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Private Markets: Vorsicht geboten, aber keine systemischen Risiken
30.10.25 10:30
RBC BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Aktien erreichen weiterhin Rekordhöhen und die Credit Spreads liegen nahe ihrer Rekordtiefstände. Andrzej Skiba, Head of US-Fixed Income bei RBC BlueBay Asset Management, beobachtet zwar ein fragiles Marktumfeld, zeigt sich aber trotzdem überzeugt, dass die Rallye weitergeht – zumindest kurz- bis mittelfristig.
Zwar hätten ein paar Ereignisse wie die Insolvenz des US-Autokredit-Anbieters Tricolor und die Betrugsmeldungen zweier US-Regionalbanken für Unruhe an den internationalen Finanzmärkten gesorgt. Diese Ereignisse seien jedoch nicht systemisch.
Sehr aufmerksam beobachte man den Markt für Hochzinsanleihen mit niedriger Bonität und Leveraged Loans sowie Private Credit, die zu weiteren Spannungen am Markt führen könnten. Aus makroökonomischer Sicht könnten neue Zölle, die politisch unsichere Lage und der anhaltende Shutdown der US-Regierung für Unruhe an den Märkten sorgen.
Bei US-Hochzinsanleihen, insbesondere mit einem Rating von CCC, beobachte man erste Anzeichen einer Verschlechterung der Kreditkennzahlen, wie beispielsweise der Zinsdeckungsquoten. US-Anleihen mit BB und B hingegen blieben stabil oder hätten sich sogar verbessert. Das bestätige die Einschätzung, dass sich die Fundamentaldaten für den US-amerikanischen Hochzinsanleihemarkt sowie für den US-Investment-Grade-Markt weiterhin positiv entwickelten. Nur im Segment mit der niedrigsten Bonität rate man zur Vorsicht.
Im Segment der Leveraged Loans hätten die Ausfallraten in den letzten zwölf Monaten diejenigen von Hochzinsanleihen übertroffen. Man gehe davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen werde.
Die Besorgnis hinsichtlich des US-amerikanischen Investmentvehikels "Business Development Companies" – kurz BDCs, durch die kleine und mittelgroße Unternehmen mit Kapital versorgt würden, habe in den letzten Wochen ebenfalls zugenommen. Zur Klarstellung: Private Credit sei natürlich eine Anlageklasse mit einer großen Bandbreite. Man konzentriere sich eher auf Risiken bei Direkt Lending im mittleren Marktsegment und auf BDC-Strukturen als auf den Hochzinsbereich des Marktes, der insgesamt in Ordnung zu sein scheine.
Eines der größten Risiken sehe man in der zunehmenden Verwendung von Payment-In-Kind-Finanzierungen – kurz PIK – bei vielen dieser BDC-Vehikel. Dies könnte ein Warnsignal dafür sein, dass das zugrunde liegende Unternehmen nicht in der Lage sei, Einnahmen zu generieren und Zinskosten zu decken. Diese Ansicht werde durch die Tatsache untermauert, dass trotz starker Gewinne und hohen Umsatzwachstums ein großer Teil des Universums mit einer negativen Gewinnmarge arbeite – was darauf hindeute, dass die Gewinne möglicherweise nicht oder noch nicht in verfügbare Cashflows für Ausgaben oder die Tilgung von Schulden umgewandelt würden. (30.10.2025/alc/a/a)
Zwar hätten ein paar Ereignisse wie die Insolvenz des US-Autokredit-Anbieters Tricolor und die Betrugsmeldungen zweier US-Regionalbanken für Unruhe an den internationalen Finanzmärkten gesorgt. Diese Ereignisse seien jedoch nicht systemisch.
Sehr aufmerksam beobachte man den Markt für Hochzinsanleihen mit niedriger Bonität und Leveraged Loans sowie Private Credit, die zu weiteren Spannungen am Markt führen könnten. Aus makroökonomischer Sicht könnten neue Zölle, die politisch unsichere Lage und der anhaltende Shutdown der US-Regierung für Unruhe an den Märkten sorgen.
Im Segment der Leveraged Loans hätten die Ausfallraten in den letzten zwölf Monaten diejenigen von Hochzinsanleihen übertroffen. Man gehe davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen werde.
Die Besorgnis hinsichtlich des US-amerikanischen Investmentvehikels "Business Development Companies" – kurz BDCs, durch die kleine und mittelgroße Unternehmen mit Kapital versorgt würden, habe in den letzten Wochen ebenfalls zugenommen. Zur Klarstellung: Private Credit sei natürlich eine Anlageklasse mit einer großen Bandbreite. Man konzentriere sich eher auf Risiken bei Direkt Lending im mittleren Marktsegment und auf BDC-Strukturen als auf den Hochzinsbereich des Marktes, der insgesamt in Ordnung zu sein scheine.
Eines der größten Risiken sehe man in der zunehmenden Verwendung von Payment-In-Kind-Finanzierungen – kurz PIK – bei vielen dieser BDC-Vehikel. Dies könnte ein Warnsignal dafür sein, dass das zugrunde liegende Unternehmen nicht in der Lage sei, Einnahmen zu generieren und Zinskosten zu decken. Diese Ansicht werde durch die Tatsache untermauert, dass trotz starker Gewinne und hohen Umsatzwachstums ein großer Teil des Universums mit einer negativen Gewinnmarge arbeite – was darauf hindeute, dass die Gewinne möglicherweise nicht oder noch nicht in verfügbare Cashflows für Ausgaben oder die Tilgung von Schulden umgewandelt würden. (30.10.2025/alc/a/a)


