Erweiterte Funktionen
Notenbanken schaffen Klarheit
20.12.21 14:45
St.Galler Kantonalbank Dtld.
München (www.anleihencheck.de) - In der vergangenen Woche haben die Notenbanken für Klarheit an den Märkten gesorgt, so Michael Winkler, Leiter Anlagestrategie bei der St.Galler Kantonalbank Deutschland AG.
Während die US-Notenbank FED angekündigt habe, ihren Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik zu beschleunigen und für das kommende Jahr bis zu drei Zinserhöhungen in Aussicht stelle, straffe die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik langsamer als erwartet. Zwar sei in Frankfurt beschlossen worden, das in der Pandemie aufgelegte Anleihekaufprogramm PEPP per Ende März auslaufen zu lassen. Doch zugleich stocke die Notenbank ihr zweites, unter dem Kürzel APP bekanntes Programm, wieder auf. Damit möchte sich die EZB maximale Flexibilität in einem Marktumfeld sichern, das nach wie vor von pandemiebedingten Einschränkungen, Lieferengpässen und einer erhöhten Inflation geprägt sei. Mit der Erhöhung der Leitzinsen von 0,1 auf 0,25 Prozent habe die Bank of England derweilen für große Überraschung gesorgt und sei damit die erste der großen Zentralbanken, die die geldpolitischen Zügel anziehe. Der Treiber dieser Entwicklung auf Seiten der Notenbanken dürfte vor allem in der hohen Inflation zu finden sein, die allein in den USA mit 6,8 Prozent im November den höchsten Anstieg seit fast 40 Jahren verzeichnet habe und auch in der Eurozone neue Hochstände erreiche.
Auch wenn sich die Märkte von ihren pandemiebedingten Korrekturen im Frühjahr 2020 wieder weitgehend hätten erholen können, sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass anhaltende Lieferengpässe und die neue Corona-Variante Omikron in den kommenden Wochen weiterhin für große Unsicherheit sorgen könnten. Zwar habe das ifo-Institut unlängst seine Konjunkturprognose für Deutschland für das kommende Jahr von zunächst 5,1 auf nun 3,7 Prozent gesenkt. Andererseits würden der Ausblick auf die anstehende Dividendensaison, die neue Ausschüttungsrekorde erwarten lasse, sowie die vollen Auftragsbücher vieler Unternehmen auf steigende Unternehmensgewinne hindeuten. Unter dem Strich rechne die St.Galler Kantonalbank Deutschland AG derzeit nicht mit großen Überraschungen, die die aktuelle Stimmung an den Märkten signifikant trüben würden. Selbst wenn die Notenbanken weitere Zinsschritte für Notwendig erachten sollten, so dürfte die Wirtschaft stark genug sein, um diese zu verkraften. Der Ausblick auf das neue Jahr stelle sich somit positiver dar, als es die aktuelle Nachrichtenlage erwarten lasse. (20.12.2021/alc/a/a)
Während die US-Notenbank FED angekündigt habe, ihren Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik zu beschleunigen und für das kommende Jahr bis zu drei Zinserhöhungen in Aussicht stelle, straffe die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik langsamer als erwartet. Zwar sei in Frankfurt beschlossen worden, das in der Pandemie aufgelegte Anleihekaufprogramm PEPP per Ende März auslaufen zu lassen. Doch zugleich stocke die Notenbank ihr zweites, unter dem Kürzel APP bekanntes Programm, wieder auf. Damit möchte sich die EZB maximale Flexibilität in einem Marktumfeld sichern, das nach wie vor von pandemiebedingten Einschränkungen, Lieferengpässen und einer erhöhten Inflation geprägt sei. Mit der Erhöhung der Leitzinsen von 0,1 auf 0,25 Prozent habe die Bank of England derweilen für große Überraschung gesorgt und sei damit die erste der großen Zentralbanken, die die geldpolitischen Zügel anziehe. Der Treiber dieser Entwicklung auf Seiten der Notenbanken dürfte vor allem in der hohen Inflation zu finden sein, die allein in den USA mit 6,8 Prozent im November den höchsten Anstieg seit fast 40 Jahren verzeichnet habe und auch in der Eurozone neue Hochstände erreiche.
Auch wenn sich die Märkte von ihren pandemiebedingten Korrekturen im Frühjahr 2020 wieder weitgehend hätten erholen können, sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass anhaltende Lieferengpässe und die neue Corona-Variante Omikron in den kommenden Wochen weiterhin für große Unsicherheit sorgen könnten. Zwar habe das ifo-Institut unlängst seine Konjunkturprognose für Deutschland für das kommende Jahr von zunächst 5,1 auf nun 3,7 Prozent gesenkt. Andererseits würden der Ausblick auf die anstehende Dividendensaison, die neue Ausschüttungsrekorde erwarten lasse, sowie die vollen Auftragsbücher vieler Unternehmen auf steigende Unternehmensgewinne hindeuten. Unter dem Strich rechne die St.Galler Kantonalbank Deutschland AG derzeit nicht mit großen Überraschungen, die die aktuelle Stimmung an den Märkten signifikant trüben würden. Selbst wenn die Notenbanken weitere Zinsschritte für Notwendig erachten sollten, so dürfte die Wirtschaft stark genug sein, um diese zu verkraften. Der Ausblick auf das neue Jahr stelle sich somit positiver dar, als es die aktuelle Nachrichtenlage erwarten lasse. (20.12.2021/alc/a/a)


