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Powell-Spekulationen schicken Dollar auf Achterbahnfahrt


21.07.25 09:45
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Mit einer Schwankungsbreite von rund 1,6 US-Cent gegenüber dem Euro erlebte der Dollar am Mittwoch seinen volatilsten Handelstag seit Monaten, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Er sei unter Druck geraten, nachdem Berichte kursiert seien, wonach US-Präsident Donald Trump eine vorzeitige Entlassung von Notenbankchef Jerome Powell in Erwägung gezogen habe. An den Devisenmärkten habe die Meldung für erhebliche Verunsicherung gesorgt. Denn ein solcher Eingriff würde die Unabhängigkeit der Fed in Frage stellen und hätte somit weitreichende Folgen für das Vertrauen in die Stabilität des Dollar, der erst Anfang dieses Monats mit einem Kurs von 1,183 Dollar je Euro den niedrigsten Stand seit vier Jahren erreicht habe. Nachdem Trump habe verlauten lassen, keine vorzeitige Abberufung Powells anzustreben, habe sich der Greenback wieder spürbar erholen können: Gegen Ende des schwankungsstarken Mittwochshandels sei der Euro unter die Marke von 1,16 Dollar gerutscht.

Die jüngsten US-Inflationszahlen hätten an den Devisenmärkten nur kurz für Bewegung gesorgt. Die maßgebliche Kerninflation, bei der die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet würden, habe wie erwartet bei 2,9 Prozent verharrt. Positiv für den Dollar: Daten der Terminbörse CME zufolge würden Marktteilnehmer eine Zinssenkung der US-Notenbank im September nun mit einer deutlich geringeren Wahrscheinlichkeit einpreisen als zuvor. Auch ein zweiter Zinsschritt im Dezember scheine zunehmend fraglich. (Ausgabe vom 18.07.2025) (21.07.2025/alc/a/a)