Norwegen: Kerninflation zieht erstmals seit einem Jahr wieder an


03.01.25 11:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Nach einem stärker als erwarteten dritten Quartal in Norwegen signalisieren erste Daten eine Abkühlung zu Beginn des Schlussquartals, so die Analysten von Postbank Research.

Im Oktober habe sich der monatliche Produktionsrückgang im Verarbeitenden Gewerbe von 0,9 auf 1,6 Prozent beschleunigt, auf Jahresbasis habe nur noch ein leichtes Plus von 0,3 Prozent zu Buche gestanden. Zudem sei der Einkaufsmanagerindex der Branche im November auf 50,7 Punkte gesunken und damit in Richtung Stagnation.

Die Dynamik der Einzelhandelsumsätze sei im Oktober mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent zum Vormonat und minus 0,3 Prozent zum Vorjahr ebenfalls schwach geblieben.

Demgegenüber habe sich der zugrundeliegende Preisdruck im November beschleunigt. Die jährliche Kerninflationsrate, das von der Norges Bank präferierte Inflationsmaß, das Steueränderungen und Energiepreise ausklammere, sei von 2,7 auf 3,0 Prozent gestiegen, nachdem sie zwölf Monate lang kontinuierlich gesunken sei.

Vor diesem Hintergrund hätten Norwegens Währungshüter im Dezember den Leitzins wie erwartet zum achten Mal in Folge unverändert bei 4,5 Prozent belassen. Eine erste Zinssenkung um 25 Basispunkte würden die Geldterminmärkte für Ende März 2025 einpreisen. Auch die Norges Bank selbst habe Hinweise gegeben, dass sie beabsichtige, der Zyklus dann zu beginnen.

Bleibe die Norges Bank zunächst restriktiv und lockere die EZB wie erwartet, könnte die Norwegische Krone bis Ende Juni 2025 in Richtung EUR/NOK 11,25 aufwerten. (Währungsbulletin Januar 2025) (03.01.2025/alc/a/a)