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Omikron-Variante und US-Notenbank im Blickpunkt
06.12.21 09:30
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Eine große Portion Unsicherheit bestimmte in der Berichtswoche das Handelsgeschehen, so die Experten von Union Investment.
Die Ausbreitung der Omikron-Variante des Corona-Virus und die Befürchtung erneuter Einschränkungen sowohl wirtschaftlicher als auch gesellschaftlicher Aktivitäten habe an den Märkten zu großen Kursausschlägen geführt. Zudem bestehe bis zum jetzigen Zeitpunkt Unklarheit über die Gefährlichkeit der neuen Virus-Variante, was dem Vertrauen der Anleger nicht gerade förderlich gewesen sei. Zudem scheine die US-Notenbank hinsichtlich ihrer restriktiveren Geldpolitik einen schnelleren Kurs einzuschlagen. In der Berichtswoche habe die Aussicht auf eine zügigere Normalisierung der US-Geldpolitik schärfere Konturen angenommen. In der Folge hätten sichere Staatsanleihen wie deutsche Bundespapiere oder US-Schatzanweisungen Kursgewinne verbucht. Die Aktienmärkte hätten in einem schwankungsreichen Handel per saldo abgegeben.
Angesichts der aktuellen Lage gehe es der US-Notenbank wohl nicht schnell genug. Die hohe Inflation und die gute Verfassung der US-Wirtschaft würden in der FED die Zweifel am nur temporären Charakter bei der Preisentwicklung nähren. FED-Chef Powell habe in der Berichtswoche in einer Kongressanhörung durchblicken lassen, dass sich die Inflationsentwicklung wohl doch hartnäckiger zeige als zunächst angenommen. Zumindest scheine die FED nunmehr auf das Wort vorübergehend bei der Beurteilung der Lage zu verzichten. Eine schnellere Beendigung der Anleiherückkäufe (Tapering) würde der FED Spielraum verschaffen, an der Zinsschraube zu drehen und so inflationären Entwicklung entgegenzutreten.
Da eine Zinsanhebung erst nach Beendigung des Tapering erfolgen werde, wäre der FED an einer schnelleren Beendigung der Ankäufe gelegen. Bislang sei die Einstellung der Ankäufe für Mitte 2022 vorgesehen gewesen. Zwar sehe die FED auch weiterhin Corona-Risiken, aktuell stehe jedoch die Teuerungsdebatte im Blickpunkt. Eine gewichtige Rolle dürfte zudem der amerikanische Wahlkampf einnehmen. Mit Blick auf die Zwischenwahlen 2022 werde die Inflationsbekämpfung in den USA auch zum Politikum. Auf FED-Chef Powell komme mit fortgesetzter Amtszeit auch eine politische Aufgabe zu. Denn eine hohe Geldentwertung würde den Republikanern im Wahlkampf in die Hände spielen.
Weitere Rekordwerte habe es bei der Inflationsentwicklung gegeben. Die Teuerungsrate im Euroraum sei im November auf 4,9 Prozent gestiegen und habe damit auf dem höchsten Stand seit Einführung des Euro im Jahre 1999 gelegen. Stärkster Treiber dieser Entwicklung seien einmal mehr die Energiepreise gewesen. Aber auch die um die schwankungsreichen Nahrungs- und Energiepreise bereinigte Kernrate sei mit 2,6 Prozent recht deutlich angestiegen. Zumal der Preisdruck zunehmend an Breite gewinne.
Die Euro-Hüter würden weiter die Entwicklung beschwichtigen. Die EZB gehe gemäß Direktoriumsmitglied Schnabel davon aus, dass im November der Höhepunkt bei der Inflationsentwicklung erreicht worden sei. Doch auch der Druck auf die EZB dürfte zunehmen. Wenn auch Vergleiche zwischen der US-Notenbank und der EZB nicht angebracht erscheinen würden. Das Niedrigzinsumfeld im Euroraum dürfte noch lange Bestand haben, während in den USA nach Beendigung der Anleiheankäufe wohl mit ersten Zinsschritten zu rechnen sei.
Die deutsche Inflation sei, berechnet nach dem EU gemäßen HVPI-Index, im November sogar auf 6,0 Prozent gesprungen. Nach nationaler Berechnung habe die deutsche Teuerung immerhin noch bei plus 5,2 Prozent gelegen.
Die am Freitagnachmittag mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten hätten für eine herbe Enttäuschung unter den Anlegern gesorgt. Statt der erwarteten 550.000 seien im November nur 210.000 neue Stellen geschaffen worden. Dies sei der geringste monatliche Zuwachs im laufenden Jahr gewesen. Die Arbeitslosenrate habe sich auf 4,2 Prozent belaufen. Es stelle sich die Frage, ob die US-Notenbank angesichts dieser Entwicklung wirklich zügig zu einer restriktiveren Geldpolitik umschwenken könne.
Mit Blick auf weitere US-Daten habe sich das Verbrauchervertrauen gemäß Conference Board etwas eingetrübt. Erfreulich habe sich hingegen der ISM-Index gezeigt, der sich in allen Komponenten habe verbessern können. (Ausgabe vom 03.12.2021) (06.12.2021/alc/a/a)
Die Ausbreitung der Omikron-Variante des Corona-Virus und die Befürchtung erneuter Einschränkungen sowohl wirtschaftlicher als auch gesellschaftlicher Aktivitäten habe an den Märkten zu großen Kursausschlägen geführt. Zudem bestehe bis zum jetzigen Zeitpunkt Unklarheit über die Gefährlichkeit der neuen Virus-Variante, was dem Vertrauen der Anleger nicht gerade förderlich gewesen sei. Zudem scheine die US-Notenbank hinsichtlich ihrer restriktiveren Geldpolitik einen schnelleren Kurs einzuschlagen. In der Berichtswoche habe die Aussicht auf eine zügigere Normalisierung der US-Geldpolitik schärfere Konturen angenommen. In der Folge hätten sichere Staatsanleihen wie deutsche Bundespapiere oder US-Schatzanweisungen Kursgewinne verbucht. Die Aktienmärkte hätten in einem schwankungsreichen Handel per saldo abgegeben.
Angesichts der aktuellen Lage gehe es der US-Notenbank wohl nicht schnell genug. Die hohe Inflation und die gute Verfassung der US-Wirtschaft würden in der FED die Zweifel am nur temporären Charakter bei der Preisentwicklung nähren. FED-Chef Powell habe in der Berichtswoche in einer Kongressanhörung durchblicken lassen, dass sich die Inflationsentwicklung wohl doch hartnäckiger zeige als zunächst angenommen. Zumindest scheine die FED nunmehr auf das Wort vorübergehend bei der Beurteilung der Lage zu verzichten. Eine schnellere Beendigung der Anleiherückkäufe (Tapering) würde der FED Spielraum verschaffen, an der Zinsschraube zu drehen und so inflationären Entwicklung entgegenzutreten.
Da eine Zinsanhebung erst nach Beendigung des Tapering erfolgen werde, wäre der FED an einer schnelleren Beendigung der Ankäufe gelegen. Bislang sei die Einstellung der Ankäufe für Mitte 2022 vorgesehen gewesen. Zwar sehe die FED auch weiterhin Corona-Risiken, aktuell stehe jedoch die Teuerungsdebatte im Blickpunkt. Eine gewichtige Rolle dürfte zudem der amerikanische Wahlkampf einnehmen. Mit Blick auf die Zwischenwahlen 2022 werde die Inflationsbekämpfung in den USA auch zum Politikum. Auf FED-Chef Powell komme mit fortgesetzter Amtszeit auch eine politische Aufgabe zu. Denn eine hohe Geldentwertung würde den Republikanern im Wahlkampf in die Hände spielen.
Die Euro-Hüter würden weiter die Entwicklung beschwichtigen. Die EZB gehe gemäß Direktoriumsmitglied Schnabel davon aus, dass im November der Höhepunkt bei der Inflationsentwicklung erreicht worden sei. Doch auch der Druck auf die EZB dürfte zunehmen. Wenn auch Vergleiche zwischen der US-Notenbank und der EZB nicht angebracht erscheinen würden. Das Niedrigzinsumfeld im Euroraum dürfte noch lange Bestand haben, während in den USA nach Beendigung der Anleiheankäufe wohl mit ersten Zinsschritten zu rechnen sei.
Die deutsche Inflation sei, berechnet nach dem EU gemäßen HVPI-Index, im November sogar auf 6,0 Prozent gesprungen. Nach nationaler Berechnung habe die deutsche Teuerung immerhin noch bei plus 5,2 Prozent gelegen.
Die am Freitagnachmittag mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten hätten für eine herbe Enttäuschung unter den Anlegern gesorgt. Statt der erwarteten 550.000 seien im November nur 210.000 neue Stellen geschaffen worden. Dies sei der geringste monatliche Zuwachs im laufenden Jahr gewesen. Die Arbeitslosenrate habe sich auf 4,2 Prozent belaufen. Es stelle sich die Frage, ob die US-Notenbank angesichts dieser Entwicklung wirklich zügig zu einer restriktiveren Geldpolitik umschwenken könne.
Mit Blick auf weitere US-Daten habe sich das Verbrauchervertrauen gemäß Conference Board etwas eingetrübt. Erfreulich habe sich hingegen der ISM-Index gezeigt, der sich in allen Komponenten habe verbessern können. (Ausgabe vom 03.12.2021) (06.12.2021/alc/a/a)


