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Notenbanken wieder im Lockerungsmodus - zur Freude der Aktionäre
16.08.19 13:24
BNP Paribas
Paris (www.anleihencheck.de) - Negative Stimmung, negative Zinsen. Im Zuge anhaltend schlechter Nachrichten von der Konjunkturfront sind die Anleiherenditen rund um den Globus seit Monaten auf dem Rückzug, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".
Nachdem auch die irische zehnjährige Staatsanleihe vor Kurzem unter null gefallen sei, würden Euro-Staatsanleihen dieser Laufzeit nur noch in Spanien, Portugal, Zypern, Italien und Griechenland im Plus rentieren. Nun stelle sich die Frage, ob auch die Notenbanken an der Zinsschraube drehen würden. Da die Geldpolitik ein wichtiger Faktor für die Entwicklung der Kapitalmärkte sei, wollten die Analysten hier kurz beleuchten, was in den kommenden Monaten von den wichtigsten Zentralbanken zu erwarten sei.
In den USA hätten sich zwar Arbeitsmarkt und Konsum zuletzt robust gezeigt, die Risiken für den Welthandel würden jedoch auch bei der größten Volkswirtschaft der Welt Bremsspuren hinterlassen. Daher habe die US-Notenbank FED bereits Ende Juli 2019 mit ihrer ersten Zinssenkung seit zehn Jahren reagiert. Das dürfte jedoch erst der Anfang gewesen sein. Die Mehrzahl der Analysten rechne nun mit zwei weiteren Leitzinssenkungen im laufenden Jahr.
Auch in der Eurozone sei mit einer Lockerung der Geldpolitik zu rechnen. Allerdings würden die Währungshüter der EZB etwas tiefer in den Werkzeugkasten greifen müssen, denn einer der der drei Leitzinsen, der Einlagezinssatz für Banken, liege mit minus 0,4 Prozent bereits im Negativbereich. Ein erneutes Drehen an der Zinsschraube in den kommenden Monaten sei zwar zu erwarten, werde aber wenig bringen. Daher scheine eine Wiederaufnahme der umstrittenen Anleihekäufe, des sogenannte "Quantitative Easings", möglich.
Die Bank of Japan, die schon seit gut 20 Jahren eine Nullzinspolitik fahre, dürfte weiter auf ihrem ultralockeren Kurs verharren. Japan leide an einer notorischen Wachstumsschwäche, und auch die Inflation notiere weit entfernt vom Zielwert in Höhe von zwei Prozent. Mit neuen Maßnahmen zur Belebung sei allerdings nicht zu rechnen, da die Bank of Japan ihre Möglichkeiten bereits weitgehend ausgeschöpft habe. Lediglich bei der Bank of England erscheine eine Zinserhöhung in absehbarer Zeit möglich. Auf dem Arbeitsmarkt herrsche nahezu Vollbeschäftigung, die Löhne würden steigen und die Inflation sei innerhalb des Zielkorridors. Ein Hard Brexit könnte jedoch einen Strich durch die Rechnung machen.
Die wichtigsten Notenbanken dürften die Märkte somit auf absehbare Zeit weiter mit billigem Geld versorgen. Wie bisher sollten die Aktienmärkte davon profitieren, weswegen das Langfristszenario für Aktienanleger attraktiv bleibe. (16.08.2019/alc/a/a)
Nachdem auch die irische zehnjährige Staatsanleihe vor Kurzem unter null gefallen sei, würden Euro-Staatsanleihen dieser Laufzeit nur noch in Spanien, Portugal, Zypern, Italien und Griechenland im Plus rentieren. Nun stelle sich die Frage, ob auch die Notenbanken an der Zinsschraube drehen würden. Da die Geldpolitik ein wichtiger Faktor für die Entwicklung der Kapitalmärkte sei, wollten die Analysten hier kurz beleuchten, was in den kommenden Monaten von den wichtigsten Zentralbanken zu erwarten sei.
Auch in der Eurozone sei mit einer Lockerung der Geldpolitik zu rechnen. Allerdings würden die Währungshüter der EZB etwas tiefer in den Werkzeugkasten greifen müssen, denn einer der der drei Leitzinsen, der Einlagezinssatz für Banken, liege mit minus 0,4 Prozent bereits im Negativbereich. Ein erneutes Drehen an der Zinsschraube in den kommenden Monaten sei zwar zu erwarten, werde aber wenig bringen. Daher scheine eine Wiederaufnahme der umstrittenen Anleihekäufe, des sogenannte "Quantitative Easings", möglich.
Die Bank of Japan, die schon seit gut 20 Jahren eine Nullzinspolitik fahre, dürfte weiter auf ihrem ultralockeren Kurs verharren. Japan leide an einer notorischen Wachstumsschwäche, und auch die Inflation notiere weit entfernt vom Zielwert in Höhe von zwei Prozent. Mit neuen Maßnahmen zur Belebung sei allerdings nicht zu rechnen, da die Bank of Japan ihre Möglichkeiten bereits weitgehend ausgeschöpft habe. Lediglich bei der Bank of England erscheine eine Zinserhöhung in absehbarer Zeit möglich. Auf dem Arbeitsmarkt herrsche nahezu Vollbeschäftigung, die Löhne würden steigen und die Inflation sei innerhalb des Zielkorridors. Ein Hard Brexit könnte jedoch einen Strich durch die Rechnung machen.
Die wichtigsten Notenbanken dürften die Märkte somit auf absehbare Zeit weiter mit billigem Geld versorgen. Wie bisher sollten die Aktienmärkte davon profitieren, weswegen das Langfristszenario für Aktienanleger attraktiv bleibe. (16.08.2019/alc/a/a)


