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Polen: Hohe Zinsen und starke Wirtschaftsdaten geben Impulse


03.06.24 12:00
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Europa steht vor einer Zinswende: Bereits im März nahm die Schweiz ihre Leitzinsen nach unten, Anfang Mai folgte Schweden mit der ersten Senkung seit acht Jahren, zudem dürfte die Europäische Zentralbank kurz vor einem solchen Schritt stehen, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

In Polen allerdings hätten sich die Erwartungen weiterer Zinssenkungen erst einmal verschoben, nachdem die Polnische Nationalbank 2023 noch zu den ersten Zentralbanken gehört habe, die mit einer Senkung des Leitzinsniveaus auf 5,75 Prozent das Signal zur Zinswende geliefert hätten. Neue Inflationssorgen würden jetzt aber zur Zurückhaltung mahnen: Nach einem deutlichen Rückgang der Teuerung auf nur noch 2,4 Prozent warne die Nationalbank angesichts der jüngsten Mehrwertsteuererhöhung auf Nahrungsmittel und des bevorstehenden Auslaufens von Deckelungen der Energiepreise vor einem erneuten Inflationsschub.

Dank der anhaltend starken Entwicklung der Wirtschaft könne sich die Nationalbank mit dem nächsten Zinsschritt Zeit lassen. Seit mittlerweile drei Jahrzehnten wachse das Bruttoinlandsprodukt schneller als der EU-Durchschnitt. Für das laufende Jahr erwarte die Europäische Kommission für Polen ein Wirtschaftswachstum von 2,8 Prozent, im kommenden Jahr gar von 3,4 Prozent. Nachdem der Zloty gegenüber dem Euro im Jahresvergleich bereits um fast 6 Prozent aufgewertet habe, würden die hohen Zinsen und eine expansive polnische Wirtschaft für eine Fortsetzung des Trends sprechen. (Ausgabe vom 31.05.2024) (03.06.2024/alc/a/a)