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Renditen von Bundesanleihen auf neuem Rekordtief


12.06.19 11:00
Alte Leipziger Trust

Oberursel (www.anleihencheck.de) - Sorgen über die Folgen des Zollstreits der USA mit anderen Staaten haben die Anleger bis in die erste Juni-Woche weiter vorsichtig taktieren lassen, so die Experten der Alte Leipziger Trust.

Gefragt seien die sicheren Häfen, wie Bundesanleihen gewesen, die Kursgewinne hätten verbuchen können. Die 10-jährige Bundrendite habe mit -0,22% dabei ein neues Rekordtief markiert. Damit sei der Abstand zu den Geldmarktzinsen noch einmal zusammengeschrumpft, was tendenziell ein negatives Konjunktursignal darstelle.

Hohe Nachfrage habe auch nach US-Staatspapieren geherrscht. Besonders ausgeprägt sei diese am kurzen Ende der Zinskurve gewesen. Die 2-jährigen US-Treasuries hätten mit 23 Basispunkten den stärksten Renditerückgang innerhalb von zwei Tagen seit Beginn der Finanzmarktkrise im Jahr 2008 erreicht.

Dahinter stehe die Einschätzung der Marktakteure, dass die amerikanische Notenbank FED in naher Zukunft mit Zinssenkungen auf das sich immer mehr eintrübende Konjunkturumfeld reagieren müsse. Hinzu komme, dass sich inzwischen die Zinsstrukturkurve in den USA invertiert habe. Eine invertierte Zinskurve - die kurzfristigen Zinsen seien höher als die langfristigen - gelte im Allgemeinen als verlässliches Signal für eine sich ankündigende Rezession in der Wirtschaft. Anleger würden sich also darauf einstellen, dass die FED auf längere Sicht die Zinsen senken müsse, um der Wirtschaft wieder auf die Beine zu helfen. Deshalb würden die langfristigen Zinsen unter die kurzfristigen sinken. (Ausgabe Juni 2019) (12.06.2019/alc/a/a)