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Die Notenbanken setzen ihren Normalisierungspfad fort
16.03.18 12:15
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Auf ihrer letzten Notenbanksitzung hat die Europäische Zentralbank (EZB) einen weiteren Normalisierungsschritt vorgenommen, in dem sie eine kleine, aber wichtige rhetorische Anpassung vorgenommen hat, so Sascha Rehbein, CFA bei der Weberbank.
Das seit 2016 bestehende Versprechen, in einem sich verschlechternden Umfeld ihr Anleihekaufprogramm wieder zu erhöhen, sei bei der letzten Sitzung aus dem Statement gelöscht worden. Somit habe die EZB einen weiteren Schritt vorgenommen, um ein zeitnahes Ende der Anleihekäufe, voraussichtlich gegen Jahresende, zu signalisieren.
Befürchtungen einer noch restriktiveren Geldpolitik aus den USA hätten sich zuletzt etwas abgeschwächt. Der Auslöser heftiger Marktbewegungen im Februar sei ein überraschend hohes US-Lohnwachstum gewesen, welches daraufhin Inflationssorgen beflügelt habe und somit restriktive Maßnahmen der US-Notenbank FED habe antizipieren lassen. Mit der aktuellen Veröffentlichung zum Lohnwachstum seien diese Sorgen allerdings wieder schnell verstummt, da sich die Zahlen wieder auf ein "normales" Niveau zurückbewegt hätten und der Ausreißer des Vormonats tatsächlich witterungsbedingt gewesen sei.
Infolgedessen hätten sich die Rentenmärkte wieder stabilisiert und der deutliche Renditeanstieg seit Jahresanfang sei vorerst unterbrochen worden. Die Analysten der Weberbank erwarten, dass sowohl die EZB als auch die FED ihre Normalisierungspolitik bedacht und transparent fortsetzen, ohne dabei die Kapitalmärkte unnötig zu verschrecken.
Donald Trump mache Ernst und setze ein Wahlversprechen nach dem anderen um. So auch bei der Handelspolitik: Als die ersten Zölle auf Waschmaschinen und Solaranlagen Ende Januar verkündet worden seien, habe der Kapitalmarkt noch gelassen reagiert - anders beim Thema Stahl- und Aluminiumzölle. Befürchtungen eines ausufernden Handelskrieges hätten die Märkte ordentlich durchgeschüttelt. Immerhin habe sich der US-Präsident verhandlungsbereit gezeigt und die beiden NAFTA-Partner sowie Australien von den gefürchteten Zöllen vorerst ausgeschlossen. Allerdings plane das Weiße Haus wohl bereits neue Maßnahmen, um das ausufernde US-Handelsdefizit zu bändigen. Dieses Mal solle es gezielt China treffen, das mit 275 Milliarden US-Dollar den höchsten Anteil zum US-Handelsdefizit beitrage.
Wir können uns dementsprechend weitere Zölle vonseiten der USA vorstellen, die auch Gegenreaktionen provozieren können, so die Analysten der Weberbank. Eine Eskalation im Handelsstreit sähen die Analysten weiterhin allerdings als Randrisiko. Es sei allgemein anerkannt, dass es im Handelsstreit nur selten Gewinner gebe. Zusätzlich sollte der "Business"-Präsident Trump kaum ein Interesse daran haben, die positiven Impulse für die US-Wirtschaft durch einen unnötigen Handelskonflikt zu ersticken, insbesondere nach dem hart erkämpften Steuererfolg im vergangenen Jahr.
Gleichzeitig zeige sich überraschenderweise selbst der "typische" Trumpwähler unerfreut, wie zuletzt bei der Distriktwahl in Pennsylvania abzulesen gewesen sei. Die Verkündung der Stahl- und Aluminiumzölle sei einhergegangen mit einem viel beachteten Wahlkampf in Pennsylvania, dem Herzen des US-Stahls. Geholfen habe es allerdings wenig, da der demokratische Außenseiter die Wahl für sich habe entscheiden können, obwohl die Republikaner bei der vergangenen Präsidentschaftswahl hier mit einem 20-prozentigen Vorsprung hätten gewinnen können.
Nach den Wahlen in Alabama und New Jersey sei nun auch die Wahl in Pennsylvania eine weitere herbe Wahlschlappe für die Republikaner und den Präsidenten. Mit Blick auf die anstehenden Kongresswahlen im November sollten der US-Präsident und seine republikanische Partei kaum ein Interesse an einer Fortsetzung dieses Trends haben.
Für die Kapitalmärkte seien Unsicherheitsfaktoren natürlich Gift. Besonders am Aktienmarkt habe die Diskussion über die künftige Handelspolitik des US-Präsidenten nicht auf Gegenliebe getroffen. Gleichzeitig sehen wir aber fundamental gesunde Unternehmen vor uns, die mit einer außerordentlich guten Gewinndynamik das vergangene Jahr abgeschlossen haben, so die Analysten der Weberbank. Auch der Gewinnausblick für die Unternehmen bleibe zuversichtlich - durch die Steuerreform sogar noch dynamischer für US-Unternehmen. Zusätzlich hätten sich die Aktienmarktbewertungen in Europa durch die Korrektur der vergangenen Wochen wieder normalisiert. Somit sehen die Analysten der Weberbank die mittelfristigen Aussichten für die Aktienmärkte positiv. (16.03.2018/alc/a/a)
Das seit 2016 bestehende Versprechen, in einem sich verschlechternden Umfeld ihr Anleihekaufprogramm wieder zu erhöhen, sei bei der letzten Sitzung aus dem Statement gelöscht worden. Somit habe die EZB einen weiteren Schritt vorgenommen, um ein zeitnahes Ende der Anleihekäufe, voraussichtlich gegen Jahresende, zu signalisieren.
Befürchtungen einer noch restriktiveren Geldpolitik aus den USA hätten sich zuletzt etwas abgeschwächt. Der Auslöser heftiger Marktbewegungen im Februar sei ein überraschend hohes US-Lohnwachstum gewesen, welches daraufhin Inflationssorgen beflügelt habe und somit restriktive Maßnahmen der US-Notenbank FED habe antizipieren lassen. Mit der aktuellen Veröffentlichung zum Lohnwachstum seien diese Sorgen allerdings wieder schnell verstummt, da sich die Zahlen wieder auf ein "normales" Niveau zurückbewegt hätten und der Ausreißer des Vormonats tatsächlich witterungsbedingt gewesen sei.
Infolgedessen hätten sich die Rentenmärkte wieder stabilisiert und der deutliche Renditeanstieg seit Jahresanfang sei vorerst unterbrochen worden. Die Analysten der Weberbank erwarten, dass sowohl die EZB als auch die FED ihre Normalisierungspolitik bedacht und transparent fortsetzen, ohne dabei die Kapitalmärkte unnötig zu verschrecken.
Wir können uns dementsprechend weitere Zölle vonseiten der USA vorstellen, die auch Gegenreaktionen provozieren können, so die Analysten der Weberbank. Eine Eskalation im Handelsstreit sähen die Analysten weiterhin allerdings als Randrisiko. Es sei allgemein anerkannt, dass es im Handelsstreit nur selten Gewinner gebe. Zusätzlich sollte der "Business"-Präsident Trump kaum ein Interesse daran haben, die positiven Impulse für die US-Wirtschaft durch einen unnötigen Handelskonflikt zu ersticken, insbesondere nach dem hart erkämpften Steuererfolg im vergangenen Jahr.
Gleichzeitig zeige sich überraschenderweise selbst der "typische" Trumpwähler unerfreut, wie zuletzt bei der Distriktwahl in Pennsylvania abzulesen gewesen sei. Die Verkündung der Stahl- und Aluminiumzölle sei einhergegangen mit einem viel beachteten Wahlkampf in Pennsylvania, dem Herzen des US-Stahls. Geholfen habe es allerdings wenig, da der demokratische Außenseiter die Wahl für sich habe entscheiden können, obwohl die Republikaner bei der vergangenen Präsidentschaftswahl hier mit einem 20-prozentigen Vorsprung hätten gewinnen können.
Nach den Wahlen in Alabama und New Jersey sei nun auch die Wahl in Pennsylvania eine weitere herbe Wahlschlappe für die Republikaner und den Präsidenten. Mit Blick auf die anstehenden Kongresswahlen im November sollten der US-Präsident und seine republikanische Partei kaum ein Interesse an einer Fortsetzung dieses Trends haben.
Für die Kapitalmärkte seien Unsicherheitsfaktoren natürlich Gift. Besonders am Aktienmarkt habe die Diskussion über die künftige Handelspolitik des US-Präsidenten nicht auf Gegenliebe getroffen. Gleichzeitig sehen wir aber fundamental gesunde Unternehmen vor uns, die mit einer außerordentlich guten Gewinndynamik das vergangene Jahr abgeschlossen haben, so die Analysten der Weberbank. Auch der Gewinnausblick für die Unternehmen bleibe zuversichtlich - durch die Steuerreform sogar noch dynamischer für US-Unternehmen. Zusätzlich hätten sich die Aktienmarktbewertungen in Europa durch die Korrektur der vergangenen Wochen wieder normalisiert. Somit sehen die Analysten der Weberbank die mittelfristigen Aussichten für die Aktienmärkte positiv. (16.03.2018/alc/a/a)


