Renten: Abschlusserklärung nach der FOMC-Tagung steht im Mittelpunkt des Interesses


26.07.17 09:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Entgegen der Entwicklung der Markit-Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe legte der ifo-Geschäftsklimaindikator gestern kräftig zu, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Die deutschen Unternehmen würden also sehr Zuversichtlich auf ihre geschäftliche Entwicklung schauen. Dazu dürften viele Faktoren beitragen: Die gute Binnennachfrage aus Deutschland, die Erholung der Wirtschaft im Euroraum und nichts zuletzt die Nachfrage aus dem außereuropäischen Raum. Es sehe also nach einem starken Wirtschaftswachstum in Deutschland in den kommenden Monaten aus.

Aus den USA habe es ebenfalls überraschende Neuigkeiten gegeben: Zum einen habe das Verbrauchervertrauen ermittelt vom Conference Board kräftig zugelegt. Die US-Konsumenten würden also weiterhin sehr optimistisch in die Zukunft schauen. Zum anderen habe die US-Regierung einen kleinen Sieg erreicht: Im Senat hätten 50 Senatoren für die Aufnahme der Diskussion über einen Ersatz bzw. die Abschaffung von Obamacare gestimmt. Bei Stimmengleichheit falle es dem US-amerikanischen Vizepräsidenten zu, die entscheidende Stimme abzugeben. Mit 51 Stimmen hätten sich die Republikaner auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen können. Offen bleibe jedoch, ob es nun tatsächlich eine Verständigung auf die Ablösung des aktuellen Gesundheitssystems in den USA geben werde, denn die Differenzen dazu seien unter den Abgeordneten nicht kleiner geworden.

ifo, US-Verbrauchervertrauen, das Abstimmungsergebnis im Senat und Gewinnmitnahmen hätten zu starken Kursverlusten an den Rentenmärkten geführt. Heute stünden zwar einige Stimmungsindikatoren aus Italien an. Ihre Bedeutung für die Entwicklung auf den Kapitalmärkten sei aber überschaubar. Zum einen würden sich die Investoren auf die Berichtssaison fokussieren. Schließlich schlage das Pendel mehr und mehr in Richtung positiver Überraschung aus.

Zum anderen stehe das Ergebnis der Tagung des FOMC im Mittelpunkt des Interesses. Ohne Pressekonferenz würden die Investoren sich mit der Presseerklärung intensiv beschäftigen. Zwei Aspekte seien von besonderer Bedeutung. Die Beurteilung der Preisentwicklung und Hinweise auf den Beginn des Bilanzabbaus. Aus den Aussagen einiger US-Notenbanker sei deutlich geworden, dass sie sich wieder Sorgen über die Preisdynamik machen würden. In den beiden Anhörungen vor dem Kongress habe die Notenbankchefin betont, die geringe Preisdynamik sei ein temporärer Faktor. Es sei also von Interesse, ob das immer noch so von einer Mehrheit der FED-Vertreter so gesehen werde oder ob sich allmählich Zweifel einschleichen würden. Das hätte dann vermutlich Auswirkungen auf den künftigen Leitzinspfad. Erkenntnisse zu dem Starttermin für den Abbau der Bilanz wären ebenfalls hilfreich, um den Investoren zu signalisieren, wann sie sich auf zusätzliches Material einstellen dürften.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sollte kaum verändert in den Tag starten. Die Investoren würden auf die Erklärung der FED nach der Tagung des FOMC warten, bevor sie sich weiter positionieren würden. Nach den Verlusten sei der Bund-Future allerdings angeschlagen. Gegen Abend dürfte die Auktion der 5-jährigen T-Notes für zusätzlichen Druck auf die Notierungen sorgen. Im Tagesverlauf sollte sich der Bund-Future zwischen 161,05 und 162,30 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,25% und 2,38% schwanken. (26.07.2017/alc/a/a)





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