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Private Banking entdeckt Fondsanleihen
13.03.13 15:17
FONDS professionell
Wien (www.anleihencheck.de) - Fondsanleihen bieten Anleger im aktuellen Niedrigzinsumfeld einen überdurchschnittlich hohen Kupon, so die Experten von "FONDS professionell".
Der Markt für diese Produkte sei aber sehr überschaubar. Fast ausschließlich im Private-Banking-Bereich hätten sie einige Kunden gewonnen.
Angesichts einer Nettorendite von 0,38 Prozent, die eine deutsche Staatsanleihe mit fünfjähriger Laufzeit derzeit biete, kämen Anleger auf der Suche nach Kapitalerhalt - nach Inflation - kaum an einem risikoreicheren Investment vorbei. Wem Aktien oder Aktienfonds auch in dem aktuellen Marktumfeld zu riskant seien, könne mit derivaten Aktienanleihen - im Fachjargon Reverse Convertibles genannt - eine defensivere Strategie fahren. Eine kaum bekannte Möglichkeit, auch das Einzeltitelrisiko bei Reverse Convertibles auszuschalten, seien so genannte Fondsanleihen, denen statt einer Aktie ein Fonds als Basiswert diene.
"Investoren, die eine bestimmte Marktmeinung haben und die Seitwärtsentwicklung eines Fonds erwarten, erhalten mit einer Fondsanleihe über einen kurzen Zeitraum eine feste, überdurchschnittlich hohe Zinszahlung. Im Falle der aktuellen HVB-Fondsanleihe auf den Black Rock World Mining Fund sind es beispielsweise zehn Prozent p. a. für sechs Monate", erläutere Frank Weingarts, Zertifikateexperte bei der HypoVereinsbank onemarkets, Funktion und Vorteile der Produkte. Und fahre fort: "Falls der Anteilspreis des Fonds am Laufzeitsende oberhalb des Ausgangspreises notiert, wird das eingesetzte Kapital erstattet. Andernfalls wird eine bestimmte Anzahl an Fondsanteilen in das Depot des Anlegers gebucht. Und zwar ohne Agio."
Die durchaus einleuchtenden Vorteile einer Fondsanleihe, wenn die Marktentwicklung stagniere oder negativ werde, würden sich aber offensichtlich nur einem kleinen, informierten Anlegerkreis erschließen. HVB-Experte Weingarts berichte, dass die Fondsanleihen der HVB nur von Kunden im gehobenen Private Banking gekauft würden, die die zugrunde liegenden Fonds entweder schon im Depot hätten oder bereits langjährige Investmenterfahrung besitzen würden. "Es gibt nur ein sehr begrenztes Interesse für Fondsanaleihen auf Kundenseite", sage auch Anouch Wilhelms, Direktor und Zertifikateexperte bei der Commerzbank, die neben der HypoVereinsbank zu den wenigen Emittenten von Fondsanleihen zähle.
Aktuell plane die Commerzbank keine neuen Fondsanleihen. Es sei aber nicht auszuschließen, dass man auf Anfrage erneut welche auflege, so Wilhelms weiter. Andere (Zertifikate-)Emittenten würden bei dem Thema Fondsanleihen nur abwinken und erklären, dass sie dafür schlichtweg keinen Markt sehen würden und es bisher auch keine Anfragen gegeben habe.
Überhaupt seien Zertifikate auf Fondsbasis, nicht nur Fondsanleihen, Nischenprodukte. Die jüngste Volumenstatistik des Branchenverbandes DDV von Ende Dezember 2012 zeige ein Volumen von rund einer Milliarde Euro für Zertifikate mit einem Fonds als Basiswert an. Das entspreche einem Prozent des Gesamtvolumens von circa 92 Milliarden Euro. So hätten die von der HVB in den vergangenen Wochen emittierten vier Fondsanleihen nur ein Volumen von jeweils rund einer Millionen Euro. Insgesamt würden auch nur knapp 630 Produkte auf Fondsbasis existieren: "Bislang haben wir nur 117 strukturierte Produkte, inklusive Turbos, auf Fonds aufgelegt. Nur zum Vergleich: bei anderen Zertifikaten legen wir pro Tage mehrere hundert Produkte auf", gebe Wilhelms einen Eindruck von dem sehr kleinen Markt für diese Produkte.
Bei der Zertifkatebörse Scoach in Frankfurt seien rund 34 Fonds, ohne ETFs, als Basiswerte zu finden. Die beliebtesten seien der Ethna-Aktiv (ISIN LU0136412771/ WKN 764930), auf dem dreizehn Zertifikate basieren würden, sowie der klare Spitzenreiter Carmignac Patrimoine (ISIN FR0010135103/ WKN A0DPW0) mit 52 strukturierten Produkten. Zumindest werde es aber weitere solcher Produkte geben. Die HVB prüfe derzeit, ob Nachfrage nach weiteren Fondsanleihen bestehe. Gleichzeitig sei gerade die 18. Auflage einer Garantanleihe auf den Carmignac Patrimoine in der Zeichnungsfrist.
Zu der geringen Nachfrage kämen noch technische Schwierigkeiten hinzu, die dazu führen würden, dass nur wenige Fondsanleihen existieren würden. Denn bei einer Fondsanleihe sei insbesondere die Berechnung des Optionsteiles schwieriger und zeitintensiver als bei den gängigen Aktienanleihen, da die verwendeten Optionen keine Standardoptionen seien. Zum besseren Verständnis: Bei einer Aktien- oder Fondsanleihe fungiere der Käufer einer Anleihe genau genommen als Verkäufer einer Put-Option auf den Basiswert, und der feste Kupon entspreche dem Erlös aus dem Optionsverkauf.
"Es gibt keine öffentlichen Informationen über die historische Volatilität der Fonds, sodass aufwändige eigene Recherchen zur Optionspreisbestimmung durchgeführt werden müssen. Die Fonds und ihre Manager müssen für eine individuelle Analyse eine entsprechend lange Historie aufweisen", erkläre Weingarts. Aus diesen Gründen seien Fondsanleihen auch nicht innerhalb kürzester Zeit und zudem kostengünstig zu emittieren. Daher würden sie auch nicht, wie der der größte Teil der täglich über 1.000 neuen Zertifikate, direkt an einer der beiden Zertifikatebörse in Frankfurt und Stuttgart gelistet, um dort auf Anleger zu harren. (13.03.2013/alc/a/a)
Der Markt für diese Produkte sei aber sehr überschaubar. Fast ausschließlich im Private-Banking-Bereich hätten sie einige Kunden gewonnen.
Angesichts einer Nettorendite von 0,38 Prozent, die eine deutsche Staatsanleihe mit fünfjähriger Laufzeit derzeit biete, kämen Anleger auf der Suche nach Kapitalerhalt - nach Inflation - kaum an einem risikoreicheren Investment vorbei. Wem Aktien oder Aktienfonds auch in dem aktuellen Marktumfeld zu riskant seien, könne mit derivaten Aktienanleihen - im Fachjargon Reverse Convertibles genannt - eine defensivere Strategie fahren. Eine kaum bekannte Möglichkeit, auch das Einzeltitelrisiko bei Reverse Convertibles auszuschalten, seien so genannte Fondsanleihen, denen statt einer Aktie ein Fonds als Basiswert diene.
"Investoren, die eine bestimmte Marktmeinung haben und die Seitwärtsentwicklung eines Fonds erwarten, erhalten mit einer Fondsanleihe über einen kurzen Zeitraum eine feste, überdurchschnittlich hohe Zinszahlung. Im Falle der aktuellen HVB-Fondsanleihe auf den Black Rock World Mining Fund sind es beispielsweise zehn Prozent p. a. für sechs Monate", erläutere Frank Weingarts, Zertifikateexperte bei der HypoVereinsbank onemarkets, Funktion und Vorteile der Produkte. Und fahre fort: "Falls der Anteilspreis des Fonds am Laufzeitsende oberhalb des Ausgangspreises notiert, wird das eingesetzte Kapital erstattet. Andernfalls wird eine bestimmte Anzahl an Fondsanteilen in das Depot des Anlegers gebucht. Und zwar ohne Agio."
Aktuell plane die Commerzbank keine neuen Fondsanleihen. Es sei aber nicht auszuschließen, dass man auf Anfrage erneut welche auflege, so Wilhelms weiter. Andere (Zertifikate-)Emittenten würden bei dem Thema Fondsanleihen nur abwinken und erklären, dass sie dafür schlichtweg keinen Markt sehen würden und es bisher auch keine Anfragen gegeben habe.
Überhaupt seien Zertifikate auf Fondsbasis, nicht nur Fondsanleihen, Nischenprodukte. Die jüngste Volumenstatistik des Branchenverbandes DDV von Ende Dezember 2012 zeige ein Volumen von rund einer Milliarde Euro für Zertifikate mit einem Fonds als Basiswert an. Das entspreche einem Prozent des Gesamtvolumens von circa 92 Milliarden Euro. So hätten die von der HVB in den vergangenen Wochen emittierten vier Fondsanleihen nur ein Volumen von jeweils rund einer Millionen Euro. Insgesamt würden auch nur knapp 630 Produkte auf Fondsbasis existieren: "Bislang haben wir nur 117 strukturierte Produkte, inklusive Turbos, auf Fonds aufgelegt. Nur zum Vergleich: bei anderen Zertifikaten legen wir pro Tage mehrere hundert Produkte auf", gebe Wilhelms einen Eindruck von dem sehr kleinen Markt für diese Produkte.
Bei der Zertifkatebörse Scoach in Frankfurt seien rund 34 Fonds, ohne ETFs, als Basiswerte zu finden. Die beliebtesten seien der Ethna-Aktiv (ISIN LU0136412771/ WKN 764930), auf dem dreizehn Zertifikate basieren würden, sowie der klare Spitzenreiter Carmignac Patrimoine (ISIN FR0010135103/ WKN A0DPW0) mit 52 strukturierten Produkten. Zumindest werde es aber weitere solcher Produkte geben. Die HVB prüfe derzeit, ob Nachfrage nach weiteren Fondsanleihen bestehe. Gleichzeitig sei gerade die 18. Auflage einer Garantanleihe auf den Carmignac Patrimoine in der Zeichnungsfrist.
Zu der geringen Nachfrage kämen noch technische Schwierigkeiten hinzu, die dazu führen würden, dass nur wenige Fondsanleihen existieren würden. Denn bei einer Fondsanleihe sei insbesondere die Berechnung des Optionsteiles schwieriger und zeitintensiver als bei den gängigen Aktienanleihen, da die verwendeten Optionen keine Standardoptionen seien. Zum besseren Verständnis: Bei einer Aktien- oder Fondsanleihe fungiere der Käufer einer Anleihe genau genommen als Verkäufer einer Put-Option auf den Basiswert, und der feste Kupon entspreche dem Erlös aus dem Optionsverkauf.
"Es gibt keine öffentlichen Informationen über die historische Volatilität der Fonds, sodass aufwändige eigene Recherchen zur Optionspreisbestimmung durchgeführt werden müssen. Die Fonds und ihre Manager müssen für eine individuelle Analyse eine entsprechend lange Historie aufweisen", erkläre Weingarts. Aus diesen Gründen seien Fondsanleihen auch nicht innerhalb kürzester Zeit und zudem kostengünstig zu emittieren. Daher würden sie auch nicht, wie der der größte Teil der täglich über 1.000 neuen Zertifikate, direkt an einer der beiden Zertifikatebörse in Frankfurt und Stuttgart gelistet, um dort auf Anleger zu harren. (13.03.2013/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 807,974 € | 814,188 € | -6,214 € | -0,76% | 20.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| FR0010135103 | A0DPW0 | 818,19 € | 696,16 € | |
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