Polen: Inflation nun bereits einstellig


11.10.23 08:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Zwar verblieb die Industrieproduktion in Polen zuletzt im kontraktiven Bereich mit einem Rückgang von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so die Analysten von Postbank Research.

Allerdings hätten einige exportorientierte Bereiche der Industrie wieder ein erstes leichtes Wachstum verzeichnen können.

Auf dem Arbeitsmarkt habe die Arbeitslosigkeit derweilen weiterhin auf Rekordtief verharrt. Obwohl die Nachfrage nach Arbeitskräften durch die Unternehmen spürbar abgenommen habe, seien die Löhne mit einer zweistelligen Prozentrate gestiegen. Die Lage am Arbeitsmarkt fördere damit weiterhin inflationäre Tendenzen. Eine graduelle Erholung der Reallöhne dürfte jedoch auch dem privaten Konsum zugute kommen und damit das Wachstum stützen.

Die Einzelhandelsumsätze im August würden dabei bereits etwas Optimismus zulassen. Mit einem Rücksetzer um "lediglich" 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr hätten die Umsätze höher gelegen, als von den meisten Analysten geschätzt.

Mit 8,2 Prozent sei die Inflation in Polen nach 10,1 Prozent im August nun doch in den einstelligen Bereich gesunken. Die Notenbank dürfte sich nach ihrer unerwartet deutlichen Zinssenkung von 6,75 auf 6,00 Prozent Anfang September bestätigt fühlen. Weitere kleine Zinssenkungen erscheinen bis zum Jahresende wahrscheinlich, so die Analysten von Postbank Research.

Die Postbank erwarte in den kommenden sechs Monaten eine leichte Aufwertung des Polnischen Zloty (PLN) auf EUR/PLN 4,80. (Ausgabe Währungsbulletin Oktober 2023) (11.10.2023/alc/a/a)