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Platzt eine Blase am US-Anleihenmarkt?
19.07.13 15:42
Rohstoff-Report
München (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank hat am 19. Juni signalisiert, ihr Programm zur geldpolitischen Lockerung QE auslaufen lassen zu wollen, vermutlich schon bis Mitte des Jahres 2014, sollten die Wirtschaftsdaten auf eine Erholung der Konjunktur schließen lassen, so die Experten von "BörseGo" in ihrem "Gold- & Rohstoff-Report".
Dass die US-Notenbank den Ausstieg beginne, bevor die US-Wirtschaft richtig an Fahrt gewinne, sei ein Hinweis darauf, dass sie versuche, die Anleihenmärkte abzukühlen, bevor der Effekt einer sich festigenden Gesamtwirtschaft dies zusätzlich erschwere.
Wie sei das zu verstehen? Normalerweise führe eine bessere Konjunktur automatisch zu steigenden Zinsen. Die Kreditvergabe werde aktiviert, und der Preis des Geldes (der Zins) steige. Nun habe sich die US-Wirtschaft unlängst noch in einem Umfeld befunden, das von sehr niedrigen Zinsen geprägt sei. Gleichzeitig würden Wirtschaftsdaten auf eine Konjunkturerholung hindeuten. Der Arbeitsmarkt erhole sich, das Verbrauchervertrauen steige, der Immobilienmarkt festige sich. Es sei also zu erwarten gewesen, dass die Anleihenmärkte in den USA irgendwann auf diesen Umstand reagieren würden. Diese automatische Anpassung hätte zu einem schnellen und unkontrollierten Anstieg der Zinsen führen können, der die junge Konjunkturerholung in den USA hätte abwürgen können.
Aus diesem Grund initiiere die US-Notenbank den QE-Exit bereits sehr früh - und zwar noch bevor die eigentliche Konjunkturerholung Tritt fasse und ihrerseits eine Anpassung und Normalisierung der Anleihenmärkte provoziere. Die Rendite einer zehnjährigen US-Staatsanleihe sei bereits von 1,61% am 1. Mai auf 2,72% am 5. Juli gestiegen. Das sei die von Bernanke ausgelöste Normalisierung.
Was habe das alles mit Gold zu tun? Nun: Die Realzinsen würden ebenfalls steigen, da die Inflation niedrig bleibe. Das sei negativ für Gold, da Investoren plötzlich wieder positive Renditen mit Staatsanleihen erwirtschaften könnten. So seien die von der US-Notenbank als Inflationsmaß favorisierten Konsumausgaben (PCE-Deflator) im Mai um 1% gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat gestiegen, nach +0,7% im April. Dieser Anstieg sei der niedrigste seit dem Jahr 2009 gewesen.
Könne sich Gold bald wieder stabilisieren? Das hänge von zwei Faktoren ab. Zum einen von den Zinsen in den USA. Wenn die Wirtschaftsdaten vermehrt positive Überraschungen liefern würden, könnten die Zinsen weiter steigen und damit einen frühzeitigen QE-Exit einpreisen. Allerdings liege bei 3% eine technische Hürde, die den Renditeanstieg in den USA erst einmal aufhalten könnte. Die Experten würden annehmen, dass auch Ben Bernanke verbal versuchen werde, einen darüber hinaus gehenden Anstieg der Renditen zu vermeiden, da er der US-Konjunktur schaden könnte. Es sei also gut möglich, dass der Goldpreis im Bereich von 1200 USD/Unze für den Moment fundamental gut unterstützt sei. (Ausgabe 15 vom 18.07.2013) (19.07.2013/alc/a/a)
Dass die US-Notenbank den Ausstieg beginne, bevor die US-Wirtschaft richtig an Fahrt gewinne, sei ein Hinweis darauf, dass sie versuche, die Anleihenmärkte abzukühlen, bevor der Effekt einer sich festigenden Gesamtwirtschaft dies zusätzlich erschwere.
Aus diesem Grund initiiere die US-Notenbank den QE-Exit bereits sehr früh - und zwar noch bevor die eigentliche Konjunkturerholung Tritt fasse und ihrerseits eine Anpassung und Normalisierung der Anleihenmärkte provoziere. Die Rendite einer zehnjährigen US-Staatsanleihe sei bereits von 1,61% am 1. Mai auf 2,72% am 5. Juli gestiegen. Das sei die von Bernanke ausgelöste Normalisierung.
Was habe das alles mit Gold zu tun? Nun: Die Realzinsen würden ebenfalls steigen, da die Inflation niedrig bleibe. Das sei negativ für Gold, da Investoren plötzlich wieder positive Renditen mit Staatsanleihen erwirtschaften könnten. So seien die von der US-Notenbank als Inflationsmaß favorisierten Konsumausgaben (PCE-Deflator) im Mai um 1% gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat gestiegen, nach +0,7% im April. Dieser Anstieg sei der niedrigste seit dem Jahr 2009 gewesen.
Könne sich Gold bald wieder stabilisieren? Das hänge von zwei Faktoren ab. Zum einen von den Zinsen in den USA. Wenn die Wirtschaftsdaten vermehrt positive Überraschungen liefern würden, könnten die Zinsen weiter steigen und damit einen frühzeitigen QE-Exit einpreisen. Allerdings liege bei 3% eine technische Hürde, die den Renditeanstieg in den USA erst einmal aufhalten könnte. Die Experten würden annehmen, dass auch Ben Bernanke verbal versuchen werde, einen darüber hinaus gehenden Anstieg der Renditen zu vermeiden, da er der US-Konjunktur schaden könnte. Es sei also gut möglich, dass der Goldpreis im Bereich von 1200 USD/Unze für den Moment fundamental gut unterstützt sei. (Ausgabe 15 vom 18.07.2013) (19.07.2013/alc/a/a)


