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Notenbanker: EZB muss die Märkte "auch manchmal enttäuschen"
30.08.19 13:00
FONDS professionell
Wien (www.anleihencheck.de) - Weltweit wächst die Sorge vor einer Rezession, so die Experten von "FONDS professionell".
Vor allem in den USA würden Finanzexperten und Politiker immer lauter ein Umdenken in der Geldpolitik fordern. Eine Idee, die vor allem am linken Rand der Demokraten an Beliebtheit gewinne, sei die so genannte "New Monetary Theory". Sie besage, dass sich der Staat über Schulden keine Gedanken machen müsse, weil er über seine Notenbanken unbegrenzt neues Geld schöpfen könne. Ewald Nowotny, Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, halte diesen Ansatz für extrem und unrealistisch. Im Interview mit der "Wiener Zeitung" warne er vor solchen radikalen Ideen: "Ich glaube, Geldpolitik ist eine zu heikle Angelegenheit für leichtfertige Experimente."
Die Notenbanken hätten gelernt, dass sie unter keinen Umständen die Fehler der 1930er Jahre wiederholen dürften. Damals hätten sie massiv mit ihrer Geldpolitik zur Verstärkung der Krise beigetragen. Mittlerweile aber würden die Zentralbanken den Erwartungen der Märkte zu intensiv folgen und es vermeiden, diese auch mal zu enttäuschen - ebenfalls eine riskante Politik, warne Nowotny. "Ich bin der Auffassung, dass Notenbanken die entscheidende Institution sein sollten, die von daher auch manchmal Märkte enttäuschen müssen."
Auch wenn er von unendlicher Geldschöpfung wenig halte, zeige sich der Notenbanker im Gespräch mit der Zeitung offen für Veränderungen: Die Geldpolitik sei zu wichtig, um neues Lernen zu verweigern. In welche Richtung sich die neue Politik in den Details bewege, sei allerdings offen. "Man muss das wirklich gesamtwirtschaftlich betrachten, etwa die realwirtschaftlichen Folgen langfristig extrem niedriger Zinsen", sage Nowotny. Erst, wenn man eine Gesamtbetrachtung vornehme, könne man die richtigen Schlüsse ziehen. (30.08.2019/alc/a/a)
Vor allem in den USA würden Finanzexperten und Politiker immer lauter ein Umdenken in der Geldpolitik fordern. Eine Idee, die vor allem am linken Rand der Demokraten an Beliebtheit gewinne, sei die so genannte "New Monetary Theory". Sie besage, dass sich der Staat über Schulden keine Gedanken machen müsse, weil er über seine Notenbanken unbegrenzt neues Geld schöpfen könne. Ewald Nowotny, Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, halte diesen Ansatz für extrem und unrealistisch. Im Interview mit der "Wiener Zeitung" warne er vor solchen radikalen Ideen: "Ich glaube, Geldpolitik ist eine zu heikle Angelegenheit für leichtfertige Experimente."
Die Notenbanken hätten gelernt, dass sie unter keinen Umständen die Fehler der 1930er Jahre wiederholen dürften. Damals hätten sie massiv mit ihrer Geldpolitik zur Verstärkung der Krise beigetragen. Mittlerweile aber würden die Zentralbanken den Erwartungen der Märkte zu intensiv folgen und es vermeiden, diese auch mal zu enttäuschen - ebenfalls eine riskante Politik, warne Nowotny. "Ich bin der Auffassung, dass Notenbanken die entscheidende Institution sein sollten, die von daher auch manchmal Märkte enttäuschen müssen."
Auch wenn er von unendlicher Geldschöpfung wenig halte, zeige sich der Notenbanker im Gespräch mit der Zeitung offen für Veränderungen: Die Geldpolitik sei zu wichtig, um neues Lernen zu verweigern. In welche Richtung sich die neue Politik in den Details bewege, sei allerdings offen. "Man muss das wirklich gesamtwirtschaftlich betrachten, etwa die realwirtschaftlichen Folgen langfristig extrem niedriger Zinsen", sage Nowotny. Erst, wenn man eine Gesamtbetrachtung vornehme, könne man die richtigen Schlüsse ziehen. (30.08.2019/alc/a/a)


