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Notenbanken und die Quadratur des Kreises
04.04.19 11:15
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Nachdem bereits seit Jahren der Nullzins die Notenbankpolitik in Japan beherrscht, droht inzwischen der Eurozone ein ähnliches Schicksal, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Denn der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, habe bereits vor Wochen angedeutet, dass man im Falle einer stärkeren Eintrübung der Konjunktur die Zinswende weiter nach hinten verschieben werde. Schenke man den Worten der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, Glauben, so habe das weltweite Wirtschaftswachstum an Schwung verloren. In diesem Zusammenhang sei auf eine Auswertung des auf Logistik spezialisierten Unternehmens S&P Global Market verwiesen, das bei der Seefracht in die USA den ersten Rückgang seit zwei Jahren ermittelt habe. Somit sei weiterhin viel Fingerspitzengefühl bei den geldpolitischen Entscheidungen in den bedeutenden Notenbanken gefragt.
Für die US-amerikanische Notenbank FED sei deshalb nach Meinung Lagardes ein "geduldiges Tempo" bei der Normalisierung der Geldpolitik notwendig, um das konjunkturelle Wachstum in der zweiten Jahreshälfte 2019 zu unterstützen. In der Eurozone hingegen sei die Situation eine ganz andere. Dort seien die in der Finanzkrise 2008 aufgetretenen Probleme nicht wirklich gelöst, sondern nur in die Zukunft verschoben worden. Das bedeute allerdings zugleich, dass bei einer neuerlichen Krise die EZB die Zinsen nicht mehr weiter senken könne, sondern auf andere geldpolitische Instrumente zurückgreifen müsse.
Bereits jetzt könnten die europäischen Banken - nach dem neuesten Global Risk Report der Boston Consulting Group - für sich in Anspruch nehmen, den geringsten Gewinn nach Abzug der Risiko- und Kapitalkosten zu erwirtschaften - und das werde ohne Zinswende auch noch lange so bleiben. Es bestehe aber kein Grund, auf diesen Spitzenplatz stolz zu sein. Zumal in den Jahren 2013 bis 2017 die Banken in Nordamerika auf ein Plus von 195 Mrd. Euro verweisen könnten und in Europa im gleichen Zeitraum ein Fehlbetrag von 465 Mrd. Euro erwirtschaftet worden sei. Sogar die Regionen Asien-Pazifik, Südamerika sowie Nahost mit Afrika hätten mit positiven Ergebnissen punkten können.
Nicht zuletzt sei dies ein Grund für die inzwischen aufkommenden Überlegungen, der sinkenden Profitabilität der europäischen Banken mit einer Staffelung der Einlagenzinsen zu begegnen. Im Rahmen einer Staffelung könnten Teile der Bankeinlagen mit einem geringeren Strafzins belegt werden. Jedoch sei die Diskussion hierzu noch im Anfangsstadium, da eine solche Anpassung Interpretationsspielraum schaffen würde. Denn ein solcher Schritt könnte als Vorbote einer möglichen Zinswende empfunden werden und zugleich die Zinskurve flacher werden lassen. Nutznießer eines Staffelsystems wären sicherlich die Banken Deutschlands, Finnlands, Frankreichs, Luxemburgs und der Niederlande. Ob man im Gegenzug den Banken der anderen Euroländer mit günstigen Konditionen bei der dritten Serie der langfristigen Refinanzierungsgeschäfte entgegenkommen könnte, werde eine auf EZB-Arbeitsebene zu überprüfende Variante sein. Aufschluss über den Stand der Diskussion zu diesem Thema würden sich die Marktteilnehmer auch von der heutigen Veröffentlichung des EZB-Sitzungsprotokolls vom 7. März des Jahres erhoffen.
Es seien also keine einfachen Zeiten für die Notenbanker Englands, der Eurozone, Japans, der Schweiz und den USA, in denen es gelte, die doch sehr unterschiedlichen Einflussfaktoren auf die geldpolitischen Entscheidungen richtig zu bewerten. Aber zumindest hätten die Präsidenten der anderen Notenbanken nicht noch zusätzlich unter solchen Anfeindungen zu leiden, wie sie FED-Chef Powell erfahre. Dieser sei zuletzt wieder in Trumps Fadenkreuz geraten und werde nicht zum ersten Mal für alle negativen Entwicklungen beim US-Haushaltsdefizit, bei den Börsenindices und auch beim Handelsbilanzdefizit verantwortlich gemacht. Doch Powell lasse die Kritik an sich abprallen und verweise auf die seinem Vertrag zugrunde liegende Laufzeit, die sogar über die momentane Amtszeit von D.T. hinausgehe.
Dann eben doch mit Jeremy Corbyn! Nachdem sich Theresa May bisher geweigert habe, auf die Labour-Partei in Sachen Brexit zuzugehen, wolle sie nun mit Oppositionschef Corbyn zusammen nach einem Weg aus der Sackgasse suchen. Warum nicht schon früher, möge man sich in Deutschland fragen, wo man mit großen Koalitionen Erfahrung habe. Beide Gesprächspartner hätten das Treffen als konstruktiv, aber ergebnislos bezeichnet. Es gebe also noch viel zu bereden.
Deshalb brauche die Premierministerin mehr Zeit und wolle die EU erneut bitten, den Austrittstermin noch einmal über den 12. April auf den 22. Mai zu verschieben. Sonst drohe bekanntlich der ungeregelte Brexit. Ein geregelter Austritt mit einem Abkommen sei für May zwar die beste Lösung, aber ihr eigener Deal mit der EU sei bekanntlich im Parlament schon dreimal gescheitert.
Wenn sie sich nun mit Corbyn, der Mays Angebot umgehend angenommen habe, zusammensetze, um sich auf einen gemeinsamen Plan zu einigen, sei das für beide nicht ohne Risiken. Zum einen könne es in den Gesprächen ohnehin nur um die politische Erklärung zur zukünftigen Partnerschaft gehen, nicht aber um den rechtsverbindlichen Kern des Austrittsabkommens. Denn die EU sei nicht bereit, diesen zu öffnen. Und zum anderen drohe beiden Gesprächspartnern Widerspruch aus den eigenen Reihen. Insbesondere May müsse die Hardliner unter den Brexiteers der Tories fürchten, wenn sie nun eine parteiübergreifende Austrittsregelung suche. Denn Corbyn beharre auf einer Zollunion mit der EU, die im Parlament als populärste Variante eines sanften Brexits gelte. Außerdem wolle er eine enge Anbindung an den Binnenmarkt.
Sollten sich May und Corbyn auf einen Kompromiss einigen können, wäre eine vierte Abstimmung im Unterhaus aussichtsreich. Für einen Hardliner wie Boris Johnson aber wäre das natürlich reines Teufelszeug. Man könne nicht die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt aus der EU herausführen und sich trotzdem von der EU führen zu lassen, habe er bereits getönt. Corbyn wiederum könnte durch eine solche Einigung durch jene Abgeordneten von Labour unter Druck geraten, die gar nicht aus der EU austreten möchten.
Es sei nun vorgesehen, den gemeinsamen Plan, sollte er denn zustande kommen, nächste Woche den anderen EU-Staaten vorzulegen. Letztendlich riskiere May mit dieser Vorgehensweise die endgültige Spaltung der Tories, die so tief zerstritten seien, dass eine Loslösung der radikalen EU-Gegner ohnehin nur eine Frage der Zeit sei. Vielleicht werde man May, die in der Sache bisher eigentlich extrem unglücklich agiert habe, mal nachsagen, dass es ihr größter Verdienst sei gewesen, die Interessen des Landes über die der Partei gestellt zu haben. Sie, die bisher Zugeständnisse an die Opposition kategorisch abgelehnt habe, sei nun über ihren Schatten gesprungen. Denn was ein ungeregelter Brexit bedeuten würde, das habe dieser Tage Wirtschaftsminister Peter Altmaier noch einmal unmissverständlich klargemacht: Es stünden tausende von Arbeitsplätzen auf dem Spiel, insbesondere in der Exportindustrie.
Falls bei den Gesprächen zwischen May und Corbyn am Ende kein gemeinsamer Vorschlag herauskommen sollte, habe sich die Premierministerin angeblich einen Plan B zurechtgelegt. Dann wolle sie sich mit der Labour-Opposition auf einen Katalog verschiedener Optionen verständigen, unter denen die Abgeordneten eine auswählen könnten. Was dann folgen würde, kenne man bereits zur Genüge: Abstimmungsmarathons, die mit "No" enden würden. Lassen wir uns einfach überraschen, so die Analysten der Baader Bank.
Doch auch das Parlament wolle sich nun endlich präsent zeigen und habe sich am gestrigen Abend mit einem Gesetzentwurf beschäftigt, der einen EU-Austritt ohne Abkommen unmöglich machen solle. Das Ergebnis lasse aufhorchen. Es sei in der dritten Lesung angenommen worden! Zwar nur mit einer Stimme Mehrheit, aber immerhin. Bevor er allerdings zum Gesetz werden könne, müsse noch das Oberhaus zustimmen!
Sehe man einmal von seiner politischen Ausrichtung ab, müsse man Recep Erdogan attestieren, dass er jahrelang erfolgreich die türkische Wirtschaft gesteuert habe. Dann habe er allerdings begonnen, eine Reihe von Fehlern zu machen, die nicht zuletzt ausländische Investoren abgeschreckt hätten. Nachdem die Preise in den vergangenen zwölf Monaten um 20% gestiegen seien und mehr als eine Million Arbeitsplätze verloren gegangen seien, sei es verständlich, dass viele Wähler unzufrieden seien. Daraus würden die jüngsten Wahlschlappen der Regierungspartei AKP in den türkischen Ballungsräumen resultieren. Die Kontrolle über die Metropole Istanbul und die Hauptstadt Ankara sei an die Mitte-Links-Partei CHP verloren worden - dort habe die AKP seit ihrer Gründung im Jahre 2001 regiert. Nicht zuletzt, weil Erdogan den Wahlkampf komplett dominiert habe, sei dies auch eine persönliche Niederlage für den AKP-Chef gewesen.
Aber es könne nicht sein, was nicht sein dürfe. So habe die AKP, die gar von Wahlfälschung rede, gegen den Wahlausgang in den beiden Großstädten Einspruch eingelegt. Das sei ihr gutes Recht. Doch egal wie eine eventuell erneute Zählung der Stimmen ausgehen werde, dürfte jetzt schon klar sein, dass die Türkei nicht zur Ruhe komme.
Außerdem habe sich Erdogan auch noch Ärger mit D.T., dem Unberechenbaren, eingehandelt. Ausgerechnet das NATO-Land Türkei wolle sich ein russisches Luftabwehrsystem namens S-400 zulegen. Sowohl die USA als auch andere NATO-Länder seien besorgt, dass Russland über das S-400-System Informationen zu NATO-Flugzeugen erlangen könnte. Auch sei nicht sichergestellt, dass es mit westlichen Systemen kompatibel sei. Darüber hinaus schwinge in NATO-Kreisen die Sorge mit, die Türkei könnte sich mit diesem Schritt von der Allianz abwenden. Als Reaktion hätten die USA nun die Auslieferung von F-35-Kampfjets an Ankara erst mal gestoppt - sollte die Türkei auf den Erwerb des russischen S-400-Luftabwehrsystems beharren.
Die Reaktion der türkischen Währung auf die unsichere Situation in dem Land sei durchaus signifikant gewesen. Nachdem die Türkische Lira bereits vor den Wahlen am Sonntag unter Druck geraten sei, sei auch anschließend keine Beruhigung eingetreten und die Volatilität bleibe hoch. Dazu habe u.a. die Anweisung aus Ankara an türkische Banken beigetragen, ausländischen Instituten keine Lira mehr zu leihen, um weitere Wetten auf einen Verfall der Währung einzudämmen. So habe die Lira am Mittwoch wieder bei ca. 0,1574 Euro notiert und damit deutlich unter ihrem Wochenhoch von 0,1675 Euro vom 27. März. Damit bleibe die Lira verwundbar, was auch daran liege, dass die Türkische Zentralbank nicht genügend Glaubwürdigkeit bei den Investoren genieße.
Die wirtschaftlichen Perspektiven Italiens würden sich rasant verschlechtern. Schatz- und Finanzminister Giovanni Tria habe nun eingestehen müssen, dass das Land wohl 2019 mit Nullwachstum rechnen müsse. Im vergangenen Oktober habe man in Rom noch mit +1,5% gerechnet - einem Wert, den die Regierung dann im Dezember auf +1,0% reduziert habe. Die OECD gehe in ihrem jüngsten Länderbericht für Italien im laufenden Jahr von einem Rückgang des BIP von 0,2% aus - was eine Rezession bedeute. Und dies in einem Land, das 2018 eine reale Wirtschaftsleistung vorgelegt habe, die lediglich 95% des Wertes von vor der Finanzkrise 2007 entsprochen habe. Auch für 2020 gehe die OECD nur von einem leichten Wachstum in Höhe von maximal 0,5% aus.
Die OECD schreibe, dass zunehmende Unsicherheit der Verbraucher und der Unternehmen die Bereitschaft zu Konsum und Investitionen sinken lasse, womit auch das Wachstum schwach bleibe. Italien leide demnach weiterhin unter langjährigen sozialen und wirtschaftlichen Problemen. Kein Wunder also, dass die Organisation Italiens populistische Regierung zu mehr Haushaltsdisziplin angehalten habe. Die Koalition in Rom solle etwa eine im Haushalt für 2019 vorgesehene Rentenreform wieder rückgängig machen. Außerdem rate die OECD, Italien solle die Leistungen des neuen Grundeinkommens senken.
Italien weise mit 132,1% der Wirtschaftsleistung eine erhebliche Staatsverschuldung auf. Erlaubt seien eigentlich höchstens 60%. Sofern das Land seine aktuelle Regierungspolitik fortsetze, gehe die OECD davon aus, dass die Schuldenquote im Jahr 2020 auf mehr als 134% klettern werde. Vor diesem Hintergrund werde das Land seine Ziele für die Neuverschuldung nach Prognose der OECD in diesem Jahr verfehlen. Demnach sei das Budgetdefizit auf 2,5% gestiegen, nachdem Italien mit der EU Ende 2018 nach wochenlangem Streit mit der Kommission einen Wert in Höhe von 2,04% vereinbart habe.
Mehr Schulden als erlaubt zu machen, plane man auch in Paris. Allerdings liege das anvisierte Haushaltsdefizit von Frankreich mit 3,1% nur knapp über dem Wert von 3,0%, den die Maastricht-Kriterien vorgeben würden. Nachdem die Regierung von Emmanuel Macron den so genannten Gelbwesten Zugeständnisse etwa bei der Benzinsteuer gemacht habe, sei man in Paris zunächst sogar von einer Schuldenquote von 3,2% ausgegangen. Nach unten korrigieren müssen habe Frankreich aber auch seine Wirtschaftsleistung. So rechne das Finanzministerium in Paris inzwischen von 2019 bis 2022 mit einem jährlichen Wachstum von lediglich 1,4% nach zuvor angepeilten 1,7%.
Die internationalen Handelskonflikte würden für starke Bremsspuren im globalen Warenaustausch sorgen. Wie die Welthandelsorganisation (WTO) in Genf bekannt gegeben habe, habe sie ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr drastisch von 3,7% auf 2,6% gesenkt. Allerdings könnte es 2020 auch wieder eine konjunkturelle Belebung um 3,0% geben, sofern sich die dunklen Wolken verflüchtigt hätten.
Als eine Riesengefahr kennzeichne die WTO in ihrem Bericht den Handelskonflikt zwischen den beiden Wirtschaftsmächten USA und China, die sich gegenseitig mit Strafzöllen überzogen hätten. Jedoch ein noch höheres Schadenspotenzial schreibe die Organisation den von den USA angedrohten Importzöllen auf Autos zu, denn der globale Automobilhandel sei für 8% des Welthandels verantwortlich. Der Austausch zwischen den USA und China mache dagegen nur 3% des Welthandels aus. Dieser Tatsache sollte man sich bewusst sein.
Sofern die Konflikte nicht gelöst werden könnten, sei laut WTO 2019 sogar eine Revision der Wachstumszahlen auf 1,3% möglich. Sollte es aber zu der aktuell von vielen Marktteilnehmern erwarteten Lösung zwischen den USA und China kommen und auch zwischen der EU und den USA eine sinnvolle Vereinbarung getroffen werden, so ergebe sich laut WTO sogar ein Wachstumspotenzial von bis zu 4%. Mit anderen Worten: Nichts Genaues wisse man nicht.
Die Investoren hätten in dieser Berichtswoche wieder die Qual der Wahl. Insgesamt habe es drei nennenswerte Emittenten mit fünf neuen Bonds aus diversen Sektoren der Industrie gegeben. Dabei hätten Verizon Communications sowie Toyota Finance je einen Doppelpack begeben und Holcim Finance habe die Anleger mit einem Fix-to-Float Bond erfreut. Somit dürfte für die institutionellen Investoren in dieser Handelswoche auf jeden Fall etwas dabei gewesen sein, denn alle drei Emittenten hätten die Mindeststückelung von 100.000 Euro für ihre Emissionen gewählt.
Verizon Communications habe gleich zwei Bonds mit je 1,25 Mrd. Euro aufgelegt. Die erste Tranche (ISIN XS1979280853 / WKN A2R0GJ), ein 8-jähriger Bond, sei am 08.04.2027 fällig und habe einen jährlichen Kupon in Höhe von 0,875%. Der Emissionspreis habe bei 99,631% gelegen, was +63 BP über Mid Swap entsprochen habe. Die zweite, 11-jährige Anleihe (ISIN XS1979280937 / WKN A2R0GK) mit Fälligkeit am 08.04.2030 zahle dem Anleger Zinsen in Höhe von 1,25% p.a. und sei zu einem Preis von 99,338% ausgegeben worden. Dies habe einem Emissionsspread von +75 BP über Mid Swap entsprochen. Beide Anleihen seien jeweils drei Monate vor Endfälligkeit jederzeit zu 100% kündbar und hätten eine Make Whole Option.
Ebenfalls ein Doppelpack mit insgesamt 1,15 Mrd. Euro habe Toyota Finance emittiert und mit einem 2-jährigen Bond (ISIN XS1978200555 / WKN A2R0C7) gleich 650 Mio. Euro am Kapitalmarkt eingesammelt. Das Papier biete dem Anleger bis zur Fälligkeit am 09.04.2021 keine Verzinsung, was bei einem Spread von +13 BP über Mid Swap einen Emissionspreis von 100,138% ergeben habe. Die zweite Anleihe (ISIN XS1978200639 / WKN A2R0C8) sei mit einem Emissionsvolumen von 500 Mio. Euro begeben worden und laufe bis zum 09.04.2024. Der Kupon betrage 0,25% p.a. Emittiert worden sei zu 99,955%, was einem Spread von +23 BP über Mid Swap entsprochen habe.
Holcim Finance sei die Finanzierungstochter der LafargeHolcim Ltd. mit Sitz in der Schweiz und habe mittels eines Perpetual Bonds (ISIN XS1713466495 / WKN A2R0DL) 500 Mio. Euro frisches Geld am Kapitalmarkt eingesammelt. Das Unternehmen zahle für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt bis zum 05.07.2024 einen festen Zins in Höhe von 3% p.a. an die Gläubiger. Im Anschluss richte sich der Zinssatz nach dem 5-Jahres-Swap und bis zum 05.07.2029 werde ein Aufschlag in Höhe von +3,074 PP fällig. Fortan bis zum 05.07.2044 würden 3,324 PP und anschließend 4,074 PP zum Swap-Satz addiert. Die Anleihe sei in der Zeit vom 05.04.2024 bis zum 05.07.2024 jederzeit zu pari und später jährlich zum Zinstermin am 5. Juli zu 100% kündbar. Der Reoffer habe sich auf 99,412% (+307,4 BP über Mid Swap) belaufen. Details zu den Bedingungen könnten im Emissionsprospekt nachgelesen werden.
Infolge der weltweit positiven Entwicklung an den Aktienmärkten hätten sich seit Wochenbeginn die Vorzeichen gedreht und die Investoren hätten keinen Grund mehr gesehen, ihre Gelder in den als vermeintlich sicher geltenden Anleihen zwischenzuparken. Somit seien die Anleger in den Risk-Off-Modus gewechselt und die Rendite der 10-jährigen Benchmark-Anleihe habe am gestrigen Mittwoch wieder die Nullrendite-Linie getestet, aber jetzt von -0,083% kommend.
Nachdem beim Euro-Bund-Future am 28. März mit 166,75% das bisherige Kontrakthoch erreicht und anschließend nicht mehr annähernd bestätigt werden konnte, hat sich ein Abwärtstrend herausgebildet, so die Analysten der Baader Bank. Aus charttechnischer Sicht ergebe sich somit eine erste Unterstützung bei ca. 165,12%. Sollte anschließend auch noch die psychologische Marke bei 165% durchbrochen werden, sei ein Test der 164,82% zu erwarten. Aber trotz der gekippten Stimmung bei den Investoren sei auch unter Berücksichtigung der entsprechenden Nachrichten ein Test der oberen Begrenzungslinie bei ca. 165,84% möglich.
Es sei damit zu rechnen, dass in den kommenden Tagen zwischen Bullen und Bären ein Kampf um die Nullrendite-Linie das Tagesgeschehen bestimmen werde. Aktuell notiere das Sorgenbarometer der Eurozone bei ca. 165,45%, was einer Rendite bei der 10-jährigen Bundesanleihe von ca. -0,007% entspreche.
April! April! Der wisse nicht was er wolle. Besser könnte man die aktuelle Situation rund um den Brexit nicht beschreiben als mit den ersten Zeilen dieses Gedichtes von Heinrich Seidel. Man habe sich schon fast daran gewöhnt, dass immer noch keine finale Lösung in dieser Insel-Tragödie gefunden worden sei. Die britische Währung scheine inzwischen resistent geworden zu sein und habe zuletzt innerhalb einer Tradingrange von 0,84839 GBP und 0,86496 GBP gegenüber der Gemeinschaftswährung gehandelt (aktuell: Ca. 0,8522 GBP).
Gegenüber dem Greenback hingegen sei der Start in den April etwas holprig verlaufen. So habe der Euro zu Wochenbeginn mit der Marke von 1,12 USD gekämpft. Kurzzeitig sei diese sogar unterschritten worden und die Einheitswährung habe im Low bei 1,1184 USD, einem neuen Vierwochentief, notiert. Zur Wochenmitte habe sich der Euro allerdings wieder stabilisieren und die 1,12er USD-Marke zurückerobern können. Heute Morgen handle die gemeinsame Währung bei ca. 1,1240 USD.
Besser verlaufen sei der Start in den neuen Monat für die Währung Südafrikas. Nachdem Moody's am Freitag entgegen vorheriger Ankündigung die Bonität des Landes unverändert belassen habe, habe der Südafrikanische Rand (ZAR) davon profitieren können. Habe der Euro am Freitag noch bei 16,50 ZAR gehandelt, so sei der Kurs zwischenzeitlich bis auf 15,7650 ZAR zurückgefallen, um annähernd auf diesem Niveau zu verharren. Moody's sei zurzeit noch die einzige, große Ratingagentur, die das Land mit Investmentgrade bewerte.
Privatanleger würden meist auf Diversifikation setzen und hätten sich zuletzt sehr häufig in Währungsanleihen lautend auf US-Dollar, Türkische Lira, Südafrikanische Rand, Russische Rubel und Norwegische Kronen engagiert.
Disclaimer
Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.
Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (04.04.2019/alc/a/a)
Denn der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, habe bereits vor Wochen angedeutet, dass man im Falle einer stärkeren Eintrübung der Konjunktur die Zinswende weiter nach hinten verschieben werde. Schenke man den Worten der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, Glauben, so habe das weltweite Wirtschaftswachstum an Schwung verloren. In diesem Zusammenhang sei auf eine Auswertung des auf Logistik spezialisierten Unternehmens S&P Global Market verwiesen, das bei der Seefracht in die USA den ersten Rückgang seit zwei Jahren ermittelt habe. Somit sei weiterhin viel Fingerspitzengefühl bei den geldpolitischen Entscheidungen in den bedeutenden Notenbanken gefragt.
Für die US-amerikanische Notenbank FED sei deshalb nach Meinung Lagardes ein "geduldiges Tempo" bei der Normalisierung der Geldpolitik notwendig, um das konjunkturelle Wachstum in der zweiten Jahreshälfte 2019 zu unterstützen. In der Eurozone hingegen sei die Situation eine ganz andere. Dort seien die in der Finanzkrise 2008 aufgetretenen Probleme nicht wirklich gelöst, sondern nur in die Zukunft verschoben worden. Das bedeute allerdings zugleich, dass bei einer neuerlichen Krise die EZB die Zinsen nicht mehr weiter senken könne, sondern auf andere geldpolitische Instrumente zurückgreifen müsse.
Bereits jetzt könnten die europäischen Banken - nach dem neuesten Global Risk Report der Boston Consulting Group - für sich in Anspruch nehmen, den geringsten Gewinn nach Abzug der Risiko- und Kapitalkosten zu erwirtschaften - und das werde ohne Zinswende auch noch lange so bleiben. Es bestehe aber kein Grund, auf diesen Spitzenplatz stolz zu sein. Zumal in den Jahren 2013 bis 2017 die Banken in Nordamerika auf ein Plus von 195 Mrd. Euro verweisen könnten und in Europa im gleichen Zeitraum ein Fehlbetrag von 465 Mrd. Euro erwirtschaftet worden sei. Sogar die Regionen Asien-Pazifik, Südamerika sowie Nahost mit Afrika hätten mit positiven Ergebnissen punkten können.
Nicht zuletzt sei dies ein Grund für die inzwischen aufkommenden Überlegungen, der sinkenden Profitabilität der europäischen Banken mit einer Staffelung der Einlagenzinsen zu begegnen. Im Rahmen einer Staffelung könnten Teile der Bankeinlagen mit einem geringeren Strafzins belegt werden. Jedoch sei die Diskussion hierzu noch im Anfangsstadium, da eine solche Anpassung Interpretationsspielraum schaffen würde. Denn ein solcher Schritt könnte als Vorbote einer möglichen Zinswende empfunden werden und zugleich die Zinskurve flacher werden lassen. Nutznießer eines Staffelsystems wären sicherlich die Banken Deutschlands, Finnlands, Frankreichs, Luxemburgs und der Niederlande. Ob man im Gegenzug den Banken der anderen Euroländer mit günstigen Konditionen bei der dritten Serie der langfristigen Refinanzierungsgeschäfte entgegenkommen könnte, werde eine auf EZB-Arbeitsebene zu überprüfende Variante sein. Aufschluss über den Stand der Diskussion zu diesem Thema würden sich die Marktteilnehmer auch von der heutigen Veröffentlichung des EZB-Sitzungsprotokolls vom 7. März des Jahres erhoffen.
Es seien also keine einfachen Zeiten für die Notenbanker Englands, der Eurozone, Japans, der Schweiz und den USA, in denen es gelte, die doch sehr unterschiedlichen Einflussfaktoren auf die geldpolitischen Entscheidungen richtig zu bewerten. Aber zumindest hätten die Präsidenten der anderen Notenbanken nicht noch zusätzlich unter solchen Anfeindungen zu leiden, wie sie FED-Chef Powell erfahre. Dieser sei zuletzt wieder in Trumps Fadenkreuz geraten und werde nicht zum ersten Mal für alle negativen Entwicklungen beim US-Haushaltsdefizit, bei den Börsenindices und auch beim Handelsbilanzdefizit verantwortlich gemacht. Doch Powell lasse die Kritik an sich abprallen und verweise auf die seinem Vertrag zugrunde liegende Laufzeit, die sogar über die momentane Amtszeit von D.T. hinausgehe.
Dann eben doch mit Jeremy Corbyn! Nachdem sich Theresa May bisher geweigert habe, auf die Labour-Partei in Sachen Brexit zuzugehen, wolle sie nun mit Oppositionschef Corbyn zusammen nach einem Weg aus der Sackgasse suchen. Warum nicht schon früher, möge man sich in Deutschland fragen, wo man mit großen Koalitionen Erfahrung habe. Beide Gesprächspartner hätten das Treffen als konstruktiv, aber ergebnislos bezeichnet. Es gebe also noch viel zu bereden.
Deshalb brauche die Premierministerin mehr Zeit und wolle die EU erneut bitten, den Austrittstermin noch einmal über den 12. April auf den 22. Mai zu verschieben. Sonst drohe bekanntlich der ungeregelte Brexit. Ein geregelter Austritt mit einem Abkommen sei für May zwar die beste Lösung, aber ihr eigener Deal mit der EU sei bekanntlich im Parlament schon dreimal gescheitert.
Wenn sie sich nun mit Corbyn, der Mays Angebot umgehend angenommen habe, zusammensetze, um sich auf einen gemeinsamen Plan zu einigen, sei das für beide nicht ohne Risiken. Zum einen könne es in den Gesprächen ohnehin nur um die politische Erklärung zur zukünftigen Partnerschaft gehen, nicht aber um den rechtsverbindlichen Kern des Austrittsabkommens. Denn die EU sei nicht bereit, diesen zu öffnen. Und zum anderen drohe beiden Gesprächspartnern Widerspruch aus den eigenen Reihen. Insbesondere May müsse die Hardliner unter den Brexiteers der Tories fürchten, wenn sie nun eine parteiübergreifende Austrittsregelung suche. Denn Corbyn beharre auf einer Zollunion mit der EU, die im Parlament als populärste Variante eines sanften Brexits gelte. Außerdem wolle er eine enge Anbindung an den Binnenmarkt.
Sollten sich May und Corbyn auf einen Kompromiss einigen können, wäre eine vierte Abstimmung im Unterhaus aussichtsreich. Für einen Hardliner wie Boris Johnson aber wäre das natürlich reines Teufelszeug. Man könne nicht die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt aus der EU herausführen und sich trotzdem von der EU führen zu lassen, habe er bereits getönt. Corbyn wiederum könnte durch eine solche Einigung durch jene Abgeordneten von Labour unter Druck geraten, die gar nicht aus der EU austreten möchten.
Es sei nun vorgesehen, den gemeinsamen Plan, sollte er denn zustande kommen, nächste Woche den anderen EU-Staaten vorzulegen. Letztendlich riskiere May mit dieser Vorgehensweise die endgültige Spaltung der Tories, die so tief zerstritten seien, dass eine Loslösung der radikalen EU-Gegner ohnehin nur eine Frage der Zeit sei. Vielleicht werde man May, die in der Sache bisher eigentlich extrem unglücklich agiert habe, mal nachsagen, dass es ihr größter Verdienst sei gewesen, die Interessen des Landes über die der Partei gestellt zu haben. Sie, die bisher Zugeständnisse an die Opposition kategorisch abgelehnt habe, sei nun über ihren Schatten gesprungen. Denn was ein ungeregelter Brexit bedeuten würde, das habe dieser Tage Wirtschaftsminister Peter Altmaier noch einmal unmissverständlich klargemacht: Es stünden tausende von Arbeitsplätzen auf dem Spiel, insbesondere in der Exportindustrie.
Falls bei den Gesprächen zwischen May und Corbyn am Ende kein gemeinsamer Vorschlag herauskommen sollte, habe sich die Premierministerin angeblich einen Plan B zurechtgelegt. Dann wolle sie sich mit der Labour-Opposition auf einen Katalog verschiedener Optionen verständigen, unter denen die Abgeordneten eine auswählen könnten. Was dann folgen würde, kenne man bereits zur Genüge: Abstimmungsmarathons, die mit "No" enden würden. Lassen wir uns einfach überraschen, so die Analysten der Baader Bank.
Doch auch das Parlament wolle sich nun endlich präsent zeigen und habe sich am gestrigen Abend mit einem Gesetzentwurf beschäftigt, der einen EU-Austritt ohne Abkommen unmöglich machen solle. Das Ergebnis lasse aufhorchen. Es sei in der dritten Lesung angenommen worden! Zwar nur mit einer Stimme Mehrheit, aber immerhin. Bevor er allerdings zum Gesetz werden könne, müsse noch das Oberhaus zustimmen!
Sehe man einmal von seiner politischen Ausrichtung ab, müsse man Recep Erdogan attestieren, dass er jahrelang erfolgreich die türkische Wirtschaft gesteuert habe. Dann habe er allerdings begonnen, eine Reihe von Fehlern zu machen, die nicht zuletzt ausländische Investoren abgeschreckt hätten. Nachdem die Preise in den vergangenen zwölf Monaten um 20% gestiegen seien und mehr als eine Million Arbeitsplätze verloren gegangen seien, sei es verständlich, dass viele Wähler unzufrieden seien. Daraus würden die jüngsten Wahlschlappen der Regierungspartei AKP in den türkischen Ballungsräumen resultieren. Die Kontrolle über die Metropole Istanbul und die Hauptstadt Ankara sei an die Mitte-Links-Partei CHP verloren worden - dort habe die AKP seit ihrer Gründung im Jahre 2001 regiert. Nicht zuletzt, weil Erdogan den Wahlkampf komplett dominiert habe, sei dies auch eine persönliche Niederlage für den AKP-Chef gewesen.
Aber es könne nicht sein, was nicht sein dürfe. So habe die AKP, die gar von Wahlfälschung rede, gegen den Wahlausgang in den beiden Großstädten Einspruch eingelegt. Das sei ihr gutes Recht. Doch egal wie eine eventuell erneute Zählung der Stimmen ausgehen werde, dürfte jetzt schon klar sein, dass die Türkei nicht zur Ruhe komme.
Außerdem habe sich Erdogan auch noch Ärger mit D.T., dem Unberechenbaren, eingehandelt. Ausgerechnet das NATO-Land Türkei wolle sich ein russisches Luftabwehrsystem namens S-400 zulegen. Sowohl die USA als auch andere NATO-Länder seien besorgt, dass Russland über das S-400-System Informationen zu NATO-Flugzeugen erlangen könnte. Auch sei nicht sichergestellt, dass es mit westlichen Systemen kompatibel sei. Darüber hinaus schwinge in NATO-Kreisen die Sorge mit, die Türkei könnte sich mit diesem Schritt von der Allianz abwenden. Als Reaktion hätten die USA nun die Auslieferung von F-35-Kampfjets an Ankara erst mal gestoppt - sollte die Türkei auf den Erwerb des russischen S-400-Luftabwehrsystems beharren.
Die Reaktion der türkischen Währung auf die unsichere Situation in dem Land sei durchaus signifikant gewesen. Nachdem die Türkische Lira bereits vor den Wahlen am Sonntag unter Druck geraten sei, sei auch anschließend keine Beruhigung eingetreten und die Volatilität bleibe hoch. Dazu habe u.a. die Anweisung aus Ankara an türkische Banken beigetragen, ausländischen Instituten keine Lira mehr zu leihen, um weitere Wetten auf einen Verfall der Währung einzudämmen. So habe die Lira am Mittwoch wieder bei ca. 0,1574 Euro notiert und damit deutlich unter ihrem Wochenhoch von 0,1675 Euro vom 27. März. Damit bleibe die Lira verwundbar, was auch daran liege, dass die Türkische Zentralbank nicht genügend Glaubwürdigkeit bei den Investoren genieße.
Die wirtschaftlichen Perspektiven Italiens würden sich rasant verschlechtern. Schatz- und Finanzminister Giovanni Tria habe nun eingestehen müssen, dass das Land wohl 2019 mit Nullwachstum rechnen müsse. Im vergangenen Oktober habe man in Rom noch mit +1,5% gerechnet - einem Wert, den die Regierung dann im Dezember auf +1,0% reduziert habe. Die OECD gehe in ihrem jüngsten Länderbericht für Italien im laufenden Jahr von einem Rückgang des BIP von 0,2% aus - was eine Rezession bedeute. Und dies in einem Land, das 2018 eine reale Wirtschaftsleistung vorgelegt habe, die lediglich 95% des Wertes von vor der Finanzkrise 2007 entsprochen habe. Auch für 2020 gehe die OECD nur von einem leichten Wachstum in Höhe von maximal 0,5% aus.
Die OECD schreibe, dass zunehmende Unsicherheit der Verbraucher und der Unternehmen die Bereitschaft zu Konsum und Investitionen sinken lasse, womit auch das Wachstum schwach bleibe. Italien leide demnach weiterhin unter langjährigen sozialen und wirtschaftlichen Problemen. Kein Wunder also, dass die Organisation Italiens populistische Regierung zu mehr Haushaltsdisziplin angehalten habe. Die Koalition in Rom solle etwa eine im Haushalt für 2019 vorgesehene Rentenreform wieder rückgängig machen. Außerdem rate die OECD, Italien solle die Leistungen des neuen Grundeinkommens senken.
Mehr Schulden als erlaubt zu machen, plane man auch in Paris. Allerdings liege das anvisierte Haushaltsdefizit von Frankreich mit 3,1% nur knapp über dem Wert von 3,0%, den die Maastricht-Kriterien vorgeben würden. Nachdem die Regierung von Emmanuel Macron den so genannten Gelbwesten Zugeständnisse etwa bei der Benzinsteuer gemacht habe, sei man in Paris zunächst sogar von einer Schuldenquote von 3,2% ausgegangen. Nach unten korrigieren müssen habe Frankreich aber auch seine Wirtschaftsleistung. So rechne das Finanzministerium in Paris inzwischen von 2019 bis 2022 mit einem jährlichen Wachstum von lediglich 1,4% nach zuvor angepeilten 1,7%.
Die internationalen Handelskonflikte würden für starke Bremsspuren im globalen Warenaustausch sorgen. Wie die Welthandelsorganisation (WTO) in Genf bekannt gegeben habe, habe sie ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr drastisch von 3,7% auf 2,6% gesenkt. Allerdings könnte es 2020 auch wieder eine konjunkturelle Belebung um 3,0% geben, sofern sich die dunklen Wolken verflüchtigt hätten.
Als eine Riesengefahr kennzeichne die WTO in ihrem Bericht den Handelskonflikt zwischen den beiden Wirtschaftsmächten USA und China, die sich gegenseitig mit Strafzöllen überzogen hätten. Jedoch ein noch höheres Schadenspotenzial schreibe die Organisation den von den USA angedrohten Importzöllen auf Autos zu, denn der globale Automobilhandel sei für 8% des Welthandels verantwortlich. Der Austausch zwischen den USA und China mache dagegen nur 3% des Welthandels aus. Dieser Tatsache sollte man sich bewusst sein.
Sofern die Konflikte nicht gelöst werden könnten, sei laut WTO 2019 sogar eine Revision der Wachstumszahlen auf 1,3% möglich. Sollte es aber zu der aktuell von vielen Marktteilnehmern erwarteten Lösung zwischen den USA und China kommen und auch zwischen der EU und den USA eine sinnvolle Vereinbarung getroffen werden, so ergebe sich laut WTO sogar ein Wachstumspotenzial von bis zu 4%. Mit anderen Worten: Nichts Genaues wisse man nicht.
Die Investoren hätten in dieser Berichtswoche wieder die Qual der Wahl. Insgesamt habe es drei nennenswerte Emittenten mit fünf neuen Bonds aus diversen Sektoren der Industrie gegeben. Dabei hätten Verizon Communications sowie Toyota Finance je einen Doppelpack begeben und Holcim Finance habe die Anleger mit einem Fix-to-Float Bond erfreut. Somit dürfte für die institutionellen Investoren in dieser Handelswoche auf jeden Fall etwas dabei gewesen sein, denn alle drei Emittenten hätten die Mindeststückelung von 100.000 Euro für ihre Emissionen gewählt.
Verizon Communications habe gleich zwei Bonds mit je 1,25 Mrd. Euro aufgelegt. Die erste Tranche (ISIN XS1979280853 / WKN A2R0GJ), ein 8-jähriger Bond, sei am 08.04.2027 fällig und habe einen jährlichen Kupon in Höhe von 0,875%. Der Emissionspreis habe bei 99,631% gelegen, was +63 BP über Mid Swap entsprochen habe. Die zweite, 11-jährige Anleihe (ISIN XS1979280937 / WKN A2R0GK) mit Fälligkeit am 08.04.2030 zahle dem Anleger Zinsen in Höhe von 1,25% p.a. und sei zu einem Preis von 99,338% ausgegeben worden. Dies habe einem Emissionsspread von +75 BP über Mid Swap entsprochen. Beide Anleihen seien jeweils drei Monate vor Endfälligkeit jederzeit zu 100% kündbar und hätten eine Make Whole Option.
Ebenfalls ein Doppelpack mit insgesamt 1,15 Mrd. Euro habe Toyota Finance emittiert und mit einem 2-jährigen Bond (ISIN XS1978200555 / WKN A2R0C7) gleich 650 Mio. Euro am Kapitalmarkt eingesammelt. Das Papier biete dem Anleger bis zur Fälligkeit am 09.04.2021 keine Verzinsung, was bei einem Spread von +13 BP über Mid Swap einen Emissionspreis von 100,138% ergeben habe. Die zweite Anleihe (ISIN XS1978200639 / WKN A2R0C8) sei mit einem Emissionsvolumen von 500 Mio. Euro begeben worden und laufe bis zum 09.04.2024. Der Kupon betrage 0,25% p.a. Emittiert worden sei zu 99,955%, was einem Spread von +23 BP über Mid Swap entsprochen habe.
Holcim Finance sei die Finanzierungstochter der LafargeHolcim Ltd. mit Sitz in der Schweiz und habe mittels eines Perpetual Bonds (ISIN XS1713466495 / WKN A2R0DL) 500 Mio. Euro frisches Geld am Kapitalmarkt eingesammelt. Das Unternehmen zahle für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt bis zum 05.07.2024 einen festen Zins in Höhe von 3% p.a. an die Gläubiger. Im Anschluss richte sich der Zinssatz nach dem 5-Jahres-Swap und bis zum 05.07.2029 werde ein Aufschlag in Höhe von +3,074 PP fällig. Fortan bis zum 05.07.2044 würden 3,324 PP und anschließend 4,074 PP zum Swap-Satz addiert. Die Anleihe sei in der Zeit vom 05.04.2024 bis zum 05.07.2024 jederzeit zu pari und später jährlich zum Zinstermin am 5. Juli zu 100% kündbar. Der Reoffer habe sich auf 99,412% (+307,4 BP über Mid Swap) belaufen. Details zu den Bedingungen könnten im Emissionsprospekt nachgelesen werden.
Infolge der weltweit positiven Entwicklung an den Aktienmärkten hätten sich seit Wochenbeginn die Vorzeichen gedreht und die Investoren hätten keinen Grund mehr gesehen, ihre Gelder in den als vermeintlich sicher geltenden Anleihen zwischenzuparken. Somit seien die Anleger in den Risk-Off-Modus gewechselt und die Rendite der 10-jährigen Benchmark-Anleihe habe am gestrigen Mittwoch wieder die Nullrendite-Linie getestet, aber jetzt von -0,083% kommend.
Nachdem beim Euro-Bund-Future am 28. März mit 166,75% das bisherige Kontrakthoch erreicht und anschließend nicht mehr annähernd bestätigt werden konnte, hat sich ein Abwärtstrend herausgebildet, so die Analysten der Baader Bank. Aus charttechnischer Sicht ergebe sich somit eine erste Unterstützung bei ca. 165,12%. Sollte anschließend auch noch die psychologische Marke bei 165% durchbrochen werden, sei ein Test der 164,82% zu erwarten. Aber trotz der gekippten Stimmung bei den Investoren sei auch unter Berücksichtigung der entsprechenden Nachrichten ein Test der oberen Begrenzungslinie bei ca. 165,84% möglich.
Es sei damit zu rechnen, dass in den kommenden Tagen zwischen Bullen und Bären ein Kampf um die Nullrendite-Linie das Tagesgeschehen bestimmen werde. Aktuell notiere das Sorgenbarometer der Eurozone bei ca. 165,45%, was einer Rendite bei der 10-jährigen Bundesanleihe von ca. -0,007% entspreche.
April! April! Der wisse nicht was er wolle. Besser könnte man die aktuelle Situation rund um den Brexit nicht beschreiben als mit den ersten Zeilen dieses Gedichtes von Heinrich Seidel. Man habe sich schon fast daran gewöhnt, dass immer noch keine finale Lösung in dieser Insel-Tragödie gefunden worden sei. Die britische Währung scheine inzwischen resistent geworden zu sein und habe zuletzt innerhalb einer Tradingrange von 0,84839 GBP und 0,86496 GBP gegenüber der Gemeinschaftswährung gehandelt (aktuell: Ca. 0,8522 GBP).
Gegenüber dem Greenback hingegen sei der Start in den April etwas holprig verlaufen. So habe der Euro zu Wochenbeginn mit der Marke von 1,12 USD gekämpft. Kurzzeitig sei diese sogar unterschritten worden und die Einheitswährung habe im Low bei 1,1184 USD, einem neuen Vierwochentief, notiert. Zur Wochenmitte habe sich der Euro allerdings wieder stabilisieren und die 1,12er USD-Marke zurückerobern können. Heute Morgen handle die gemeinsame Währung bei ca. 1,1240 USD.
Besser verlaufen sei der Start in den neuen Monat für die Währung Südafrikas. Nachdem Moody's am Freitag entgegen vorheriger Ankündigung die Bonität des Landes unverändert belassen habe, habe der Südafrikanische Rand (ZAR) davon profitieren können. Habe der Euro am Freitag noch bei 16,50 ZAR gehandelt, so sei der Kurs zwischenzeitlich bis auf 15,7650 ZAR zurückgefallen, um annähernd auf diesem Niveau zu verharren. Moody's sei zurzeit noch die einzige, große Ratingagentur, die das Land mit Investmentgrade bewerte.
Privatanleger würden meist auf Diversifikation setzen und hätten sich zuletzt sehr häufig in Währungsanleihen lautend auf US-Dollar, Türkische Lira, Südafrikanische Rand, Russische Rubel und Norwegische Kronen engagiert.
Disclaimer
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Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (04.04.2019/alc/a/a)
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| 125,717 € | 125,3577 € | 0,3593 € | +0,29% | 01.01./01:00 |
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| DE0009652644 | 965264 | 131,95 € | 124,26 € | |
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