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Notenbanken bestimmen das Geschehen


17.09.21 09:16
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - US-Staatsanleihen setzten zunächst ihren freundlichen Trend fort, so die Experten von Union Investment.

Weiterhin hohe Teuerungsraten könnten den Renditeabwärtstrend, der sich ab April herausgebildet habe, nun aber womöglich beendet haben. Denn mit ihnen sei der Druck auf die Notenbanken gestiegen und viele Marktteilnehmer hätten sich die Frage gestellt, ob die Währungshüter womöglich schon im September mit einer Reduzierung ihrer Anleihekäufe (Tapering) beginnen könnten. Das Ergebnis seien wieder steigende Renditen gewesen. Damit verknüpft gewesen sei die Sorge, dass die Notenbanker dann auch bald an der Zinsschraube drehen könnten. FED-Chef Powell sei es aber gelungen die Tapering-Debatte von den Überlegungen hinsichtlich des zukünftigen Zinspfads zu trennen. Demnach sei es kein notwendiger Schritt, sofort die Leitzinsen anzuheben, sobald die Anleihekäufe beendet wären. Gemessen am J.P. Morgan Global Bond US-Index hätten US-Staatsanleihen im August leicht an Wert verloren und gegenüber dem Vormonat 0,1 Prozent eingebüßt.

Auch der Euro-Rentenmarkt sei lange Zeit von einer sommerlichen Lethargie geprägt gewesen. Zum Monatsende hin habe sich das Blatt jedoch gewendet, als die Neuemissionstätigkeit wieder zugenommen habe und neue Anleihen auf den Kursen gelastet hätten. Darüber hinaus hätten sich einige Mitglieder innerhalb der EZB dafür ausgesprochen, auch im Euroraum darüber nachzudenken, die Anleihekäufe zu reduzieren. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sei daraufhin etwas angestiegen. Anleihen aus den Peripherieländern hätten sich gut gehalten und seien lange Zeit kaum von Kursverlusten betroffen gewesen. Aufgrund der wieder sehr niedrigen Verzinsung von Staatsanleihen aus den Kernländern seien Papiere mit einem Risikoaufschlag gesucht gewesen. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index hätten Euro-Staatsanleihen im August ein Minus von 0,5 Prozent verbucht.

Europäische Unternehmensanleihen hätten ebenfalls etwas schwächer tendiert und, gemessen am ICE BofA Euro Corporate-Index (ER00), 0,4 Prozent an Wert verloren. Trotz steigender Infektionszahlen mit der Delta-Variante hätten Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index) einen Zuwachs ein 1,0 Prozent verbucht. Als stützend habe sich vor allem die Rede von FED-Chef Jerome Powell erwiesen. (Ausgabe vom 15.09.2021) (17.09.2021/alc/a/a)