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Rares Bild an Rentenmärkten: Anziehende Renditen bei weltweit expansiver Geldpolitik
04.11.16 12:50
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika - dieses Szenario ist nicht (mehr) ausgeschlossen, so die Analysten der Weberbank.
In den letzten Wochen sei der republikanische Präsidentschaftskandidat zwar deutlich ins Hintertreffen geraten und deswegen schon fast abgeschrieben worden, aber nun würden seine Umfragewerte überraschend wieder ansteigen. Unterstützend wirke dabei unter anderem die neu aufgeflackerte "E-Mail-Affäre", die Hillary Clinton, die Kandidatin der demokratischen Partei, in der Gunst der Wähler schwäche.
Die Finanzmärkte würden auf solche Nachrichten kurz vor der Wahl zunehmend nervös reagieren. Gut ablesbar sei diese Nervosität zum Beispiel am Mexikanischen Peso, der infolge besserer Umfragewerte für Donald Trump deutlich abgewertet habe. Auch wenn das auf die Spezifika der Beziehungen zwischen den USA und Mexikos zurückgeführt werden könne, so zeige es, dass die Marktteilnehmer eine stabile Wirtschaftspolitik eher unter der Führung der demokratischen Kandidatin erwarten würden. Für Hillary Clinton spreche derzeit noch ein leichter Vorsprung bei den Umfragen und dass vor den neuerlichen Veröffentlichungen rund um ihre E-Mails ein wichtiger Anteil der Stimmberechtigten ihren Wahlzettel bereits abgegeben habe. Auf der anderen Seite spreche die Dynamik, mit der die neuen Umfrageergebnisse für Trump ansteigen würden, für den Republikaner. Es bleibe also unerwarteter Weise spannend bis zum Wahltag am 8. November.
Dem amerikanischen Aktienmarkt sollte ein Sieg der demokratischen Kandidatin neuen Schwung geben, indem das unsicherheitsbehaftete "Trump-Szenario" wieder ausgepreist werde. Für den leidgeprüften Aktienanleger wäre das ein willkommener Lichtblick. Zumal die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den USA stimmen würden.
Aber auch im etwas weniger wahrscheinlichen Fall eines Sieges des republikanischen Präsidentschaftskandidaten sehen die Analysten der Weberbank für den US-Aktienmarkt nicht gänzlich schwarz, denn der US-Dollar sollte kurzfristig ein Puffer für deutsche Anleger sein. Zwei wichtige Gründe würden dafür sprechen: Einerseits sollten bei einem Trump-Sieg Kapitalanlagen von US-Amerikanern, die im Ausland getätigt worden seien, in den US-Heimatmarkt zurückgeholt werden. Das sei ein Phänomen, das bei US-Krisen in der Vergangenheit häufiger zu sehen gewesen sei. Zum anderen habe Donald Trump angekündigt, die expansive Geldpolitik der US-Zentralbank FED zu stoppen. Beides spreche für ein zumindest kurzfristiges Erstarken des US-Dollar bei einer Wahl Donald Trumps, was US-Aktien für deutsche Anleger attraktiver mache.
Abgesehen von den Risiken, die aus der politischen Sphäre stammen, liegt der Kern für die positive Meinung der Analysten der Weberbank zum US-Aktienmarkt in der guten wirtschaftlichen Situation der US-Unternehmen. Das werde derzeit durch die Quartalsberichte untermauert, die breit über die Sektoren hinweg mit positiven Gewinnen überrascht hätten. Zusätzlich würden die Analysten aber weiterhin dazu raten, Gold als Ergänzung in die Vermögenstruktur aufzunehmen. Das Edelmetall sei nach wie vor für viele Anleger der sichere Hafen in stürmischen Zeiten.
Mit Blick auf die Rentenmärkte würden derzeit die anziehenden Renditen auffallen. Das sei bei der weltweit vorherrschenden expansiven Geldpolitik ein rares Bild. Auch hier seien verschiedene Mechanismen am Werk. Abschwächende Brexit-Sorgen durch gute Daten aus Großbritannien seien eine Erklärung für die steigenden Zinsen. Eine weitere Ursache für dieses Phänomen seien steigende Energiepreise und ein statistischer Effekt, was dafür sorge, dass die Inflationsrate bis Anfang nächsten Jahres kurzzeitig nach oben gehievt werde. Dieser Effekt sollte aber nur von kurzer Dauer sein - ein klassisches Strohfeuer. Nichtsdestotrotz verleite das den Markt dazu, auch für die Zukunft mit einer höheren Inflation zu rechnen.
Die Analysten der Weberbank sehen das zumindest für die Eurozone etwas skeptischer, denn mittelfristig fehlt ihnen schlicht das Futter, um sich ein Bild höherer Inflation und dadurch auch höherer Zinsniveaus vorstellen zu können. Notwendig dafür wäre nämlich ein nachhaltig höheres Wachstum, als jenes moderate, das man derzeit in der Eurozone sehe. Der positive ifo-Geschäftsklimaindex im Oktober sei zwar ein gutes Zeichen für die deutsche Wirtschaft, müsse aber erst seine Nachhaltigkeit unter Beweis stellen.
Dementsprechend würden die Analysten weiterhin dazu tendieren, kurzlaufende Anleihen zu halten, um nicht von den kurzfristigen Renditeanstiegen getroffen zu werden. Auf der anderen Seite seien weitere Renditeanstiege aber auch interessante Einstiegspunkte in den Rentenmarkt. Denn mit der Erwartung, dass das Strohfeuer in der ersten Hälfte 2017 wieder erlösche, gehe einher, dass die Zinsen wieder fallen und somit Rentenpapiere an Wert zulegen würden. In diesem Szenario, wie so oft an der Börse, sei natürlich der richtige Zeitpunkt der Schlüssel zum Erfolg. (04.11.2016/alc/a/a)
In den letzten Wochen sei der republikanische Präsidentschaftskandidat zwar deutlich ins Hintertreffen geraten und deswegen schon fast abgeschrieben worden, aber nun würden seine Umfragewerte überraschend wieder ansteigen. Unterstützend wirke dabei unter anderem die neu aufgeflackerte "E-Mail-Affäre", die Hillary Clinton, die Kandidatin der demokratischen Partei, in der Gunst der Wähler schwäche.
Die Finanzmärkte würden auf solche Nachrichten kurz vor der Wahl zunehmend nervös reagieren. Gut ablesbar sei diese Nervosität zum Beispiel am Mexikanischen Peso, der infolge besserer Umfragewerte für Donald Trump deutlich abgewertet habe. Auch wenn das auf die Spezifika der Beziehungen zwischen den USA und Mexikos zurückgeführt werden könne, so zeige es, dass die Marktteilnehmer eine stabile Wirtschaftspolitik eher unter der Führung der demokratischen Kandidatin erwarten würden. Für Hillary Clinton spreche derzeit noch ein leichter Vorsprung bei den Umfragen und dass vor den neuerlichen Veröffentlichungen rund um ihre E-Mails ein wichtiger Anteil der Stimmberechtigten ihren Wahlzettel bereits abgegeben habe. Auf der anderen Seite spreche die Dynamik, mit der die neuen Umfrageergebnisse für Trump ansteigen würden, für den Republikaner. Es bleibe also unerwarteter Weise spannend bis zum Wahltag am 8. November.
Dem amerikanischen Aktienmarkt sollte ein Sieg der demokratischen Kandidatin neuen Schwung geben, indem das unsicherheitsbehaftete "Trump-Szenario" wieder ausgepreist werde. Für den leidgeprüften Aktienanleger wäre das ein willkommener Lichtblick. Zumal die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den USA stimmen würden.
Abgesehen von den Risiken, die aus der politischen Sphäre stammen, liegt der Kern für die positive Meinung der Analysten der Weberbank zum US-Aktienmarkt in der guten wirtschaftlichen Situation der US-Unternehmen. Das werde derzeit durch die Quartalsberichte untermauert, die breit über die Sektoren hinweg mit positiven Gewinnen überrascht hätten. Zusätzlich würden die Analysten aber weiterhin dazu raten, Gold als Ergänzung in die Vermögenstruktur aufzunehmen. Das Edelmetall sei nach wie vor für viele Anleger der sichere Hafen in stürmischen Zeiten.
Mit Blick auf die Rentenmärkte würden derzeit die anziehenden Renditen auffallen. Das sei bei der weltweit vorherrschenden expansiven Geldpolitik ein rares Bild. Auch hier seien verschiedene Mechanismen am Werk. Abschwächende Brexit-Sorgen durch gute Daten aus Großbritannien seien eine Erklärung für die steigenden Zinsen. Eine weitere Ursache für dieses Phänomen seien steigende Energiepreise und ein statistischer Effekt, was dafür sorge, dass die Inflationsrate bis Anfang nächsten Jahres kurzzeitig nach oben gehievt werde. Dieser Effekt sollte aber nur von kurzer Dauer sein - ein klassisches Strohfeuer. Nichtsdestotrotz verleite das den Markt dazu, auch für die Zukunft mit einer höheren Inflation zu rechnen.
Die Analysten der Weberbank sehen das zumindest für die Eurozone etwas skeptischer, denn mittelfristig fehlt ihnen schlicht das Futter, um sich ein Bild höherer Inflation und dadurch auch höherer Zinsniveaus vorstellen zu können. Notwendig dafür wäre nämlich ein nachhaltig höheres Wachstum, als jenes moderate, das man derzeit in der Eurozone sehe. Der positive ifo-Geschäftsklimaindex im Oktober sei zwar ein gutes Zeichen für die deutsche Wirtschaft, müsse aber erst seine Nachhaltigkeit unter Beweis stellen.
Dementsprechend würden die Analysten weiterhin dazu tendieren, kurzlaufende Anleihen zu halten, um nicht von den kurzfristigen Renditeanstiegen getroffen zu werden. Auf der anderen Seite seien weitere Renditeanstiege aber auch interessante Einstiegspunkte in den Rentenmarkt. Denn mit der Erwartung, dass das Strohfeuer in der ersten Hälfte 2017 wieder erlösche, gehe einher, dass die Zinsen wieder fallen und somit Rentenpapiere an Wert zulegen würden. In diesem Szenario, wie so oft an der Börse, sei natürlich der richtige Zeitpunkt der Schlüssel zum Erfolg. (04.11.2016/alc/a/a)


