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Notenbank-Entwicklungen: Portfolio vorbereiten auf den Wendepunkt - jetzt!


23.04.18 12:00
Fisch Asset Management

Zürich (www.anleihencheck.de) - 105 Jahre nach Gründung der US-Notenbank Federal Reserve, weltweit unter dem Kürzel FED bekannt, neigt sich das größte Experiment in ihrer Geschichte dem Ende entgegen, so Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management in Zürich.

Dem Jahrzehnt nach der Finanzkrise mit Zinssenkungen und dem Anleihen-Ankaufprogramm würden der Verkauf von Staatsanleihen und die nächsten kleinen Zinserhöhungsschritte folgen. Die Finanzmärkte seien entsprechend kurz vor einem einschneidenden Wendepunkt, auf den Investoren ihr Portfolio zwingend vorbereiten und neu positionieren müssten.

Neben der Umkehr der FED-Bilanz und der einhergehenden "Normalisierung" ihrer Politik müssten Anleger auch die zu erwartenden Maßnahmen anderer wichtigen Notenbanken mit der Europäischen Zentralbank (EZB) an der Spitze berücksichtigen. Denn deren Vorgehensweisen dürften mit einer gewissen Verzögerung folgen. Die gesamten Auswirkungen der daraus resultierenden Reduzierung der Liquidität im Finanzsystem würden an den Märkten noch unterschätzt. Doch die Zahlen würden unterstreichen, welche Gefahr drohe. Aus ihrem aufgeblähten Bestand verkaufe die FED monatlich Papiere für 30 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig komme eine ähnliche Summe an neuen Treasuries auf den Markt, um die zunehmende Neuverschuldung (auch dank der neuen US-Steuerreform) sowie die laufende Refinanzierung zu decken. Diese rund 60 Milliarden US-Dollar neues Anleihenangebot pro Monat vermindere die Liquidität an den Finanzmärkten und wirke sich ob der immensen Höhe global aus.

Positiv sei dagegen die Tatsache, dass das makroökonomische Umfeld weiter sehr stabil sei. Dies signalisiere beispielsweise die relativ steile Zinskurve für 10-jährige Staatsanleihen in den USA - bisher ein sehr zuverlässiger Indikator. Da in den vergangenen rund 60 Jahren jede Rezession von einer flachen Zinskurve vorweggenommen worden sei, gehe hier keine aktuelle Gefahr aus. Man sehe jedoch die Tendenz einer Abflachung, was als Frühwarnsignal zu verstehen sei. Zudem sollten sich Marktteilnehmer auf höhere Volatilitäten in der Zukunft einstellen. Der momentane Zyklus sei aus Sicht von Fisch Asset Management in Zürich aber immer noch gut für "Risky Assets". Dazu würden Aktien und Anleihengattungen mit hohen Zinskupons gehören, insbesondere auch Bonds in Hartwährungen aus den Emerging Markets. Die jüngsten Aktienmarktrückschläge würden Fisch Asset Management in der Überzeugung bestärken, diese Anlageklasse durch attraktive Anleihenopportunitäten zu ersetzen, zu denen insbesondere Wandelanleihen zählen würden. (23.04.2018/alc/a/a)