, wenn die besonders wachstumsschwachen Länder nichts tun würden.

Einzig die US-Daten hätten gestern für Bewegung an den Kapitalmärkten gesorgt. Die Erzeugerpreise seien erheblich stärker angestiegen, als es geschätzt worden sei. Auf den Vorstufen scheine es in den USA inzwischen doch so etwas wie sanften Preisdruck zu geben. Der sei auf Verbraucherebene ja schon längst da. Heute würden sowohl die Kern- als auch die Gesamtrate der US-Konsumentenpreise erneut um oder über 2% auf Jahresbasis im letzten Monat zugelegt haben. Einfluss auf die Geldpolitik der FED werde das nur insoweit haben, als dass sich die Notenbanker daran bestätigt fühlen dürften, im Juni 25 BP auf die aktuelle FED Funds Zielzone drauf zu packen und weiter intensiv über den Abbau der Notenbankbilanz nachzudenken.

Die Einzelhandelsumsätze sollten im Monatsvergleich aufgrund des schwachen Vormonats zwar zugelegt haben. Allerdings sei das Konsumverhalten der US-Amerikaner inzwischen eine Art Wundertüte. In der Vergangenheit hätten sie bei der anhaltend guten Stimmung "eigentlich" immer sehr kräftig konsumiert. Das lasse sich zurzeit jedoch nicht sagen. Sie würden eher zurückhaltend wirken, was man z. B. an den schwachen Autoabsatzzahlen sowie den ungewöhnlich großen Lagerbeständen der Autohändler (trotz Rabatte) ablesen könne. Zudem würden sie das zusätzliche Eigenkapital, das sich aus den steigenden Immobilienpreisen ergebe, nicht in Konsum zu verwandeln scheinen. Die Konsumenten würden überraschend vorsichtig agieren.

In den letzten Tag der Woche dürfte der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) mit Kursgewinnen starten. Im Laufe des Tages würden vor allem die US-Daten den Ton angeben. Der Bund-Future sollte sich im Tagesverlauf zwischen 159,70 und 161,15 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,32 und 2,46% schwanken. (12.05.2017/alc/a/a)





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