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Niederländische Notenbank quantifiziert QE-Risiken
30.03.16 11:11
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Nach der Bundesbank hat nun auch die niederländische Notenbank explizit auf die drohenden Verluste infolge der Wertpapierankäufe verwiesen, so die Analysten der Nord LB.
Der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem habe erklärt, dass sich die bisherigen Rückstellungen auf EUR 500 Mio. belaufen würden, die Zentralbank insgesamt aber von möglichen Verlusten in Höhe von EUR 3,8 Mrd. ausgehe. Ähnlich wie bei der Bundesbank würden sich die Verlustrisiken aus dem Umstand ergeben, dass ein Großteil der im Rahmen des PSPP angekauften Wertpapiere zu einer Nominale von (teils deutlich) oberhalb 100% erworben worden seien. Gemäß Kapitalschlüssel der EZB erwerbe die holländische Notenbank zwar nur etwa 4% der monatlich anzukaufenden Staatsanleihen. Dennoch würden sich aufgrund der Zinskurve entsprechende Kursverlustrisiken ergeben. Aktuell würden holländische Staatsanleihen bis zu einer Laufzeit von sieben Jahren im negativen Bereich rentieren.
Rund um das Osterfest sei erwartungsgemäß verhältnismäßig wenig Aktionismus insbesondere im Bereich der Benchmarkemissionen festzustellen gewesen. Dennoch seien einige Emittenten am Primärmarkt aktiv gewesen, wobei es in erster Linie zu Aufstockungen bestehender Anleihen gekommen sei. So habe etwa das Land Berlin eine bis 2025 laufende Anleihe (ISIN DE000A13R6Z9 / WKN A13R6Z) um EUR 125 Mio. erhöht. Kurz vor Ostern seien zudem Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen primärmarktseitig aktiv gewesen. Schleswig-Holstein habe ein bis 2019 laufendes Papier (ISIN DE000SHFM501 / WKN SHFM50) um EUR 300 Mio. erhöht, NRW habe einen 2023 auslaufenden Bond (ISIN DE000NRW0GJ4 / WKN NRW0GJ) um EUR 100 Mio. erhöht.
In einem größeren Umfang sei der ESM vor dem Osterwochenende aktiv gewesen. Ein Langläufer (2036) (ISIN EU000A1U9928 / WKN A1U992) sei um EUR 1 Mrd. zu ms +10bp aufgestockt worden. Auch im zweiten Quartal dürfte der ESM regelmäßig am Primärmarkt aktiv sein. Der Rettungsmechanismus plane für Q2 mit Emissionen in einer Größenordnung von EUR 6 Mrd. Aufgestockt habe zudem Bpifrance Financement (OSEOFI) eine bis 2023 laufende Anleihe (ISIN FR0011119783 / WKN A1GVZN) um EUR 200 Mio. zu ms +50bp.
Mit SNCF Réseau, dem Eigentümer und Verwalter des französischen Schienensystems, sei in der vergangenen Handelswoche ein eher seltener Gast am Primärmarkt aktiv gewesen. Mit seiner ersten in Euro denominierten Benchmarkemission seit dem Herbst des vergangenen Jahres habe SNCF Réseau EUR 500 Mio. eingesammelt. Die Anleihe bewege sich mit einer Laufzeit von gut 21 Jahren im Bereich der Ultra-Langläufer. Der Emittent bleibe damit seinem Vorgehen treu, neben einer Währungsdiversifikation, verstärkt auf langfristige Refinanzierung zu setzen.
Das Material im Markt für Bundesländer werde aufgrund der kontinuierlichen Anfragen des Eurosystems langsam etwas knapper, das Spreadniveau der Länder habe sich weiterhin leicht eingeengt. Die Käufe würden nach wie vor eher im langen Laufzeitsegment stattfinden. (30.03.2016/alc/a/a)
Der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem habe erklärt, dass sich die bisherigen Rückstellungen auf EUR 500 Mio. belaufen würden, die Zentralbank insgesamt aber von möglichen Verlusten in Höhe von EUR 3,8 Mrd. ausgehe. Ähnlich wie bei der Bundesbank würden sich die Verlustrisiken aus dem Umstand ergeben, dass ein Großteil der im Rahmen des PSPP angekauften Wertpapiere zu einer Nominale von (teils deutlich) oberhalb 100% erworben worden seien. Gemäß Kapitalschlüssel der EZB erwerbe die holländische Notenbank zwar nur etwa 4% der monatlich anzukaufenden Staatsanleihen. Dennoch würden sich aufgrund der Zinskurve entsprechende Kursverlustrisiken ergeben. Aktuell würden holländische Staatsanleihen bis zu einer Laufzeit von sieben Jahren im negativen Bereich rentieren.
In einem größeren Umfang sei der ESM vor dem Osterwochenende aktiv gewesen. Ein Langläufer (2036) (ISIN EU000A1U9928 / WKN A1U992) sei um EUR 1 Mrd. zu ms +10bp aufgestockt worden. Auch im zweiten Quartal dürfte der ESM regelmäßig am Primärmarkt aktiv sein. Der Rettungsmechanismus plane für Q2 mit Emissionen in einer Größenordnung von EUR 6 Mrd. Aufgestockt habe zudem Bpifrance Financement (OSEOFI) eine bis 2023 laufende Anleihe (ISIN FR0011119783 / WKN A1GVZN) um EUR 200 Mio. zu ms +50bp.
Mit SNCF Réseau, dem Eigentümer und Verwalter des französischen Schienensystems, sei in der vergangenen Handelswoche ein eher seltener Gast am Primärmarkt aktiv gewesen. Mit seiner ersten in Euro denominierten Benchmarkemission seit dem Herbst des vergangenen Jahres habe SNCF Réseau EUR 500 Mio. eingesammelt. Die Anleihe bewege sich mit einer Laufzeit von gut 21 Jahren im Bereich der Ultra-Langläufer. Der Emittent bleibe damit seinem Vorgehen treu, neben einer Währungsdiversifikation, verstärkt auf langfristige Refinanzierung zu setzen.
Das Material im Markt für Bundesländer werde aufgrund der kontinuierlichen Anfragen des Eurosystems langsam etwas knapper, das Spreadniveau der Länder habe sich weiterhin leicht eingeengt. Die Käufe würden nach wie vor eher im langen Laufzeitsegment stattfinden. (30.03.2016/alc/a/a)
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