Erweiterte Funktionen

PLN-Anleihen: Geldpolitischer Knaller aus Warschau


15.03.13 15:05
Fuchsbriefe

Berlin (www.anleihencheck.de) - Die Experten von "Fuchsbriefe" halten die PLN (Polnischer Zloty)-Anleihen für eine Halteposition.

Die polnische Nationalbank habe den Leitzins unerwartet stark auf 3,25% gesenkt, was einem Abschlag um 50 BP entspreche. Insgesamt habe sie das fünfte Mal in Folge die Leitzinsen herabgesetzt. Die polnische Wirtschaft stehe eigentlich noch ganz robust da. Trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise habe man in den letzten Jahren immer wieder ein positives Wirtschaftswachstum erzielt. Das BIP-Wachstum von 1,1% für Q4/2012 komme jedoch für polnische Verhältnisse fast einer gefühlten Rezession gleich. Die Teuerungsrate habe im Januar bei 1,7% gelegen, nur noch 0,2 Prozentpunkte vom unteren Rand der Bandbreite entfernt, in der die Notenbank die Geldentwertung sehen möchte.

Ein Blick auf den EUR/PLN zeige zwar, dass sich bei 4,20 Euro eine Unterstützungslinie herausgebildet habe. Polen möchte aber noch immer in rund zwei Jahren den Euro einführen. Für den Beitrittstermin peile Warschau eher einen schwächeren Wechselkurs an. Ferner habe die Funktion des Landes als "Flucht-Hafen" letztlich etwas gelitten. Die Wachstumssorgen in Polen und die Beruhigung der Euro-Krise hätten Gewinnmitnahmen verursacht. Die PLN-Anleihen böten noch einen signifikanten Renditevorsprung. Das gelte sowohl für Emissionen des Staates als auch auf PLN lautende Unternehmensanleihen. Dieser dürfte jedoch schwinden, je näher der Euro-Beitritt rücke.

Trotz des Zinsvorteils sind PLN-Bonds derzeit nur eine Halteposition, so die Experten von "Fuchsbriefe". Nicht investierte Anleger würden auf günstigere Einstiegskurse setzen. (Ausgabe 11 vom 14.03.2013) (15.03.2013/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.