Politischen Sorgen treiben die Investoren weiterhin in Bundesanleihen


24.02.17 09:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die politischen Risiken im Euroraum, aber auch die schwer berechenbaren Auswirkungen der US-Politik sorgen derzeit für eine sehr große Nachfrage nach Bunds als sicheren Hafen, so die Analysten der National-Bank AG.

Die Nullprozentmarke für zehnjährige Bunds sei nach den jüngsten Renditerückgängen gar nicht mehr so weit entfernt. Zugleich trage die Knappheit an hochwertigem Collateral dazu bei, dass zweijährige Schätze nahezu täglich neue Rekordtiefststände erreichen würden. Obwohl der Bund im laufenden Jahr das Emissionsvolumen an zweijährigen "eigentlich" leicht habe kürzen wollen, lasse man nun verlauten, ggf. doch mehr Material in dieser Laufzeit zu platziert, sollte das verfügbare Material tatsächlich nicht ausreichen.

Obwohl sich gestern erneut US-Notenbanker geäußert hätten, gebe es keine neuen Hinweise, wie der weitere Leitzinspfad der FED verlaufen könnte. Eine Zinsanhebung im März bleibe daher immer noch möglich. Allerdings hätten die Aussagen des US-Finanzministers die Leitzinsfantasie ein wenig gedämpft. Er gehe zwar davon aus, dass die Steuerpläne vor der US-Sommerpause, die im August beginne, ratifiziert sein würden. Die Effekte würden jedoch erst in den kommenden Jahren zu spüren sein. Außerdem habe er Erwartungen hinsichtlich ihrer Ausgestaltung gedämpft und bspw. Zweifel an der Einführung der Border Adjustment Tax (BAT) geschürt, einer Sondersteuer für alle importierten Waren. Außerdem scheine er nicht davon auszugehen, dass der Unternehmenssteuersatz in Richtung 15 bis 20% fallen werde. Nach eigenen Aussagen stehe er sowohl mit dem Senat als auch dem Repräsentantenhaus in engem Austausch zu den Steuerplänen. Daher könne davon ausgegangen werden, dass seine Aussagen bereits auf den Erfahrungen aus den Gesprächen mit beiden Teilen des Kongresses beruhen würden.

Das sei zumindest an den Aktienmärkten nicht gut angekommen. Außerdem scheine sich das US-Treasury mit der Einführung von ultra lang laufenden Anleihen in der Kategorie 50 und 100 Jahre zu beschäftigen, was in Anbetracht der aktuellen Kapitalmarktrenditen vielleicht keine schlechte Idee aus staatlicher Sicht sei und dem einen oder andere institutionellen Anleger beim Management seines Asset Liability Mismatch helfen könnte. Damit würden die USA Ländern wie Österreich, Spanien, Frankreich o.ä. folgen.

Der heutige Tag halte wenig an neuen Impulsen bereit. Die Investoren würden sicher weiter auf die politische Lage vor allem in Europa schauen, was Bunds tendenziell gut stützen werde. Die italienischen Stimmungsindikatoren würden eine untergeordnete Rolle spielen. Sie sollten sich aufgrund der aktuellen Situation im Land im Vergleich zum Vormonat sowieso leicht abgeschwächt haben. Am Nachmittag werde das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan zu beachten sein. Der endgültige Wert sollte aber wenig von der Prognose abweichen. Grundsätzlich dürften die US-Konsumenten optimistisch geblieben sein.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sollte erneut mit Kursgewinnen in den Tag starten. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 165,00 und 166,65 bewegen. Obwohl Bunds gut unterstütz bleiben würden, dürfte es doch allmählich zu Gewinnmitnahmen kommen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,33 und 2,46% schwanken. (24.02.2017/alc/a/a)





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