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Private Credit: Attraktiv trotz Zinssenkungen
24.02.25 11:00
AllianceBernstein
London (www.anleihencheck.de) - Der langfristige Trend für Private Credit ist weiterhin positiv, so Matthew D. Bass, Head - Private Alternatives bei AllianceBernstein.
Nichtbanken-Kreditgeber böten zunehmend maßgeschneiderte Finanzierungen mit mehr Flexibilität als traditionelle Banken, was die Nachfrage institutioneller und privater Anleger stärke. Unternehmenskredite würden ein Kernbereich bleiben, mit attraktiven risikobereinigten Erträgen trotz möglicher Zinssenkungen. Ein weniger striktes regulatorisches Umfeld könnte zudem Fusionen und Übernahmen fördern. Inwiefern sich 2025 das Private-Credit-Universum insbesondere in den Bereichen Konsumenten-, Immobilien- und Mittelstands-Kredite erweitern dürfte, warum es auf eine effektive Risikobewertung ankomme und wie sich attraktive Investmentchancen identifizieren lassen würden, erläutere Matthew D. Bass.
Der Private-Credit-Markt sei in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Dieses Wachstum werde anhalten, da niedrigere Zinsen das Transaktionsvolumen ankurbeln und sich die privaten Finanzierungsoptionen weiterentwickeln würden, um eine breitere Palette von Anlageklassen und Risiko-Ertragsprofilen abzudecken. Kurzfristig könnte es ein holpriger Weg sein. Während sich die Weltwirtschaft im Jahr 2024 beachtlich entwickelte und das BIP-Wachstum bei etwa 2,6 Prozent gelegen habe, bleibe die Bandbreite der möglichen Ergebnisse im kommenden Jahr groß. Die Zinsen dürften weiter sinken, was den Druck auf die Kreditnehmer verringern dürfte. In den USA könnte das Potenzial für höhere Zölle und eine hartnäckigere Inflation das Ausmaß des Rückgangs jedoch begrenzen.
Der langfristige Trend für Private Credit sei nach wie vor vielversprechend. Auf der Angebotsseite würden Vermögensverwalter und andere Nichtbanken-Kreditgeber einer Vielzahl von Unternehmens- und Nichtunternehmenskreditnehmern zunehmend Kapital zur Verfügung stellen und böten Lösungen mit mehr Flexibilität als traditionelle Bankkreditgeber. Unterdessen dürfte das starke absolute und relative Ertragspotenzial die Nachfrage institutioneller Anleger nach privat generierten Vermögenswerten weiterhin stützen. Für Einzelanleger sei es jetzt einfacher, Zugang zu Private Credit zu erhalten - oft ohne Kapital für Jahre binden zu müssen, dank einer größeren Auswahl an Investitionsmöglichkeiten.
Die direkte Kreditvergabe an Unternehmen werde weiterhin der Dreh- und Angelpunkt vieler Allokationen in Private Credit bleiben. Niedrigere Zinsen im Jahr 2025 könnten dazu beitragen, den Druck auf viele von Private Equity-Gesellschaften finanzierte Unternehmenskreditnehmer zu verringern. Niedrigere Zinsen könnten jedoch auch zu einem erhöhten Transaktionsvolumen beitragen, insbesondere wenn ein weniger strenges regulatorisches Umfeld unter einer neuen US-Regierung die Fusions- und Übernahmeaktivitäten von Unternehmen ankurbele.
Ein Rückgang des Basiszinses, der zur Preisgestaltung von Direktkrediten an Unternehmen verwendet werde, deute darauf hin, dass das Ertragspotenzial insgesamt hinter den überdurchschnittlichen Erträgen zurückbleibe, die einige Direktkreditstrategien in den Jahren 2023 und 2024 erzielt hätten. Das risikobereinigte Ertragspotenzial bleibe jedoch stark. Zusätzlich werde dies durch die nach wie vor hohen Umlaufrenditen und die robusten Fundamentaldaten der Kreditnehmer untermauert.
Zu den vielversprechenderen Entwicklungen gehöre die Ausweitung von Private Credit auf die Kreditvergabe an Verbraucher, Immobilienbesitzer und kleine Unternehmen. Der Markt für Asset-Based Finance sei mittlerweile bereits über 6 Billionen US-Dollar schwer und wachse weiter. Banken würden zunehmend auf Modelle mit geringem Kapitalbedarf setzen, die es ihnen ermöglichen würden, die Kreditbeschaffung und Kundenbeziehungen aufrechtzuerhalten. Dabei würden sie mit Vermögensverwaltern zusammenarbeiten arbeiten, um im Auftrag von Versicherungsgesellschaften, Pensionsfonds und anderen Anlegern Kapital zu zeichnen, zu bewerten und zu investieren.
Dadurch würden Anleger die Chance erhalten, Portfolios mit ausgereiften Krediten von Banken und anderen Kreditgebern zu erwerben oder Forward-Flow-Vereinbarungen abzuschließen, um neue Kredite zu erwerben, die vorgegebene Bonitätskriterien erfüllen würden. Es handele sich um ein riesiges Anlageuniversum, das von US-Autokrediten über vormals notleidende deutsche Bankkredite bis hin zu Ratenkrediten für Boote, Schneemobile, Geländefahrzeuge und vieles mehr reiche.
Um sich auf diesem Markt zurechtzufinden, brauche man ein erfahrenes Management mit soliden Kenntnissen in der Kreditbeschaffung und im Kreditgeschäft - und der Fähigkeit, in Kaufverträgen von Krediten, die unabhängig von Banken seien, Schutzklauseln einzubauen. Ein Beispiel: In den USA seien die Zahlungsausfälle bei Autokrediten und Kreditkarten im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Die zugrunde liegenden Fundamentaldaten, darunter Einkommen und Nettovermögen, hätten sich jedoch verbessert.
Für erfahrene Anleger ermögliche ein übergreifender Ausblick Chancen, Potenziale einzelner Wertpapiere zu entdecken. Mit einem erfahrenen Management lasse sich das Risiko potenzieller Verluste effektiv bemessen und Anleger dafür entschädigen, unter anderem durch den Kauf von Kreditportfolios mit einem Abschlag oder durch den Einbau bestimmter Schutzmechanismen. So könnte ein Geschäft etwa so strukturieren werden, dass über einen bestimmten Zeitraum eine bestimmte Menge an zweitklassigen Autokredite erworben würden; mit der Auflage, dass der Zeichner auf einen Teil seiner Bearbeitungsgebühr verzichte, sollten die Kredite nicht den vereinbarten Ertrag erzielen. (24.02.2025/alc/a/a)
Nichtbanken-Kreditgeber böten zunehmend maßgeschneiderte Finanzierungen mit mehr Flexibilität als traditionelle Banken, was die Nachfrage institutioneller und privater Anleger stärke. Unternehmenskredite würden ein Kernbereich bleiben, mit attraktiven risikobereinigten Erträgen trotz möglicher Zinssenkungen. Ein weniger striktes regulatorisches Umfeld könnte zudem Fusionen und Übernahmen fördern. Inwiefern sich 2025 das Private-Credit-Universum insbesondere in den Bereichen Konsumenten-, Immobilien- und Mittelstands-Kredite erweitern dürfte, warum es auf eine effektive Risikobewertung ankomme und wie sich attraktive Investmentchancen identifizieren lassen würden, erläutere Matthew D. Bass.
Der Private-Credit-Markt sei in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Dieses Wachstum werde anhalten, da niedrigere Zinsen das Transaktionsvolumen ankurbeln und sich die privaten Finanzierungsoptionen weiterentwickeln würden, um eine breitere Palette von Anlageklassen und Risiko-Ertragsprofilen abzudecken. Kurzfristig könnte es ein holpriger Weg sein. Während sich die Weltwirtschaft im Jahr 2024 beachtlich entwickelte und das BIP-Wachstum bei etwa 2,6 Prozent gelegen habe, bleibe die Bandbreite der möglichen Ergebnisse im kommenden Jahr groß. Die Zinsen dürften weiter sinken, was den Druck auf die Kreditnehmer verringern dürfte. In den USA könnte das Potenzial für höhere Zölle und eine hartnäckigere Inflation das Ausmaß des Rückgangs jedoch begrenzen.
Der langfristige Trend für Private Credit sei nach wie vor vielversprechend. Auf der Angebotsseite würden Vermögensverwalter und andere Nichtbanken-Kreditgeber einer Vielzahl von Unternehmens- und Nichtunternehmenskreditnehmern zunehmend Kapital zur Verfügung stellen und böten Lösungen mit mehr Flexibilität als traditionelle Bankkreditgeber. Unterdessen dürfte das starke absolute und relative Ertragspotenzial die Nachfrage institutioneller Anleger nach privat generierten Vermögenswerten weiterhin stützen. Für Einzelanleger sei es jetzt einfacher, Zugang zu Private Credit zu erhalten - oft ohne Kapital für Jahre binden zu müssen, dank einer größeren Auswahl an Investitionsmöglichkeiten.
Ein Rückgang des Basiszinses, der zur Preisgestaltung von Direktkrediten an Unternehmen verwendet werde, deute darauf hin, dass das Ertragspotenzial insgesamt hinter den überdurchschnittlichen Erträgen zurückbleibe, die einige Direktkreditstrategien in den Jahren 2023 und 2024 erzielt hätten. Das risikobereinigte Ertragspotenzial bleibe jedoch stark. Zusätzlich werde dies durch die nach wie vor hohen Umlaufrenditen und die robusten Fundamentaldaten der Kreditnehmer untermauert.
Zu den vielversprechenderen Entwicklungen gehöre die Ausweitung von Private Credit auf die Kreditvergabe an Verbraucher, Immobilienbesitzer und kleine Unternehmen. Der Markt für Asset-Based Finance sei mittlerweile bereits über 6 Billionen US-Dollar schwer und wachse weiter. Banken würden zunehmend auf Modelle mit geringem Kapitalbedarf setzen, die es ihnen ermöglichen würden, die Kreditbeschaffung und Kundenbeziehungen aufrechtzuerhalten. Dabei würden sie mit Vermögensverwaltern zusammenarbeiten arbeiten, um im Auftrag von Versicherungsgesellschaften, Pensionsfonds und anderen Anlegern Kapital zu zeichnen, zu bewerten und zu investieren.
Dadurch würden Anleger die Chance erhalten, Portfolios mit ausgereiften Krediten von Banken und anderen Kreditgebern zu erwerben oder Forward-Flow-Vereinbarungen abzuschließen, um neue Kredite zu erwerben, die vorgegebene Bonitätskriterien erfüllen würden. Es handele sich um ein riesiges Anlageuniversum, das von US-Autokrediten über vormals notleidende deutsche Bankkredite bis hin zu Ratenkrediten für Boote, Schneemobile, Geländefahrzeuge und vieles mehr reiche.
Um sich auf diesem Markt zurechtzufinden, brauche man ein erfahrenes Management mit soliden Kenntnissen in der Kreditbeschaffung und im Kreditgeschäft - und der Fähigkeit, in Kaufverträgen von Krediten, die unabhängig von Banken seien, Schutzklauseln einzubauen. Ein Beispiel: In den USA seien die Zahlungsausfälle bei Autokrediten und Kreditkarten im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Die zugrunde liegenden Fundamentaldaten, darunter Einkommen und Nettovermögen, hätten sich jedoch verbessert.
Für erfahrene Anleger ermögliche ein übergreifender Ausblick Chancen, Potenziale einzelner Wertpapiere zu entdecken. Mit einem erfahrenen Management lasse sich das Risiko potenzieller Verluste effektiv bemessen und Anleger dafür entschädigen, unter anderem durch den Kauf von Kreditportfolios mit einem Abschlag oder durch den Einbau bestimmter Schutzmechanismen. So könnte ein Geschäft etwa so strukturieren werden, dass über einen bestimmten Zeitraum eine bestimmte Menge an zweitklassigen Autokredite erworben würden; mit der Auflage, dass der Zeichner auf einen Teil seiner Bearbeitungsgebühr verzichte, sollten die Kredite nicht den vereinbarten Ertrag erzielen. (24.02.2025/alc/a/a)


