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Quartalsausblick für Unternehmensanleihen: "Zuckerrausch-Rallys" unterbrechen langsame Baisse am Anleihemarkt
09.07.19 12:15
Robeco Deutschland
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Unternehmensanleihen befinden sich in einer langsamen Baisse-Phase, die jedoch von kurzfristigen Ausschlägen nach oben unterbrochen wird - für Victor Verberk und Sander Bus, Co-Heads des Credit-Teams, sowie Jamie Stuttard, Co-Head des Global Macro Fixed Income-Teams von ROBECO, kommt es jetzt vor allem auf vier Faktoren an, um mit den kurzfristigen Marktschwankungen Schritt zu halten: Die Titelauswahl, regionale Allokationen, Sektor-Trends und eine Fokussierung auf langfristige Wertzuwächse.
Zum ersten Mal in den 46 Ausgaben seit Start dieses Quartalsausblicks für Unternehmensanleihen sähen die Experten von ROBECO mehrere Wendepunkte in den Kreditzyklen, die gleichzeitig Auswirkungen auf die Märkte hätten. Klar sei: Es vollziehe sich ein Trend der Deglobalisierung, der von weit verbreiteten populistischen Tendenzen angetrieben werde und erstmals nach 40 Jahren zu steigenden Handelszöllen führen werde. Mittelfristig werde dies die Möglichkeiten der Unternehmen begrenzen, Arbeitsprozesse kostengünstig auszulagern, was erstens die Margen drücke und zweitens die Bandbreite globaler Kunden einschränken könnte.
Ein weiterer Trend sei eine wirtschaftlich ungünstige demographische Entwicklung in manchen Regionen, die etablierte Gewohnheiten beim Sparen und Investieren verändere. Schließlich sei das Platzen des Schulden-Superzyklus vor zwölf Jahren der Hauptgrund für das seither vorsichtige Verhalten des Haushaltssektors und die daraus resultierende Zurückhaltung der traditionellen Geldpolitik.
Diese grundlegenden Entwicklungen würden von einer Reihe kurzfristigerer Trends überlagert: Man müsse mit einer zyklischen Wachstumsverlangsamung, häufigeren Mini-Spread-Zyklen infolge geringer Liquidität und Interventionen der Zentralbanken aufgrund niedriger Inflation rechnen.
Unserer Ansicht nach befinden wir uns nach wie vor in einer langsamen Baisse, die von Zeit zu Zeit von so genannten Zuckerrausch-Rallys unterbrochen wird, wie dies bereits im Zyklus von 1997 bis 2002 der Fall war, so die Experten von ROBECO. Dabei würden die Zentralbanken unablässig und immer wieder versuchen, das gleiche Mittel zur Heilung des Patienten einzusetzen - ein Rezept, das letztlich nicht funktioniere. Wir wissen jedoch, dass es ratsam ist, sich lieber nicht gegen die US-Notenbank FED oder die Europäische Zentralbank EZB zu positionieren, so die Experten von ROBECO.
Ein großer Teil der Investment-Branche habe sich an die Vorstellung gewöhnt, dass die Renditen negativ mit den Anlagenerträgen korreliert seien, wobei höhere Renditen engere Spreads bedeuten würden. Inzwischen sind wir jedoch zu einer Situation übergegangen, bei der niedrigere Renditen von engeren Spreads begleitet werden, so die Experten von ROBECO. Dies habe zu einer Korrelation zwischen den Anlageklassen geführt. In Kombination mit geringer Liquidität und den schnell auf Finanzmarktentwicklungen reagierenden Zentralbanken mache dies die kurzfristige Stimmung fast bipolar. Es erfordere, dass man flexibel sein und die Fähigkeit besitzen müsse, schnell vom Baisse- zum Aufwärtstrend zu wechseln. Kurz gesagt: Man müsse klug und schnell sein und manchmal auch etwas Glück haben.
Wir machen es nicht zu unserem zentralen Ansatz, Beta dauerhaft immer höher und niedriger zu handeln, so die Experten von ROBECO. Stattdessen sind wir davon überzeugt, dass wir uns in der Phase des Kreditzyklus befinden, in der Titelauswahl, regionale Allokationen, Sektor-Trends und eine Fokussierung auf langfristige Wertzuwächse eine viel höhere Wahrscheinlichkeit dafür bieten, nachhaltig profitabel zu sein, so die Experten von ROBECO.
Die gegenwärtigen Marktbewertungen haben uns etwas optimistischer werden lassen - aber nicht sehr viel, so die Experten von ROBECO. Bei europäischen Spread-Produkten würden die Experten gegenwärtig eine vorsichtige Long-Positionierung präferieren, die jedoch nicht im globalen Kontext gelte.
Die demographisch besonders stark alternden Weltregionen befänden sich möglicherweise in einem schrittweisen Prozess der Japanisierung, wobei die Renditen zwangsläufig niedrig seien. Die nächsten Betroffenen nach Europa könnten die USA sein. Ein derart renditeschwaches Umfeld könne Anleger dazu veranlassen, Unternehmensanleihen zu kaufen, um die Rendite zu steigern.
Die Experten von ROBECO seien skeptisch gegenüber der Vorstellung, dass Zentralbanken unfehlbar seien. Aber man wisse auch, dass sie die Fähigkeit besitzen würden, Vermögensblasen noch eine Weile auszudehnen. Um die Bewertungen auf ein fundamental gerechtfertigtes Niveau zurückzuführen, benötige es einer wirklichen Rezession, aber je länger sich diese Entwicklung hinziehe, desto größer werde der Einbruch sein. Zunächst einmal scheine es, dass jeder die Risiken kenne, aber am Markt für Unternehmensanleihen seien sie nicht eingepreist - noch nicht. (09.07.2019/alc/a/a)
Zum ersten Mal in den 46 Ausgaben seit Start dieses Quartalsausblicks für Unternehmensanleihen sähen die Experten von ROBECO mehrere Wendepunkte in den Kreditzyklen, die gleichzeitig Auswirkungen auf die Märkte hätten. Klar sei: Es vollziehe sich ein Trend der Deglobalisierung, der von weit verbreiteten populistischen Tendenzen angetrieben werde und erstmals nach 40 Jahren zu steigenden Handelszöllen führen werde. Mittelfristig werde dies die Möglichkeiten der Unternehmen begrenzen, Arbeitsprozesse kostengünstig auszulagern, was erstens die Margen drücke und zweitens die Bandbreite globaler Kunden einschränken könnte.
Ein weiterer Trend sei eine wirtschaftlich ungünstige demographische Entwicklung in manchen Regionen, die etablierte Gewohnheiten beim Sparen und Investieren verändere. Schließlich sei das Platzen des Schulden-Superzyklus vor zwölf Jahren der Hauptgrund für das seither vorsichtige Verhalten des Haushaltssektors und die daraus resultierende Zurückhaltung der traditionellen Geldpolitik.
Diese grundlegenden Entwicklungen würden von einer Reihe kurzfristigerer Trends überlagert: Man müsse mit einer zyklischen Wachstumsverlangsamung, häufigeren Mini-Spread-Zyklen infolge geringer Liquidität und Interventionen der Zentralbanken aufgrund niedriger Inflation rechnen.
Ein großer Teil der Investment-Branche habe sich an die Vorstellung gewöhnt, dass die Renditen negativ mit den Anlagenerträgen korreliert seien, wobei höhere Renditen engere Spreads bedeuten würden. Inzwischen sind wir jedoch zu einer Situation übergegangen, bei der niedrigere Renditen von engeren Spreads begleitet werden, so die Experten von ROBECO. Dies habe zu einer Korrelation zwischen den Anlageklassen geführt. In Kombination mit geringer Liquidität und den schnell auf Finanzmarktentwicklungen reagierenden Zentralbanken mache dies die kurzfristige Stimmung fast bipolar. Es erfordere, dass man flexibel sein und die Fähigkeit besitzen müsse, schnell vom Baisse- zum Aufwärtstrend zu wechseln. Kurz gesagt: Man müsse klug und schnell sein und manchmal auch etwas Glück haben.
Wir machen es nicht zu unserem zentralen Ansatz, Beta dauerhaft immer höher und niedriger zu handeln, so die Experten von ROBECO. Stattdessen sind wir davon überzeugt, dass wir uns in der Phase des Kreditzyklus befinden, in der Titelauswahl, regionale Allokationen, Sektor-Trends und eine Fokussierung auf langfristige Wertzuwächse eine viel höhere Wahrscheinlichkeit dafür bieten, nachhaltig profitabel zu sein, so die Experten von ROBECO.
Die gegenwärtigen Marktbewertungen haben uns etwas optimistischer werden lassen - aber nicht sehr viel, so die Experten von ROBECO. Bei europäischen Spread-Produkten würden die Experten gegenwärtig eine vorsichtige Long-Positionierung präferieren, die jedoch nicht im globalen Kontext gelte.
Die demographisch besonders stark alternden Weltregionen befänden sich möglicherweise in einem schrittweisen Prozess der Japanisierung, wobei die Renditen zwangsläufig niedrig seien. Die nächsten Betroffenen nach Europa könnten die USA sein. Ein derart renditeschwaches Umfeld könne Anleger dazu veranlassen, Unternehmensanleihen zu kaufen, um die Rendite zu steigern.
Die Experten von ROBECO seien skeptisch gegenüber der Vorstellung, dass Zentralbanken unfehlbar seien. Aber man wisse auch, dass sie die Fähigkeit besitzen würden, Vermögensblasen noch eine Weile auszudehnen. Um die Bewertungen auf ein fundamental gerechtfertigtes Niveau zurückzuführen, benötige es einer wirklichen Rezession, aber je länger sich diese Entwicklung hinziehe, desto größer werde der Einbruch sein. Zunächst einmal scheine es, dass jeder die Risiken kenne, aber am Markt für Unternehmensanleihen seien sie nicht eingepreist - noch nicht. (09.07.2019/alc/a/a)


