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Renditeanstieg bei Bunds und Treasuries
05.06.13 16:23
Alte Leipziger Trust
Oberursel (www.anleihencheck.de) - In den letzten Jahren herrschten rosige Zeiten an den Rentenmärkten der wichtigsten Industrieländer, so die Experten der Alte Leipziger Trust.
Die Renditen der Staatsanleihen hätten bis auf kürzere Gegenbewegungen tendenziell lediglich einen Weg, den nach unten gekannt. So hätten neben laufenden Kurserträgen zusätzliche, regelmäßige Kursgewinne erzielt werden können. Seit Anfang Mai dieses Jahres lasse diese Gleichförmigkeit und vor kurzem noch zu beobachtende Euphorie aber spürbar nach. Seitdem würden zehnjährige US-Treasuries zwischenzeitlich fast 60 Basispunkte höher rentieren, nachdem die Aussicht auf ein Ende der Käufe der US-Notenbank einige Marktteilnehmer verunsichert und zu Verkäufen motiviert habe.
Auch in Europa habe sich die Stimmung geändert, obwohl die EZB die Leitzinsen erneut zurückgenommen habe. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen hätten sich um bis zu 40 Basispunkte erhöht. Sogar in Japan würden die Renditen ungeachtet massiver Anleihekäufe seitens der Bank of Japan klettern. Das konjunkturelle Umfeld bleibe gemischt. Deshalb würden die Notenbanken noch nicht richtig auf die Bremse treten, was die Kursrisiken für Renten eingrenze. Angesichts der im historischen Vergleich jedoch immer noch ambitioniert hohen Kursniveaus dürften sich die Perspektiven für Staatsanleihen aus den USA und Deutschland eher abschwächen.
Im Mai sei die Rendite 10-jähriger US-Bonds von 1,67% auf 2,13% angestiegen. Die Zinskurve habe sich deutlich versteilert, ein Rücksetzer der Rendite 10-jähriger US-Bonds sei wahrscheinlich. Die Laufzeit-Pendants deutscher Staatsanleihen seien von 1,29% auf 1,51% gesprungen. Im Juni sollte die Aufwärtsbewegung an Schwung verlieren. Der Widerstand bei 1,60% dürfte Bestand haben.
Aus den USA habe es im Mai wieder überwiegend positive Nachrichten zur konjunkturellen Entwicklung gegeben. Für den April sei ein Beschäftigungsaufbau von 165.000 Stellen gemeldet worden, zusätzlich sei der Stellenzuwachs für den Vormonat deutlich nach oben revidiert worden. Die zunehmende Beschäftigung, kombiniert mit steigenden Vermögenswerten, erhöhe den Optimismus der US-Verbraucher. Das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan habe im abgelaufenen Monat den höchsten Stand seit 2007 erreicht. Die Einzelhandelsumsätze könnten sich trotz der höheren Steuerbelastung weiterhin solide entwickeln, im April habe sich ein Zuwachs um 0,1% ergeben.
Auch das Transaktionsvolumen am Immobilienmarkt habe sich im letzten Monat erneut erhöht. Dadurch setze sich auch der Preisauftrieb bei Immobilien fort. Die Daten zur Verbraucherpreisentwicklung würden auf Jahressicht einen Preisanstieg von 1,1% anzeigen.
In Deutschland habe das Wirtschaftswachstum im 1. Quartal 2013 lediglich bei 0,1% gelegen, und damit unter den Erwartungen. Die gestiegene Kauflaune der Verbraucher habe einen erneuten Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) verhindert. Die Investitionen würden sich weiter schwach entwickeln. Das ifo-Geschäftsklima signalisiere jedoch eine konjunkturelle Belebung. Verglichen mit den meisten Mitgliedern der Eurozone stehe Deutschland, trotz der nur mäßigen Konjunkturaussichten, vergleichsweise sehr gut da.
Das BIP der Eurozone sei im 1. Quartal erneut geschrumpft. Damit befinde sich die Eurozone mittlerweile seit sechs Quartalen in einer Rezession. Den stärksten Rückgang des BIP hätten Italien und Spanien, mit jeweils minus 0,5%, zu verzeichnen gehabt. Eine Rückkehr zu einem soliden Wirtschaftswachstum sei nach wie vor für die Eurozone nicht absehbar. Die Einkaufsmanagerindices seien zuletzt zwar leicht gestiegen, würden aber noch weiter unter der Wachstumsschwelle notieren.
Die EZB habe Anfang Mai auf die schwachen Wirtschaftsdaten aus der Eurozone reagiert und den Leitzins auf 0,5% gesenkt. Die Kreditversorgung der Unternehmen in den schwächeren Euro-Mitgliedsstaaten könne durch den Leitzins aber kaum noch beeinflusst werden. Zusammen mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) arbeite die EZB derzeit an Konzepten, die die Kreditversorgung in den Krisenländern verbessern sollten. Und auch der deutsche Finanzminister Schäuble sorge sich um die Kreditversorgung in den schwächeren Eurostaaten. Mit seinem spanischen Amtskollegen habe er eine Zusammenarbeit bei der Kreditversorgung von spanischen Unternehmen vereinbart. Die Inflation in der Eurozone liege aktuell nur noch bei 1,2% und damit deutlich unter der Zielmarke der EZB. (Ausgabe Juni 2013) (05.06.2013/alc/a/a)
Die Renditen der Staatsanleihen hätten bis auf kürzere Gegenbewegungen tendenziell lediglich einen Weg, den nach unten gekannt. So hätten neben laufenden Kurserträgen zusätzliche, regelmäßige Kursgewinne erzielt werden können. Seit Anfang Mai dieses Jahres lasse diese Gleichförmigkeit und vor kurzem noch zu beobachtende Euphorie aber spürbar nach. Seitdem würden zehnjährige US-Treasuries zwischenzeitlich fast 60 Basispunkte höher rentieren, nachdem die Aussicht auf ein Ende der Käufe der US-Notenbank einige Marktteilnehmer verunsichert und zu Verkäufen motiviert habe.
Auch in Europa habe sich die Stimmung geändert, obwohl die EZB die Leitzinsen erneut zurückgenommen habe. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen hätten sich um bis zu 40 Basispunkte erhöht. Sogar in Japan würden die Renditen ungeachtet massiver Anleihekäufe seitens der Bank of Japan klettern. Das konjunkturelle Umfeld bleibe gemischt. Deshalb würden die Notenbanken noch nicht richtig auf die Bremse treten, was die Kursrisiken für Renten eingrenze. Angesichts der im historischen Vergleich jedoch immer noch ambitioniert hohen Kursniveaus dürften sich die Perspektiven für Staatsanleihen aus den USA und Deutschland eher abschwächen.
Im Mai sei die Rendite 10-jähriger US-Bonds von 1,67% auf 2,13% angestiegen. Die Zinskurve habe sich deutlich versteilert, ein Rücksetzer der Rendite 10-jähriger US-Bonds sei wahrscheinlich. Die Laufzeit-Pendants deutscher Staatsanleihen seien von 1,29% auf 1,51% gesprungen. Im Juni sollte die Aufwärtsbewegung an Schwung verlieren. Der Widerstand bei 1,60% dürfte Bestand haben.
Auch das Transaktionsvolumen am Immobilienmarkt habe sich im letzten Monat erneut erhöht. Dadurch setze sich auch der Preisauftrieb bei Immobilien fort. Die Daten zur Verbraucherpreisentwicklung würden auf Jahressicht einen Preisanstieg von 1,1% anzeigen.
In Deutschland habe das Wirtschaftswachstum im 1. Quartal 2013 lediglich bei 0,1% gelegen, und damit unter den Erwartungen. Die gestiegene Kauflaune der Verbraucher habe einen erneuten Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) verhindert. Die Investitionen würden sich weiter schwach entwickeln. Das ifo-Geschäftsklima signalisiere jedoch eine konjunkturelle Belebung. Verglichen mit den meisten Mitgliedern der Eurozone stehe Deutschland, trotz der nur mäßigen Konjunkturaussichten, vergleichsweise sehr gut da.
Das BIP der Eurozone sei im 1. Quartal erneut geschrumpft. Damit befinde sich die Eurozone mittlerweile seit sechs Quartalen in einer Rezession. Den stärksten Rückgang des BIP hätten Italien und Spanien, mit jeweils minus 0,5%, zu verzeichnen gehabt. Eine Rückkehr zu einem soliden Wirtschaftswachstum sei nach wie vor für die Eurozone nicht absehbar. Die Einkaufsmanagerindices seien zuletzt zwar leicht gestiegen, würden aber noch weiter unter der Wachstumsschwelle notieren.
Die EZB habe Anfang Mai auf die schwachen Wirtschaftsdaten aus der Eurozone reagiert und den Leitzins auf 0,5% gesenkt. Die Kreditversorgung der Unternehmen in den schwächeren Euro-Mitgliedsstaaten könne durch den Leitzins aber kaum noch beeinflusst werden. Zusammen mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) arbeite die EZB derzeit an Konzepten, die die Kreditversorgung in den Krisenländern verbessern sollten. Und auch der deutsche Finanzminister Schäuble sorge sich um die Kreditversorgung in den schwächeren Eurostaaten. Mit seinem spanischen Amtskollegen habe er eine Zusammenarbeit bei der Kreditversorgung von spanischen Unternehmen vereinbart. Die Inflation in der Eurozone liege aktuell nur noch bei 1,2% und damit deutlich unter der Zielmarke der EZB. (Ausgabe Juni 2013) (05.06.2013/alc/a/a)


