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Niedrige Zinsen als "treue Begleiter"
28.05.20 11:15
Bankhaus Carl Spängler & Co
Salzburg (www.anleihencheck.de) - Das Salzburger Bankhaus Spängler sieht die derzeit auf einem Rekordtief befindlichen Zinsen weiterhin als "treue Begleiter" der Finanzmärkte auf beiden Seiten des Atlantiks, so die Analysten vom Bankhaus Carl Spängler & Co.
Sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch ihr US-amerikanisches Pendant Federal Reserve hätten in der Corona-Krise neue Maßnahmen gesetzt, um den Auswirkungen des Lockdowns auf geldpolitischer Ebene entgegenzuwirken, so die Experten der ältesten Privatbank Österreichs in ihrer aktuellen Zinseinschätzung. Die EZB setze insbesondere auf neue Aktivitäten bei Refinanzierungsgeschäften, die FED bekenne sich weiterhin zu einer expansiven Geldpolitik, schließe aber - entgegen zunehmender Spekulationen - einen Eintritt in das umstrittene Feld der Negativzinsen aus.
"Trotz unveränderter Leitzinssätze hat die EZB bei den Refinanzierungsgeschäften nachgelegt und neue Aktionen eingeleitet, um den Liquiditäts- und Kreditfluss in der Eurozone zu stabilisieren", sage Markus Dürnberger, Bereichsleiter Asset Management im Bankhaus Spängler. Dabei würden die Konditionen der längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte verbessert, eine neue Reihe an Pandemie-Notfallrefinanzierungsgeschäften angeboten sowie das Pandemie-Notfallankaufprogramm im Gesamtumfang von 750 Mrd. Euro weiterhin durchgeführt. "Die EZB bleibt also in der Krise nicht untätig, selbst wenn ihr Handlungsspielraum im Bereich der Leitzinssätze aufgrund der bereits länger geführten Niedrigzinspolitik eingeschränkt ist", so Dürnberger.
Nachdem die Federal Reserve im März zwei außerplanmäßige Leitzinssenkungen auf einen Korridor von 0,00 bis 0,25 Prozent vorgenommen habe, sei dieser bei der letzten Zinssitzung im April unberührt geblieben. Die FED bekenne sich aber weiterhin dazu, die Konsequenzen der Corona-Pandemie im Rahmen ihres Handlungsfeldes einzudämmen. "Aktuell ist davon auszugehen, dass die FED mit einer graduellen Erholung der amerikanischen Wirtschaft rechnet und es dauern wird, bis ein Beschäftigungsgrad am Arbeitsmarkt erreicht wird, der nahe einer Vollbeschäftigung liegt", analysiere der Asset Manager im Bankhaus Spängler. Die Finanzmärkte jedenfalls würden mittelfristig eine lockere Geldpolitik einpreisen.
Würden die US-Leitzinsen sehr bald gar in den negativen Bereich sinken, wie manche Marktteilnehmer glauben würden? "Eher nein", meine Markus Dürnberger. "Die FED selbst schließt negative Leitzinsen derzeit aus und verweist dabei auf die 'gemischten' Erfahrungen anderer Zentralbanken sowie die ungeklärte rechtliche Situation diesbezüglich. Einzig die Entwicklung der US-Inflation, die dem weltweiten Trend folgend massiv gesunken ist, könnte die Negativzins-Überlegungen erneut auf die Agenda der US-Notenbank bringen." (28.05.2020/alc/a/a)
Sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch ihr US-amerikanisches Pendant Federal Reserve hätten in der Corona-Krise neue Maßnahmen gesetzt, um den Auswirkungen des Lockdowns auf geldpolitischer Ebene entgegenzuwirken, so die Experten der ältesten Privatbank Österreichs in ihrer aktuellen Zinseinschätzung. Die EZB setze insbesondere auf neue Aktivitäten bei Refinanzierungsgeschäften, die FED bekenne sich weiterhin zu einer expansiven Geldpolitik, schließe aber - entgegen zunehmender Spekulationen - einen Eintritt in das umstrittene Feld der Negativzinsen aus.
Nachdem die Federal Reserve im März zwei außerplanmäßige Leitzinssenkungen auf einen Korridor von 0,00 bis 0,25 Prozent vorgenommen habe, sei dieser bei der letzten Zinssitzung im April unberührt geblieben. Die FED bekenne sich aber weiterhin dazu, die Konsequenzen der Corona-Pandemie im Rahmen ihres Handlungsfeldes einzudämmen. "Aktuell ist davon auszugehen, dass die FED mit einer graduellen Erholung der amerikanischen Wirtschaft rechnet und es dauern wird, bis ein Beschäftigungsgrad am Arbeitsmarkt erreicht wird, der nahe einer Vollbeschäftigung liegt", analysiere der Asset Manager im Bankhaus Spängler. Die Finanzmärkte jedenfalls würden mittelfristig eine lockere Geldpolitik einpreisen.
Würden die US-Leitzinsen sehr bald gar in den negativen Bereich sinken, wie manche Marktteilnehmer glauben würden? "Eher nein", meine Markus Dürnberger. "Die FED selbst schließt negative Leitzinsen derzeit aus und verweist dabei auf die 'gemischten' Erfahrungen anderer Zentralbanken sowie die ungeklärte rechtliche Situation diesbezüglich. Einzig die Entwicklung der US-Inflation, die dem weltweiten Trend folgend massiv gesunken ist, könnte die Negativzins-Überlegungen erneut auf die Agenda der US-Notenbank bringen." (28.05.2020/alc/a/a)


