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Neuemissionen von Green Bonds stoßen auf hohe Nachfrage
14.06.24 10:00
Swisscanto
Zürich (www.anleihencheck.de) - Die Neuemissionstätigkeit bei Green Bonds befindet sich auf einem soliden Niveau, analog zu den beiden Vorjahren, so Samuel Manser, Manager des Swisscanto (LU) Bond Fund Sustainable Global Credit bei Swisscanto.
Aufgrund der bereits ausstehenden Papiere führe dies zu einem stetigen Wachstum des Marktvolumens. Mittlerweile mache dieses bereits rund fünf Prozent des Unternehmensanleihen-Universums aus. Dabei würden die Neuemissionen auf eine unverändert hohe Nachfrage stoßen und seien entsprechend oft überzeichnet. Das zunehmende Angebot habe Folgen. So lasse sich feststellen, dass sich für viele Green Bonds das so genannte Greenium, also die Renditedifferenz zu herkömmlichen Unternehmensanleihen, normalisiere. Die Vorteile des Green Bonds erhalte man demnach aktuell oft ohne Renditenachteile.
Bei Green Bonds würden die Experten sowohl auf die Emittenten als auch auf die Projekte schauen, die mit den Anleihen finanziert würden. Idealerweise würden beide durch eine hohe Nachhaltigkeitsbewertung bestechen. Während die Experten die Projekte des Green Bonds prüfen und auf eine Zweitmeinung bestehen würden, könnten beim Emittenten durchaus nachhaltige Problemstellungen auftauchen. Beispielsweise bei Automobilherstellern oder Versorgern, die mit ihren Kerngeschäften die Nachhaltigkeitskriterien der Experten nicht unbedingt in vollem Umfang erfüllen würden. Wenn die Projekte des Green Bonds allerdings glaubwürdig seien und zu Verbesserungen im nachhaltigen Sinne führen würden, dann sei ein Investment vorstellbar. Komplett ausgeschlossen seien dennoch einige Bereiche wie etwa Tabakproduzenten.
Der Anteil von Green Bonds in dem nachhaltigen Anlagefonds der Experten betrage rund ein Viertel. Auch die Berücksichtigung von Social Bonds nehme zu, gleichwohl auf einem niedrigeren Niveau. Dagegen habe die generelle Bedeutung von Sustainability-linked Bonds abgenommen, was sich in rückläufigen Emissionsvolumina äußere. Insgesamt betrachtet sei die Entwicklung im Bereich der nachhaltigen Anleihen positiv und diese Papiere hätten sich erfreulicherweise im Markt etabliert. Aus Nachhaltigkeits- und Renditesicht bleibe zudem die Beimischung von Corporate-Hybrid-Anleihen sehr interessant. In diesem Jahr seien bereits einige dieser Papiere als Green Bonds emittiert und ins Portfolio genommen worden.
Der Markt sei in Bewegung: Die Gesamtrenditen von Unternehmensanleihen würden relativ zu anderen Anlageklassen zwar attraktiv bleiben, aber die Spreads seien auf faire Niveaus gefallen. Der Puffer zur Absorption möglicher Spread-Ausweitungen sei somit kleiner geworden. Im Investment-Grade-Bereich würden die Bilanzen solide und die Verschuldung unter Kontrolle bleiben, aber bei riskanteren Schuldnern würden sich die Probleme mehren, die zu Schuldenrestrukturierungen führen könnten. Ob dies so bleibe, werde maßgeblich von der Konjunktur- und Zinsenwicklung abhängig sein.
Wenn es den Notenbanken gelinge, die Inflation unter Kontrolle zu halten, ohne die Wirtschaft abzuwürgen, könnte der Mix aus hohen Renditen, tiefen Spreads und tiefer Volatilität anhalten. Dies wäre für Unternehmensanleihen ideal - vorausgesetzt, die verschiedenen geopolitischen Krisenherde würden nicht eskalieren und die Zinsentscheidungen der EZB und FED würden wie erwartet moderat ausfallen.
Mit Blick auf ihr Portfolio hätten die Experten zyklische Sektoren aufgrund der teuren Marktbewertungen untergewichtet. Und da ihnen die Erholung im Immobiliensektor zu ungewiss sei, würden sie in diesem Segment defensiver investiert im Vergleich zur Benchmark verbleiben. Die Übergewichtung im Euro-Markt versus dem US-Dollar-Markt werde beibehalten, da die Auswahl an attraktiven nachhaltigen Anleihen größer sei. Die Experten würden momentan die defensiven Sektoren favorisieren, so etwa Gesundheit, Technologie und Banken/Versicherungen. Auch bei den Bereichen nicht-zyklischer Konsum und Kommunikation seien die Experten positiv eingestellt und würden sie im Portfolio leicht übergewichten. (14.06.2024/alc/a/a)
Aufgrund der bereits ausstehenden Papiere führe dies zu einem stetigen Wachstum des Marktvolumens. Mittlerweile mache dieses bereits rund fünf Prozent des Unternehmensanleihen-Universums aus. Dabei würden die Neuemissionen auf eine unverändert hohe Nachfrage stoßen und seien entsprechend oft überzeichnet. Das zunehmende Angebot habe Folgen. So lasse sich feststellen, dass sich für viele Green Bonds das so genannte Greenium, also die Renditedifferenz zu herkömmlichen Unternehmensanleihen, normalisiere. Die Vorteile des Green Bonds erhalte man demnach aktuell oft ohne Renditenachteile.
Bei Green Bonds würden die Experten sowohl auf die Emittenten als auch auf die Projekte schauen, die mit den Anleihen finanziert würden. Idealerweise würden beide durch eine hohe Nachhaltigkeitsbewertung bestechen. Während die Experten die Projekte des Green Bonds prüfen und auf eine Zweitmeinung bestehen würden, könnten beim Emittenten durchaus nachhaltige Problemstellungen auftauchen. Beispielsweise bei Automobilherstellern oder Versorgern, die mit ihren Kerngeschäften die Nachhaltigkeitskriterien der Experten nicht unbedingt in vollem Umfang erfüllen würden. Wenn die Projekte des Green Bonds allerdings glaubwürdig seien und zu Verbesserungen im nachhaltigen Sinne führen würden, dann sei ein Investment vorstellbar. Komplett ausgeschlossen seien dennoch einige Bereiche wie etwa Tabakproduzenten.
Der Markt sei in Bewegung: Die Gesamtrenditen von Unternehmensanleihen würden relativ zu anderen Anlageklassen zwar attraktiv bleiben, aber die Spreads seien auf faire Niveaus gefallen. Der Puffer zur Absorption möglicher Spread-Ausweitungen sei somit kleiner geworden. Im Investment-Grade-Bereich würden die Bilanzen solide und die Verschuldung unter Kontrolle bleiben, aber bei riskanteren Schuldnern würden sich die Probleme mehren, die zu Schuldenrestrukturierungen führen könnten. Ob dies so bleibe, werde maßgeblich von der Konjunktur- und Zinsenwicklung abhängig sein.
Wenn es den Notenbanken gelinge, die Inflation unter Kontrolle zu halten, ohne die Wirtschaft abzuwürgen, könnte der Mix aus hohen Renditen, tiefen Spreads und tiefer Volatilität anhalten. Dies wäre für Unternehmensanleihen ideal - vorausgesetzt, die verschiedenen geopolitischen Krisenherde würden nicht eskalieren und die Zinsentscheidungen der EZB und FED würden wie erwartet moderat ausfallen.
Mit Blick auf ihr Portfolio hätten die Experten zyklische Sektoren aufgrund der teuren Marktbewertungen untergewichtet. Und da ihnen die Erholung im Immobiliensektor zu ungewiss sei, würden sie in diesem Segment defensiver investiert im Vergleich zur Benchmark verbleiben. Die Übergewichtung im Euro-Markt versus dem US-Dollar-Markt werde beibehalten, da die Auswahl an attraktiven nachhaltigen Anleihen größer sei. Die Experten würden momentan die defensiven Sektoren favorisieren, so etwa Gesundheit, Technologie und Banken/Versicherungen. Auch bei den Bereichen nicht-zyklischer Konsum und Kommunikation seien die Experten positiv eingestellt und würden sie im Portfolio leicht übergewichten. (14.06.2024/alc/a/a)


