Renten: Der Abgabedruck hielt am Freitag an


03.07.17 08:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die Kurserholung an den Rentenmärkten hielt am Freitag nicht lange an, so die Analysten der National-Bank AG.

Die europäischen Konsumentenpreise seien zwar nur um 1,3% angestiegen, und damit einmal mehr weit hinter der 2%-Marke zurückgeblieben. Doch zahlreiche Aussagen von europäischen Notenbankern hätten deutlich gemacht, dass auf eine Änderung der Geldpolitik hierzulande gedrängt werde. Neu sei das nicht, denn bislang habe es als Konsens gegolten, dass die EZB spätestens nach der Bundestagswahl eine Änderung der Geldpolitik in Richtung der Reduzierung des QE-Programms auf null im kommenden Jahr bekannt geben werde. Daher sei die Aufregung der Marktteilnehmer zu diesem Thema nicht ganz nachzuvollziehen.

Daneben seien zahlreiche US-Daten am Freitag veröffentlicht worden. Mit Ausgaben hätten sich die US-Amerikaner zurückgehalten, obwohl ihre Einkommen im Monatsvergleich ganz ordentlich zugelegt hätten. Der PCE-Deflator sei vergleichsweise schwach ausgefallen. Von einer Beschleunigung der Teuerung sei in diesen Daten nichts zu erkennen. Allerdings würden die Aussagen der US-Notenbankchefin noch nachwirken. Sie gehe wie einige ihrer Mitstreiter davon aus, dass es sich bei den schwächeren Preisdaten nur um einen temporären Zustand handele, der zwar noch einige Zeit anhalten könne.

Im weiteren Verlauf des Jahres solle sich der Preisauftrieb jedoch wieder beschleunigen. Daher würden die Investoren weiterhin davon ausgehen, dass die FED an ihrem eingeschlagenen geldpolitischen Kurs festhalte, sodass es im Laufe des Jahres zu mindestens einem weiteren Zinsschritt kommen und mit der Reduzierung der Notenbankbilanz begonnen werde. Der Chicagoer PMI habe kräftig zulegen können, was nun Erwartungen im Hinblick auf den ISM für das Verarbeitende Gewerbe wecke, der heute veröffentlicht werde.

Von den endgültigen Werten der Markit Einkaufsmanagerindices für verschiedene Länder des Euroraums seien keine Überraschungen zu erwarten. Die Wirtschaft im Euroraum befinde sich auf Wachstumskurs. Erste positive Nachrichten seien bereits am frühen Morgen veröffentlicht worden: Der Caixin Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in China habe überraschend auf mehr als 50 Punkte zulegen können. Die chinesische Wirtschaft scheine dementsprechend wieder zu expandieren. Das jüngste Anspringen einiger Rohstoffpreise sowie der Baltic Freight Indices für verschiedene Typen an Massengutfrachtern würden ebenfalls für ein Anspringen der Nachfrage aus China sprechen.

Die Vorzeichen für die Rentenmärkte seien insgesamt also wenig erfreulich. Dazu komme der Feiertag in den USA morgen. Dementsprechend dürfte die Aktivität der Investoren zum Auftakt des zweiten Halbjahres gering ausfallen. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte zu Handelsbeginn erneut unter Druck stehen und den Handel dementsprechend schwach beginnen. Im weiteren Tagesverlauf sei zurzeit keine Besserung abzusehen. Er dürfte sich zwischen 161,10 und 162,80 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,26 und 2,39% schwanken. (03.07.2017/alc/a/a)






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