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Neue Impulse durch die EZB erwartet, Unternehmensanleihen bevorzugen


04.03.16 11:51
Weberbank

Berlin (www.anleihencheck.de) - "Money for Nothing" - die Zeit des billigen Geldes geht weiter, so die Analysten der Weberbank.

In der kommenden Woche finde die nächste Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) statt, und es werde erneut mit einem expansiven geldpolitischen Impuls gerechnet. Nachdem die Inflationsdaten zu Jahresbeginn erneut unter Druck geraten seien und auch die Wirtschaftsentwicklung in der Eurozone an Dynamik verloren habe, spreche vieles für entsprechende Maßnahmen der EZB. Eine erneute Ausweitung des Anleihekaufprogramms verbunden mit einer weiteren Senkung des Einlagezinssatzes, der aktuell schon bei -0,3 Prozent stehe, werde jedoch nicht ausreichen. Dadurch würde sich die Situation vieler Banken, die jetzt schon unter den Negativzinsen leiden würden, nur weiter verschlimmern.

Speziell in Südeuropa, wo zuletzt wieder Sorgen über die Solidität einiger Institute aufgekommen sei, wären die Belastungen groß. Es bedürfe also neuer Medizin bzw. einer Abwandlung der Rezeptur, um den Patienten wieder auf die Beine zu bekommen. Die amerikanische Notenbank stehe hingegen vor der schwierigen Entscheidung, dem im Dezember 2015 eingeschlagenen Zinserhöhungspfad weiter zu folgen oder eine Pause einzulegen. In den ersten Monaten des Jahres habe sich die Stimmung der Einkaufsmanager in den USA, die ein guter Vorlaufindikator für die Konjunkturentwicklung sei, etwas eingetrübt. Der Arbeitsmarkt präsentiere sich aber weiter sehr robust und unterstütze damit die wichtigste Säule der amerikanischen Konjunktur, den Konsum. Durch die Turbulenzen an den Kapitalmärkten zu Jahresbeginn sei die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im März jedoch deutlich gesunken.

Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft und der mögliche neue geldpolitische Impuls durch die EZB hätten die Nachfrage nach Anleihen hoher Qualität unterstützt, etwa deutschen Staatsanleihen. Im Zuge dieser Entwicklung seien die Renditen deutlich gesunken. So müsse ein Investor in deutschen Staatspapieren mittlerweile bereit sein, dem Staat mindestens neun Jahre Geld zu leihen, um überhaupt noch einen positiven Ertrag mit der Anlage zu generieren. Die Analysten würden daher weiterhin Anleihen von Unternehmen präferieren, da der Risikoaufschlag im Verhältnis zu Staatsanleihen oder Pfandbriefen attraktiv sei.

Die Aktienmärkte hätten ihre Erholungsbewegung fortsetzen können. Vor allem die vorerst gestoppte Abwärtsspirale beim Ölpreis habe stabilisierend gewirkt. Auch habe die Aussicht auf neue Maßnahmen der EZB die Aktienentwicklung unterstützt. Sollten die Emotionen in nächster Zeit nicht wieder so rasant hochschnellen wie zum Jahresbeginn, so stünden die Chancen für eine Fortsetzung der Erholungsphase recht gut. Bei der Entscheidung zwischen Negativverzinsung bei Anleihen oder im langfristigen Vergleich überdurchschnittlichen Dividendenrenditen würden viele Anleger die Attraktivität der Aktienanlage entdecken. Die potenziellen Gefahrenherde China, Öl und Geopolitik seien jedoch noch nicht komplett gebannt. Ein vorsichtiges Agieren sei kurzfristig nach wie vor angeraten. Für Engagements in diesem Umfeld biete sich der amerikanischen Aktienmarkt an, da er typischerweise weniger stark bei einem Anstieg der Risikoaversion reagiere.

Das Edelmetall Gold habe in den ersten Monaten des Jahres seinem Ruf als Stabilitätsanker in unruhigen Zeiten gerecht werden können. Nach langer Durststrecke hätten sich erste positive Impulse gezeigt. So sei der Abwärtstrend der letzten Jahre verlassen worden, und Anlageprodukte mit physischer Gold-Hinterlegung hätten deutliche Mittelzuflüsse verzeichnen können. Besonders positiv würden die Analysten werten, dass sich auch nach der Stimmungsberuhigung an den Kapitalmärkten in den letzten Wochen die Stärke fortgesetzt habe. Sie würden Gold im aktuellen Umfeld als interessante Beimischung in einem gut diversifizierten Portfolio ansehen. (04.03.2016/alc/a/a)