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Österreichs Notenbankchef: EZB-Zinsen bei zwei Prozent 2022 möglich
13.10.22 16:15
FONDS professionell
Wien (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank kann sich laut Ratsmitglied Robert Holzmann bis Ende des Jahres einem "neutralen Zinsniveau" nähern, wenn sie die Leitzinsen auf ihren nächsten beiden Sitzungen um insgesamt 125 Basispunkte anhebt, so die Experten von "FONDS professionell".
Die Europäische Zentralbank (EZB) meine es ernst mit den Maßnahmen gegen die Inflation. In ihrer September-Sitzung habe die Notenbank die Leitzinsen in der Union um 0,75 Prozent auf derzeit 1,25 Prozent für den Hauptrefinanzierungssatz und 0,75 Prozent für den Einlagensatz angehoben. Es sei der bisher größte Einzelschritt in der Geschichte der EZB gewesen; man könnte jedoch bald ähnliche Größenordnungen sehen. Das habe EZB-Ratsmitglied Robert Holzmann, Gouverneur der Österreichischen Nationalbank (OeNB), bei einem Gespräch mit dem Sender "CNBC" in den Raum gestellt.
Würden die Zinssätze am 27. Oktober um 75 Basispunkte angehoben und im Dezember eventuell um weitere 50 bis 75 Basispunkte, dann würde man sich "in der Nähe des neutralen Zinsniveaus", befinden, habe Holzmann laut der Nachrichtenagentur "Bloomberg" am Mittwoch in Washington in dem Interview gesagt.
Weder restriktiv noch stimulierend
Ein neutrales Einlagenzinsniveau würde bedeuten, dass die Geldpolitik weder restriktiv noch stimulierend wirke. Es würde der EZB laut Holzmann auch ermöglichen, über den Abbau ihrer Anleihebestände nachzudenken. Dieser Zeitplan für eine quantitative Straffung decke sich mit Kommentaren anderer EZB-Entscheider.
Auf die Frage nach einer noch stärkeren Zinsanhebung, nämlich um 100 Basispunkte, habe Holzmann gesagt, dass dies zwar eine Option sei, aber "über das hinausgehen würde, was der Markt erwartet". Ein solcher Zinsschritt würde auch "über das hinausgehen, was wir brauchen, um dem Markt zu signalisieren, dass wir es ernst meinen".
EZB lasse sich von leichter Rezession nicht beirren
Eine mögliche leichte Rezession im Euroraum werde die Straffungspläne der EZB nicht zum Scheitern bringen, habe er ausgeführt. Die Indikatoren würden darauf hindeuten, dass ein Abschwung "geringfügig" sein würde. "Ich sehe keine starke Rezession, die aus verschiedenen Gründen jedoch eintreten kann", habe er gesagt. "Dann sind wir in einer anderen Situation, und dann würden wir das Ganze neu bewerten." (13.10.2022/alc/a/a)
Die Europäische Zentralbank (EZB) meine es ernst mit den Maßnahmen gegen die Inflation. In ihrer September-Sitzung habe die Notenbank die Leitzinsen in der Union um 0,75 Prozent auf derzeit 1,25 Prozent für den Hauptrefinanzierungssatz und 0,75 Prozent für den Einlagensatz angehoben. Es sei der bisher größte Einzelschritt in der Geschichte der EZB gewesen; man könnte jedoch bald ähnliche Größenordnungen sehen. Das habe EZB-Ratsmitglied Robert Holzmann, Gouverneur der Österreichischen Nationalbank (OeNB), bei einem Gespräch mit dem Sender "CNBC" in den Raum gestellt.
Würden die Zinssätze am 27. Oktober um 75 Basispunkte angehoben und im Dezember eventuell um weitere 50 bis 75 Basispunkte, dann würde man sich "in der Nähe des neutralen Zinsniveaus", befinden, habe Holzmann laut der Nachrichtenagentur "Bloomberg" am Mittwoch in Washington in dem Interview gesagt.
Ein neutrales Einlagenzinsniveau würde bedeuten, dass die Geldpolitik weder restriktiv noch stimulierend wirke. Es würde der EZB laut Holzmann auch ermöglichen, über den Abbau ihrer Anleihebestände nachzudenken. Dieser Zeitplan für eine quantitative Straffung decke sich mit Kommentaren anderer EZB-Entscheider.
Auf die Frage nach einer noch stärkeren Zinsanhebung, nämlich um 100 Basispunkte, habe Holzmann gesagt, dass dies zwar eine Option sei, aber "über das hinausgehen würde, was der Markt erwartet". Ein solcher Zinsschritt würde auch "über das hinausgehen, was wir brauchen, um dem Markt zu signalisieren, dass wir es ernst meinen".
EZB lasse sich von leichter Rezession nicht beirren
Eine mögliche leichte Rezession im Euroraum werde die Straffungspläne der EZB nicht zum Scheitern bringen, habe er ausgeführt. Die Indikatoren würden darauf hindeuten, dass ein Abschwung "geringfügig" sein würde. "Ich sehe keine starke Rezession, die aus verschiedenen Gründen jedoch eintreten kann", habe er gesagt. "Dann sind wir in einer anderen Situation, und dann würden wir das Ganze neu bewerten." (13.10.2022/alc/a/a)


