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Renten: Der Abbau der FED-Bilanz rückt neben der Erhöhung der Leitzinsen bei den US-Notenbankern in den Fokus
22.03.17 09:00
National-Bank AG
Essen (www.anleihencheck.de) - Ein paar Erkenntnisse haben die zahlreichen Aussagen der US-Notenbankvertreter am gestrigen Tag und heute Morgen dann doch gebracht, so die Analysten der National-Bank AG.
Obwohl sie sich nicht vollkommen einig hinsichtlich des weiteren Leitzinspfades seien, immerhin habe es auf der letzten FOMC-Tagung eine Gegenstimme zur Zinserhöhung gegeben, würden sich bislang alle FED-Vertreter für das Angehen des Abbaus der FED-Bilanz stark machen. Unisono möchten sie einen Maßnahmen- und Zeitplan erarbeiten, wie der Bilanzabbau von statten gehen solle. Bei dieser großen Einigkeit dürfe durchaus mit ersten Aussagen zu dieser Thematik in der Erklärung nach dem nächsten FOMC-Treffen gerechnet werden. Wahrscheinlich werde in einem ersten Schritt die Reinvestition von Zins- und Tilgungszahlungen eingestellt. Sollte es nur bei dieser Maßnahme bleiben, so würde der Bilanzabbau sehr lange dauern.
Ein weiterer Schritt, nämlich Anleihen aus dem Bestand via Offenmarktgeschäfte wieder an die Investoren zurückzugeben, sei dagegen viel heikler. Das dürfte sehr wohl Auswirkungen auf das Renditegefüge haben, selbst wenn es die FED so marktschonend wie möglich durchführen würde. Unter der Annahme, dass sich zumindest Teile der fiskalischen Versprechen des US-Präsidenten in die Tat umsetzen lassen würden und dass nicht alles anderweitig gegenfinanziert werde, sodass die USA zusätzlichen Kreditbedarf hätten, könnte sich der Bilanzabbau zusammen mit einem höheren Finanzierungsbedarf als renditetreibend entpuppen.
Außerdem würden die US-Notenbanker an ihrem Plan festhalten, die Leitzinsen zu erhöhen. Drei Leitzinserhöhungen dürften ohne zusätzliche, die Nachfrage ankurbelnde fiskalische Maßnahmen im laufenden Jahr gesetzt sein. Daran dürfte selbst ein schwaches erstes Quartal, wie es von einigen lokalen FED-Niederlassungen prognostiziert werde, nichts ändern. Die sehr gute Situation am Arbeitsmarkt dürfte tendenziell inflationstreibend wirken, auch wenn die Entwicklung der Energiepreise derzeit Entlastung bringe. Gestern habe das in den USA jedoch keine Rolle gespielt, denn erstmals seit langer Zeit habe es höhere Tagesverluste an den US-Aktienmärkten gegeben, was vermutlich der stützende Faktor für die Bondmärkte gewesen sei. Bei den Bunds sei davon nicht viel angekommen.
Hierzulande dürfte es eher die Erleichterung sein, dass die aktuellen Umfragen zur französischen Präsidentschaftswahl den pro-europäischen Kandidaten vorn sehen würden. UK-Referendum und US-Präsidentschaftswahl sollten aber Warnung genug sein: Umfragen seien nur Umfragen. Und das Ergebnis der Wahl in den Niederlanden sei alles andere als Anlass, sich zurückzulehnen. Schließlich habe die stärkste Kraft im Vergleich von vor fünf Jahren kräftig Federn lassen müssen.
Zudem werde anlässlich der 60 Jahrfeier der Römischen Verträge deutlich, wie fragil das europäische Gebilde sei: Presseberichten zu Folge wolle die griechische Regierung die Abschlusserklärung nur mit zusätzlichen Änderungen gegenzeichnen und hätte deutlich gemacht, dass diese Änderungswünsche im Zusammenhang mit den aktuellen Verhandlungen und den Forderungen des IWF ständen. Nur ohne IWF-Beteiligung werde es wohl kaum neues Geld für Griechenland geben.
Konjunkturdatenseitig seien allenfalls die Leistungsbilanzdaten aus dem Euroraum sowie die Zahl verkauften US-Bestandsimmobilien von Interesse. Marktbewegenden Einfluss würden die Daten jedoch nicht haben. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte von der Risikoaversion der Investoren profitieren, sodass auch die Aufstockung der 2027er Bund vergleichsweise problemlos verlaufen sollte. Er dürfte sich im Tagesverlauf zwischen 159,10 und 160,50 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,35 und 2,50% schwanken. (22.03.2017/alc/a/a)
Obwohl sie sich nicht vollkommen einig hinsichtlich des weiteren Leitzinspfades seien, immerhin habe es auf der letzten FOMC-Tagung eine Gegenstimme zur Zinserhöhung gegeben, würden sich bislang alle FED-Vertreter für das Angehen des Abbaus der FED-Bilanz stark machen. Unisono möchten sie einen Maßnahmen- und Zeitplan erarbeiten, wie der Bilanzabbau von statten gehen solle. Bei dieser großen Einigkeit dürfe durchaus mit ersten Aussagen zu dieser Thematik in der Erklärung nach dem nächsten FOMC-Treffen gerechnet werden. Wahrscheinlich werde in einem ersten Schritt die Reinvestition von Zins- und Tilgungszahlungen eingestellt. Sollte es nur bei dieser Maßnahme bleiben, so würde der Bilanzabbau sehr lange dauern.
Ein weiterer Schritt, nämlich Anleihen aus dem Bestand via Offenmarktgeschäfte wieder an die Investoren zurückzugeben, sei dagegen viel heikler. Das dürfte sehr wohl Auswirkungen auf das Renditegefüge haben, selbst wenn es die FED so marktschonend wie möglich durchführen würde. Unter der Annahme, dass sich zumindest Teile der fiskalischen Versprechen des US-Präsidenten in die Tat umsetzen lassen würden und dass nicht alles anderweitig gegenfinanziert werde, sodass die USA zusätzlichen Kreditbedarf hätten, könnte sich der Bilanzabbau zusammen mit einem höheren Finanzierungsbedarf als renditetreibend entpuppen.
Hierzulande dürfte es eher die Erleichterung sein, dass die aktuellen Umfragen zur französischen Präsidentschaftswahl den pro-europäischen Kandidaten vorn sehen würden. UK-Referendum und US-Präsidentschaftswahl sollten aber Warnung genug sein: Umfragen seien nur Umfragen. Und das Ergebnis der Wahl in den Niederlanden sei alles andere als Anlass, sich zurückzulehnen. Schließlich habe die stärkste Kraft im Vergleich von vor fünf Jahren kräftig Federn lassen müssen.
Zudem werde anlässlich der 60 Jahrfeier der Römischen Verträge deutlich, wie fragil das europäische Gebilde sei: Presseberichten zu Folge wolle die griechische Regierung die Abschlusserklärung nur mit zusätzlichen Änderungen gegenzeichnen und hätte deutlich gemacht, dass diese Änderungswünsche im Zusammenhang mit den aktuellen Verhandlungen und den Forderungen des IWF ständen. Nur ohne IWF-Beteiligung werde es wohl kaum neues Geld für Griechenland geben.
Konjunkturdatenseitig seien allenfalls die Leistungsbilanzdaten aus dem Euroraum sowie die Zahl verkauften US-Bestandsimmobilien von Interesse. Marktbewegenden Einfluss würden die Daten jedoch nicht haben. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte von der Risikoaversion der Investoren profitieren, sodass auch die Aufstockung der 2027er Bund vergleichsweise problemlos verlaufen sollte. Er dürfte sich im Tagesverlauf zwischen 159,10 und 160,50 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,35 und 2,50% schwanken. (22.03.2017/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,3145 € | 125,717 € | -0,4025 € | -0,32% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 131,95 € | 124,26 € | |


