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Norwegen - da, wo die Zinsensteigen


05.04.19 11:15
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Während die großen Zentralbanken ihre Geldpolitik unverändert fortsetzen oder gar weitere Lockerungsmaßnahmen diskutieren, ist die Norwegische Zentralbank dabei, die Leitzinsen weiter anzuheben, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Für 2019 würden die Analysten in Norwegen ein Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent erwarten, wobei die zuletzt gestiegenen PMIs im Verarbeitenden Gewerbe diese Erwartung bestätigt hätten. Die Arbeitslosigkeit liege unter vier Prozent und eine Inflation von zuletzt drei Prozent spreche ebenfalls für eine weitere Anhebung des Leitzinses. Von der hohen Verschuldung der Privathaushalte würden weiterhin Gefahren ausgehen, dennoch würden in der Bewertung der Zentralbank momentan die Risiken einer konjunkturellen Überhitzung überwiegen. Der größte Ölproduzent Westeuropas habe von den zu Jahresbeginn gestiegenen Ölpreisen profitieren können und sei von der lahmenden Eurozonenkonjunktur damit auch weniger betroffen.

Zwar könnte ein schwächerer Ölpreis im Jahresverlauf die norwegische Wirtschaft durchaus belasten, dennoch würden die Analysten von einem weiteren Leitzinsschritt gegen Ende des Jahres ausgehen. Steigende Zinsen hätten bisher bei der Norwegischen Krone für Auftrieb gesorgt. Mit 1,8 Prozent habe die Krone gegenüber dem Euro unter allen G10-Währungen im März am stärksten aufwerten können - weiteres Aufwertungspotenzial sähen die Analysten jedoch erst einmal nicht. (05.04.2019/alc/a/a)