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Notenbank forcieren die Zinswende
05.04.22 12:43
Swisscanto Invest
Zürich (www.anleihencheck.de) - Aufgrund des Ukraine-Kriegs rechnen wir für die Weltwirtschaft mit einer um 0,5 Prozentpunkte tieferen Wachstumsrate, so die Experten von Swisscanto Invest.
Eine globale Rezession könne aber vermieden werden. Weitaus stärker seien die Auswirkungen des Kriegs auf die Inflation. Dies wegen der großen Bedeutung Russlands im globalen Rohstoffhandel. Wenig hilfreich sei darüber hinaus, dass China an seiner strikten Zero-Covid-Strategie festhalte. Die globale Teuerung werde in diesem Jahr deutlich höher ausfallen, als bislang erwartet. Im Jahresdurchschnitt werde sie beinahe 6 Prozent erreichen.
Üblicherweise würden Notenbanken auf einen sich eintrübenden Wirtschaftsverlauf mit einer abwartenden Haltung reagieren. Angesichts der immer noch ultraexpansiv ausgestalteten Geldpolitik und der rasant steigenden Teuerungsraten bleibe ihnen in der jetzigen Situation aber nichts anderes übrig, als die Leitzinsen - teilweise rasch und kräftig - zu erhöhen. Besonders im Rampenlicht stehe dabei die US-Notenbank, da die Teuerung in den USA bereits sehr hoch und der Arbeitsmarkt stark ausgetrocknet sei.
Die FED habe denn auch klar zu verstehen gegeben, die Inflationsbekämpfung nun als vordringlichste Aufgabe zu erachten. An jeder der sechs verbleibenden Sitzungen in diesem Jahr wird deshalb der Leitzins erhöht werden, wobei auch eine oder mehrere Zinserhöhungen um 50 Basispunkte als durchaus realistisch erscheinen, so die Experten von Swisscanto Invest. Die Risiken einer Stagflation hätten insgesamt zugenommen, wie die flache, fast schon inverse US-Zinskurve belege. Vor diesem Hintergrund würden sich die Experten von Swisscanto Invest anlagepolitisch vorsichtiger positionieren, zumal die Aktienmärkte zuletzt einen bemerkenswerten Optimismus an den Tag gelegt hätten.
An den Finanzmärkten habe sich nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs die Erkenntnis eingestellt, dass die Inflation noch länger auf erhöhtem Niveau bleiben werde. Die Energiepreise seien aufgrund von Angebotssorgen kräftig angestiegen. Über alle Anleihenmärkte hinweg seien die Inflationserwartungen aufwärts revidiert worden, sodass auch die nominalen Renditen einen erneuten Schub erfahren hätten. Die Inflationserwartungen und somit auch die nominalen Renditen würden weiterhin eng an die Entwicklung der Öl- und Gaspreise gekoppelt bleiben. Solange sich der Krieg in der Ukraine fortsetze, sähen die Experten von Swisscanto Invest keine Entspannung bei den Energiepreisen und die Risiken für die Inflation würden aufwärts gerichtet bleiben.
Am angespanntesten werde die Lage in Europa bleiben, denn aufgrund der Nähe zur Konfliktzone und der hohen konjunkturellen Abhängigkeit vom Gaspreis seien dort die Stagflationsrisiken am höchsten. Die Europäische Zentralbank (EZB) agiere zudem eher vorsichtig und werde die geldpolitischen Zügel nur behutsam straffen. Die Experten von Swisscanto Invest würden zwar von einer Einstellung der Wertpapierkäufe bis im kommenden August ausgehen, eine Leitzinsanhebung folge nach ihrer Einschätzung allerdings erst im Dezember. Das sei ein guter Nährboden für weiter steigende Inflationserwartungen. Angesichts der längerfristig erhöhten Inflationsrisiken durch eine beschleunigte Energiewende und der Deglobalisierungstendenzen würden die längerfristigen Inflationserwartungen in der Eurozone immer noch auf tiefem Niveau verharren. Die Experten von Swisscanto Invest würden daher glauben, dass die nominalen Renditen weiteres Aufwärtspotenzial hätten und die Peripherie-Anleihen in der Eurozone am stärksten von der Aufwärtsrevision der Inflationserwartungen betroffen sein würden.
Die Inflationsrate sei von hohem Niveau ausgehend weiter angestiegen und die US-Notenbank habe in Aussicht gestellt, noch entschlossener dagegen vorgehen zu wollen, als von den Investoren erwartet. In normalen Zeiten hätte diese Erkenntnis für eine Bewertungskorrektur bei US-Aktien ausgereicht. Der Ukraine-Krieg habe allerdings dafür gesorgt, dass der US-Markt seinem Ruf als sicherer Hafen erneut gerecht worden sei. Die Bewertung, gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis, sei gegenüber Februar sogar angestiegen, sodass sich an der vergleichsweise hohen Bewertung des Markts gegenüber anderen Regionen bislang kaum etwas geändert habe. Zuletzt hätten die Experten von Swisscanto Invest darauf hingewiesen, dass sie darin angesichts des nicht mehr überdurchschnittlichen Gewinnwachstums ein Risiko sähen. Die Eigenkapitalrentabilität, also das Verhältnis von Gewinnen zu Eigenkapital, bewege sich zwar nach wie vor weit über dem globalen Durchschnitt. Es zeige sich aber, dass der Abstand bereits seit geraumer Zeit abnehme.
Die Eigenkapitalrentabilität sei einer der wichtigsten Richtungsgeber für die Aktienmärkte. Allerdings halte sich der US-Aktienmarkt seit mehr als einem Jahr besser als es seine Rentabilität vorgebe. Die Experten von Swisscanto Invest würden erwarten, dass sich die Lücke zwischen beiden vorwiegend über eine relative Schwäche des Aktienmarkts wieder schließen werde. Denn eine Verbesserung der Eigenkapitalrentabilität über eine Verbesserung der Gewinne dürfte schwieriger werden, weil das Wirtschaftswachstum perspektivisch abnehme und sich die Unternehmen mit erhöhten Kostensteigerungen konfrontiert sähen. Die Unternehmen würden zwar weiterhin ihr Eigenkapital verringern, indem sie Aktien zurückkaufen würden. Aber die Finanzierungskosten dafür seien deutlich gestiegen.
Politische Ereignisse vorauszusehen und sich entsprechend darauf zu positionieren, sei nahezu unmöglich. Deshalb sei es sinnvoll in Phasen, in denen politische Risiken wie der Ukraine-Krieg zu den Haupttreibern der Aktienmärkte gehören würden, mit Szenarien zu arbeiten. In ihrem Basisszenario würden die Experten von Swisscanto Invest weiterhin eine überdurchschnittliche Entwicklung bei den rohstoffnahen Sektoren und Industriegruppen erwarten, die von Investitionen in die Verkürzung von Wertschöpfungsketten profitieren würden. Daneben bietet unser Konjunkturausblick insgesamt etwas mehr Rückenwind für die Zykliker als für die Defensiven; unsere Inflationsprognosen deuten auf mehr Potenzial beim Value- als beim Growth-Anlagestil, so die Experten von Swisscanto Invest.
Im Mittelpunkt der wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs stünden die Preise der Energierohstoffe. Doch der Rohstoffreichtum Russlands beschränke sich nicht nur auf Energieträger, sondern schließe auch eine führende Position bei verschiedenen Getreidesorten, Düngemitteln sowie Industrie- und Edelmetallen ein. Auf den ganzen Rohstoffkomplex bezogen könne man sogar sagen, dass mit dem Krieg in der Ukraine und der daraus resultierenden zunehmenden Isolation Russlands das Angebot des weltweit größten Rohstoffexporteurs zu versiegen drohe. Entsprechend der Bedeutung der Föderation für den globalen Handel seien seit Jahresanfang die Preise der einzelnen Rohstoffe in die Höhe geklettert.
In ihrem Basisszenario würden die Experten von Swisscanto Invest mit einem andauernden Krieg rechnen. Dabei dürfte zwar nach wie vor ein Teil der russischen Rohwaren in den Westen fließen, aber nach Möglichkeit zunehmend durch andere Anbieter ersetzt werden. Damit bleibe die Versorgungssituation bei vielen Rohstoffen angespannt. Die Preise würden somit vorerst steigen und äußerst schwankungsanfällig bleiben, was sich in einer anhaltend hohen Volatilität widerspiegeln werde. Darüber hinaus erscheine den Experten von Swisscanto Invest das Szenario einer weiteren Eskalation nach wie vor wahrscheinlicher als eine schnelle Entspannung des Konflikts. Bei einer Eskalation könnte das russische Rohstoffangebot abrupt dem Weltmarkt entzogen werden, was die Preise zumindest vorübergehend nochmals deutlich in die Höhe treiben dürfte. (05.04.2022/alc/a/a)
Eine globale Rezession könne aber vermieden werden. Weitaus stärker seien die Auswirkungen des Kriegs auf die Inflation. Dies wegen der großen Bedeutung Russlands im globalen Rohstoffhandel. Wenig hilfreich sei darüber hinaus, dass China an seiner strikten Zero-Covid-Strategie festhalte. Die globale Teuerung werde in diesem Jahr deutlich höher ausfallen, als bislang erwartet. Im Jahresdurchschnitt werde sie beinahe 6 Prozent erreichen.
Üblicherweise würden Notenbanken auf einen sich eintrübenden Wirtschaftsverlauf mit einer abwartenden Haltung reagieren. Angesichts der immer noch ultraexpansiv ausgestalteten Geldpolitik und der rasant steigenden Teuerungsraten bleibe ihnen in der jetzigen Situation aber nichts anderes übrig, als die Leitzinsen - teilweise rasch und kräftig - zu erhöhen. Besonders im Rampenlicht stehe dabei die US-Notenbank, da die Teuerung in den USA bereits sehr hoch und der Arbeitsmarkt stark ausgetrocknet sei.
Die FED habe denn auch klar zu verstehen gegeben, die Inflationsbekämpfung nun als vordringlichste Aufgabe zu erachten. An jeder der sechs verbleibenden Sitzungen in diesem Jahr wird deshalb der Leitzins erhöht werden, wobei auch eine oder mehrere Zinserhöhungen um 50 Basispunkte als durchaus realistisch erscheinen, so die Experten von Swisscanto Invest. Die Risiken einer Stagflation hätten insgesamt zugenommen, wie die flache, fast schon inverse US-Zinskurve belege. Vor diesem Hintergrund würden sich die Experten von Swisscanto Invest anlagepolitisch vorsichtiger positionieren, zumal die Aktienmärkte zuletzt einen bemerkenswerten Optimismus an den Tag gelegt hätten.
An den Finanzmärkten habe sich nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs die Erkenntnis eingestellt, dass die Inflation noch länger auf erhöhtem Niveau bleiben werde. Die Energiepreise seien aufgrund von Angebotssorgen kräftig angestiegen. Über alle Anleihenmärkte hinweg seien die Inflationserwartungen aufwärts revidiert worden, sodass auch die nominalen Renditen einen erneuten Schub erfahren hätten. Die Inflationserwartungen und somit auch die nominalen Renditen würden weiterhin eng an die Entwicklung der Öl- und Gaspreise gekoppelt bleiben. Solange sich der Krieg in der Ukraine fortsetze, sähen die Experten von Swisscanto Invest keine Entspannung bei den Energiepreisen und die Risiken für die Inflation würden aufwärts gerichtet bleiben.
Die Inflationsrate sei von hohem Niveau ausgehend weiter angestiegen und die US-Notenbank habe in Aussicht gestellt, noch entschlossener dagegen vorgehen zu wollen, als von den Investoren erwartet. In normalen Zeiten hätte diese Erkenntnis für eine Bewertungskorrektur bei US-Aktien ausgereicht. Der Ukraine-Krieg habe allerdings dafür gesorgt, dass der US-Markt seinem Ruf als sicherer Hafen erneut gerecht worden sei. Die Bewertung, gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis, sei gegenüber Februar sogar angestiegen, sodass sich an der vergleichsweise hohen Bewertung des Markts gegenüber anderen Regionen bislang kaum etwas geändert habe. Zuletzt hätten die Experten von Swisscanto Invest darauf hingewiesen, dass sie darin angesichts des nicht mehr überdurchschnittlichen Gewinnwachstums ein Risiko sähen. Die Eigenkapitalrentabilität, also das Verhältnis von Gewinnen zu Eigenkapital, bewege sich zwar nach wie vor weit über dem globalen Durchschnitt. Es zeige sich aber, dass der Abstand bereits seit geraumer Zeit abnehme.
Die Eigenkapitalrentabilität sei einer der wichtigsten Richtungsgeber für die Aktienmärkte. Allerdings halte sich der US-Aktienmarkt seit mehr als einem Jahr besser als es seine Rentabilität vorgebe. Die Experten von Swisscanto Invest würden erwarten, dass sich die Lücke zwischen beiden vorwiegend über eine relative Schwäche des Aktienmarkts wieder schließen werde. Denn eine Verbesserung der Eigenkapitalrentabilität über eine Verbesserung der Gewinne dürfte schwieriger werden, weil das Wirtschaftswachstum perspektivisch abnehme und sich die Unternehmen mit erhöhten Kostensteigerungen konfrontiert sähen. Die Unternehmen würden zwar weiterhin ihr Eigenkapital verringern, indem sie Aktien zurückkaufen würden. Aber die Finanzierungskosten dafür seien deutlich gestiegen.
Politische Ereignisse vorauszusehen und sich entsprechend darauf zu positionieren, sei nahezu unmöglich. Deshalb sei es sinnvoll in Phasen, in denen politische Risiken wie der Ukraine-Krieg zu den Haupttreibern der Aktienmärkte gehören würden, mit Szenarien zu arbeiten. In ihrem Basisszenario würden die Experten von Swisscanto Invest weiterhin eine überdurchschnittliche Entwicklung bei den rohstoffnahen Sektoren und Industriegruppen erwarten, die von Investitionen in die Verkürzung von Wertschöpfungsketten profitieren würden. Daneben bietet unser Konjunkturausblick insgesamt etwas mehr Rückenwind für die Zykliker als für die Defensiven; unsere Inflationsprognosen deuten auf mehr Potenzial beim Value- als beim Growth-Anlagestil, so die Experten von Swisscanto Invest.
Im Mittelpunkt der wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs stünden die Preise der Energierohstoffe. Doch der Rohstoffreichtum Russlands beschränke sich nicht nur auf Energieträger, sondern schließe auch eine führende Position bei verschiedenen Getreidesorten, Düngemitteln sowie Industrie- und Edelmetallen ein. Auf den ganzen Rohstoffkomplex bezogen könne man sogar sagen, dass mit dem Krieg in der Ukraine und der daraus resultierenden zunehmenden Isolation Russlands das Angebot des weltweit größten Rohstoffexporteurs zu versiegen drohe. Entsprechend der Bedeutung der Föderation für den globalen Handel seien seit Jahresanfang die Preise der einzelnen Rohstoffe in die Höhe geklettert.
In ihrem Basisszenario würden die Experten von Swisscanto Invest mit einem andauernden Krieg rechnen. Dabei dürfte zwar nach wie vor ein Teil der russischen Rohwaren in den Westen fließen, aber nach Möglichkeit zunehmend durch andere Anbieter ersetzt werden. Damit bleibe die Versorgungssituation bei vielen Rohstoffen angespannt. Die Preise würden somit vorerst steigen und äußerst schwankungsanfällig bleiben, was sich in einer anhaltend hohen Volatilität widerspiegeln werde. Darüber hinaus erscheine den Experten von Swisscanto Invest das Szenario einer weiteren Eskalation nach wie vor wahrscheinlicher als eine schnelle Entspannung des Konflikts. Bei einer Eskalation könnte das russische Rohstoffangebot abrupt dem Weltmarkt entzogen werden, was die Preise zumindest vorübergehend nochmals deutlich in die Höhe treiben dürfte. (05.04.2022/alc/a/a)


