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Renminbi-Anleihen mit Kapitalgarantie und Hebel
06.10.11 16:54
ZertifikateAnleger
Kiel (anleihencheck.de) - Vier Jahre Laufzeit hat eine Währungsanleihe von Morgan Stanley, mit der Investoren gehebelt auf eine Aufwertung des Renminbi gegenüber dem US-Dollar spekulieren, so die Experten vom "ZertifikateAnleger".
Der Wechselkurs sei allerdings weiterhin unter staatlicher Kontrolle. Die chinesische Staatsbank PeopIes Bank of China (PBOC) mache es kurz. Ihre Geldpolitik erläutere sie auf ihrer Internetseite lediglich mit einem einzigen Satz. "Das Ziel der Geldpolitik ist es, den Wert der Währung stabil zu halten und damit das ökonomische Wachstum zu fördern." Punkt und Schluss.
Schon seit Jahren würden Politiker und Ökonomen aus aller Welt die Regierung in Peking dazu drängen, die Kontrolle über die Staatswährung Renminbi zu lockern und den Wechselkurs frei konvertibel zu machen. Sie würden den Renminbi für stark unterbewertet halten, was Unternehmen in dem aufstrebenden Land die Exporte vereinfache. Doch bislang trotze China allzu forschen Forderungen und lasse lediglich schrittweise Änderungen zu.
Im Ausland werde der Renminbi oft nach seiner größten Einheit Yuan genannt. Lange Zeit sei die "Volkswährung", was der Name Renminbi übersetzt bedeute, mit einer Bandbreite von 0,5 Prozent an den US-Dollar gekoppelt gewesen. Die PBOC lege den Richtwert für den Umtausch fest, von dem Banken beim Umtausch nur in der erlaubten Bandbreite abweichen dürften. Schrittweise habe die Staatsbank den Renminbi in den vergangenen Jahren bereits aufgewertet. Seit Juni 2010 sei die Währung außerdem laut Auswärtigem Amt nicht mehr nur an den US-Dollar, sondern an einen nicht veröffentlichten Währungskorb gebunden.
Mit gezielten Interventionen am Devisenmarkt habe die Nationalbank für ein Einhalten des Wechselkurses gesorgt. Mit ihren Dollarkäufen habe die chinesische Regierung so große Teile der Staatsverschuldung der USA gedeckt. Die Schwäche der US-Wirtschaft und die Haushaltskrise würden Peking jedoch um den Wert seiner US-Anleihen bangen lassen.
Das sei nur ein Grund, warum der Renminbi mehr und mehr den US-Dollar ersetzen könnte. Die Chinesen würden ihre Währung für immer mehr Handelspartner öffnen und Waren international immer öfter in Renminbi bezahlen lassen. Meldungen, chinesische Landeswährung solle bis 2015 frei handelbar werden, habe die chinesische Notenbank nach Medienberichten dementiert. Es gäbe keinen konkreten Zeitplan.
Der US-Ökonom Martin Feldstein habe in der Wirtschaftswoche dargelegt, warum China die Aufwertung seiner Währung weiter vorantreiben werde. Zum einen hätten sich dadurch die Risiken im chinesischen Vermögensportfolio verringert. Zum anderen dämme die Notenbank mit einer Aufwertung die Binneninflation. Auch andere Beobachter würden darauf hinweisen, dass die Verbraucherpreise in China im vergangenen Jahr um rund 6,5 Prozent gestiegen seien. Peking müsse die notwendige Balance zwischen Haushalts-, Zins- und Währungspolitik finden. Weitere Aufwertungen könnten hierbei das wirksamste Instrumentarium sein. Andererseits würden chinesische Ökonomen davor warnen, dass eine zu starke Aufwertung in zu kurzer Zeit gravierende negative Folgen für chinesische Unternehmen haben könnte.
Privatanlegern, die auf eine Aufwertung des Renminbi gegenüber dem US-Dollar setzen wollten, biete Morgan Stanley noch bis zum 14. Oktober die "China Renminbi Performance Anleihe" zur Zeichnung an. Das Produkt habe eine Laufzeit von vier Jahren. An einer potenziellen positiven Entwicklung der chinesischen Währung würden Anleger gehebelt beteiligt, die Partizipation betrage 125 Prozent. Klinge nach einer Casino-Wette mit unkalkulierbarem Risiko? Die Anleihe sei kapitalgeschützt, die Bank garantiere die Rückzahlung mindestens zum Nennwert.
Unbedingt im Blick haben sollten Interessierte den Ausgabeaufschlag von bis zu zwei Prozent des Nennbetrages und die Vertriebsvergütung, die mit 1,5 Prozent zu Buche schlage. Außerdem lohne ein Blick auf die Angebote der Konkurrenz: Erst vor wenigen Wochen habe die Royal Bank of Scotland (ISIN GB0007547838 / WKN 865142) eine ähnliche Anleihe mit höherem Partizipationsfaktor emittiert.
Die Spekulation auf den Renminbi habe stärker als bei anderen Währungen eine politische Dimension. Beiden Anleihen sei gemein, dass die Rechnung nicht aufgehe, sollte Peking in Punkto Aufwertung härter bleiben als erhofft. Verzinst würden beide Anleihen nicht, und die Kapitalgarantien würden lediglich bei Fälligkeit gelten. Während der Laufzeit könnten die Produkte unter dem Nennwert gehandelt werden, bei einem vorzeitigen Verkauf seien also Verluste möglich. Zudem gelte die Rückzahlung vorbehaltlich der Zahlungsfähigkeit der jeweiligen Bank. (Ausgabe 20/2011) (06.10.2011/alc/a/a)
Der Wechselkurs sei allerdings weiterhin unter staatlicher Kontrolle. Die chinesische Staatsbank PeopIes Bank of China (PBOC) mache es kurz. Ihre Geldpolitik erläutere sie auf ihrer Internetseite lediglich mit einem einzigen Satz. "Das Ziel der Geldpolitik ist es, den Wert der Währung stabil zu halten und damit das ökonomische Wachstum zu fördern." Punkt und Schluss.
Schon seit Jahren würden Politiker und Ökonomen aus aller Welt die Regierung in Peking dazu drängen, die Kontrolle über die Staatswährung Renminbi zu lockern und den Wechselkurs frei konvertibel zu machen. Sie würden den Renminbi für stark unterbewertet halten, was Unternehmen in dem aufstrebenden Land die Exporte vereinfache. Doch bislang trotze China allzu forschen Forderungen und lasse lediglich schrittweise Änderungen zu.
Im Ausland werde der Renminbi oft nach seiner größten Einheit Yuan genannt. Lange Zeit sei die "Volkswährung", was der Name Renminbi übersetzt bedeute, mit einer Bandbreite von 0,5 Prozent an den US-Dollar gekoppelt gewesen. Die PBOC lege den Richtwert für den Umtausch fest, von dem Banken beim Umtausch nur in der erlaubten Bandbreite abweichen dürften. Schrittweise habe die Staatsbank den Renminbi in den vergangenen Jahren bereits aufgewertet. Seit Juni 2010 sei die Währung außerdem laut Auswärtigem Amt nicht mehr nur an den US-Dollar, sondern an einen nicht veröffentlichten Währungskorb gebunden.
Das sei nur ein Grund, warum der Renminbi mehr und mehr den US-Dollar ersetzen könnte. Die Chinesen würden ihre Währung für immer mehr Handelspartner öffnen und Waren international immer öfter in Renminbi bezahlen lassen. Meldungen, chinesische Landeswährung solle bis 2015 frei handelbar werden, habe die chinesische Notenbank nach Medienberichten dementiert. Es gäbe keinen konkreten Zeitplan.
Der US-Ökonom Martin Feldstein habe in der Wirtschaftswoche dargelegt, warum China die Aufwertung seiner Währung weiter vorantreiben werde. Zum einen hätten sich dadurch die Risiken im chinesischen Vermögensportfolio verringert. Zum anderen dämme die Notenbank mit einer Aufwertung die Binneninflation. Auch andere Beobachter würden darauf hinweisen, dass die Verbraucherpreise in China im vergangenen Jahr um rund 6,5 Prozent gestiegen seien. Peking müsse die notwendige Balance zwischen Haushalts-, Zins- und Währungspolitik finden. Weitere Aufwertungen könnten hierbei das wirksamste Instrumentarium sein. Andererseits würden chinesische Ökonomen davor warnen, dass eine zu starke Aufwertung in zu kurzer Zeit gravierende negative Folgen für chinesische Unternehmen haben könnte.
Privatanlegern, die auf eine Aufwertung des Renminbi gegenüber dem US-Dollar setzen wollten, biete Morgan Stanley noch bis zum 14. Oktober die "China Renminbi Performance Anleihe" zur Zeichnung an. Das Produkt habe eine Laufzeit von vier Jahren. An einer potenziellen positiven Entwicklung der chinesischen Währung würden Anleger gehebelt beteiligt, die Partizipation betrage 125 Prozent. Klinge nach einer Casino-Wette mit unkalkulierbarem Risiko? Die Anleihe sei kapitalgeschützt, die Bank garantiere die Rückzahlung mindestens zum Nennwert.
Unbedingt im Blick haben sollten Interessierte den Ausgabeaufschlag von bis zu zwei Prozent des Nennbetrages und die Vertriebsvergütung, die mit 1,5 Prozent zu Buche schlage. Außerdem lohne ein Blick auf die Angebote der Konkurrenz: Erst vor wenigen Wochen habe die Royal Bank of Scotland (ISIN GB0007547838 / WKN 865142) eine ähnliche Anleihe mit höherem Partizipationsfaktor emittiert.
Die Spekulation auf den Renminbi habe stärker als bei anderen Währungen eine politische Dimension. Beiden Anleihen sei gemein, dass die Rechnung nicht aufgehe, sollte Peking in Punkto Aufwertung härter bleiben als erhofft. Verzinst würden beide Anleihen nicht, und die Kapitalgarantien würden lediglich bei Fälligkeit gelten. Während der Laufzeit könnten die Produkte unter dem Nennwert gehandelt werden, bei einem vorzeitigen Verkauf seien also Verluste möglich. Zudem gelte die Rückzahlung vorbehaltlich der Zahlungsfähigkeit der jeweiligen Bank. (Ausgabe 20/2011) (06.10.2011/alc/a/a)
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