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Die Notenbanken warten weiter ab
26.01.24 13:15
RBC BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Die Sitzungen der Europäischen Zentralbank und der Bank of Japan lieferten wenige neue Erkenntnisse, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay, RBC BlueBay Asset Management.
Die Renditen von Staatsanleihen hätten sich in der vergangenen Woche seitwärts bewegt. Ungeachtet der Zentralbanksitzungen sei es eine ruhige Woche gewesen. Das vorherrschende Thema an den Märkten sei nach wie vor die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft. Der Aktienindex S&P 500 habe trotz hoher Zinsen, geopolitischer Unsicherheiten und von China ausgehender globaler Wachstumssorgen ein neues Rekordhoch erreicht.
Vor der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank Federal Reserve in der kommenden Woche lohne es sich, einen Schritt zurückzutreten und die aktuell zur Verfügung stehenden Daten zu bewerten. Die Inflation sei auf einem guten Weg, aber die Unsicherheit bleibe groß. Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung lägen unter 200.000. Das deute auf eine geringe unmittelbare Belastung des Arbeitsmarktes hin. Die Finanzbedingungen hätten sich zuletzt gelockert.
Insgesamt bedeute eine robuste Wirtschaft in Verbindung mit günstigen Disinflationstendenzen aus Sicht der Experten, dass der FOMC geduldig sein und mit der geldpolitischen Lockerung abwarten könne.
Die Europäische Zentralbank (EZB) habe ihre Geldpolitik unverändert belassen und sich dafür entschieden, zunächst die Inflations- und Lohnentwicklung im ersten Quartal abzuwarten. Die Experten würden denken, dass die Inflationsprognosen für 2025 bei oder unter 2 Prozent liegen müssten, um den Rat von der Notwendigkeit einer geldpolitischen Anpassung zu überzeugen. Das liege deutlich unter den aktuellen EZB-Erwartungen.
Ähnlich wie die EZB habe die Bank of Japan (BoJ) ihre Geldpolitik wie erwartet beibehalten. Es habe aber ein paar bemerkenswerte Aspekte im Ausblick und bei der Pressekonferenz gegeben. Die Prognosen für die Kerninflationsrate in den Jahren 2024 und 2025 seien bei 1,9 Prozent belassen worden. Die Aufnahme des neuen Satzes "die Wahrscheinlichkeit, dass das Preisstabilitätsziel erreicht wird, ist weiter allmählich gestiegen" lasse nach Meinung der Experten aber hoffen, dass die Erwartungen im April auf 2 Prozent angehoben werden könnten. Das würde die Voraussetzungen für eine spätere Anhebung der Leitzinsen schaffen.
BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda habe sich außerdem dahingehend geäußert, dass es Anzeichen für höhere Lohnsteigerungen bei den bevorstehenden Tarifverhandlungen im Frühjahr gebe. Die Experten würden geduldig bleiben und seien überzeugt, dass die Renditen in Japan weiter steigen würden.
Im Vereinigten Königreich sei zu beobachten gewesen, dass sich die Probleme bei der Containerschifffahrt im Roten Meer auf die Kosten der Unternehmen und die Geschäftsaussichten auswirken würden. Im jüngsten Einkaufsmanagerindex sei festgestellt worden, dass die Lieferunterbrechungen zu längeren Lieferzeiten geführt und die Produktionskosten in die Höhe getrieben hätten - und das zu einer Zeit, in der der Preisdruck im Dienstleistungssektor nach wie vor hoch sei. Die Experten seien weiterhin der Ansicht, dass die Inflation in Großbritannien volatil und strukturell höher bleiben werde. (26.01.2024/alc/a/a)
Die Renditen von Staatsanleihen hätten sich in der vergangenen Woche seitwärts bewegt. Ungeachtet der Zentralbanksitzungen sei es eine ruhige Woche gewesen. Das vorherrschende Thema an den Märkten sei nach wie vor die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft. Der Aktienindex S&P 500 habe trotz hoher Zinsen, geopolitischer Unsicherheiten und von China ausgehender globaler Wachstumssorgen ein neues Rekordhoch erreicht.
Vor der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank Federal Reserve in der kommenden Woche lohne es sich, einen Schritt zurückzutreten und die aktuell zur Verfügung stehenden Daten zu bewerten. Die Inflation sei auf einem guten Weg, aber die Unsicherheit bleibe groß. Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung lägen unter 200.000. Das deute auf eine geringe unmittelbare Belastung des Arbeitsmarktes hin. Die Finanzbedingungen hätten sich zuletzt gelockert.
Die Europäische Zentralbank (EZB) habe ihre Geldpolitik unverändert belassen und sich dafür entschieden, zunächst die Inflations- und Lohnentwicklung im ersten Quartal abzuwarten. Die Experten würden denken, dass die Inflationsprognosen für 2025 bei oder unter 2 Prozent liegen müssten, um den Rat von der Notwendigkeit einer geldpolitischen Anpassung zu überzeugen. Das liege deutlich unter den aktuellen EZB-Erwartungen.
Ähnlich wie die EZB habe die Bank of Japan (BoJ) ihre Geldpolitik wie erwartet beibehalten. Es habe aber ein paar bemerkenswerte Aspekte im Ausblick und bei der Pressekonferenz gegeben. Die Prognosen für die Kerninflationsrate in den Jahren 2024 und 2025 seien bei 1,9 Prozent belassen worden. Die Aufnahme des neuen Satzes "die Wahrscheinlichkeit, dass das Preisstabilitätsziel erreicht wird, ist weiter allmählich gestiegen" lasse nach Meinung der Experten aber hoffen, dass die Erwartungen im April auf 2 Prozent angehoben werden könnten. Das würde die Voraussetzungen für eine spätere Anhebung der Leitzinsen schaffen.
BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda habe sich außerdem dahingehend geäußert, dass es Anzeichen für höhere Lohnsteigerungen bei den bevorstehenden Tarifverhandlungen im Frühjahr gebe. Die Experten würden geduldig bleiben und seien überzeugt, dass die Renditen in Japan weiter steigen würden.
Im Vereinigten Königreich sei zu beobachten gewesen, dass sich die Probleme bei der Containerschifffahrt im Roten Meer auf die Kosten der Unternehmen und die Geschäftsaussichten auswirken würden. Im jüngsten Einkaufsmanagerindex sei festgestellt worden, dass die Lieferunterbrechungen zu längeren Lieferzeiten geführt und die Produktionskosten in die Höhe getrieben hätten - und das zu einer Zeit, in der der Preisdruck im Dienstleistungssektor nach wie vor hoch sei. Die Experten seien weiterhin der Ansicht, dass die Inflation in Großbritannien volatil und strukturell höher bleiben werde. (26.01.2024/alc/a/a)


