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Neue Aktienanleihen auf Deutsche Bank: Darf's ein bisschen mehr sein?
17.10.12 10:55
ZertifikateAnleger
Kiel (www.anleihencheck.de) - Bayern LB, Helaba, Royal Bank of Scotland (RBS), HypoVereinsbank (HVB), WGZ BANK und Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bieten neue Aktienanleihen auf die Aktie der Deutschen Bank zur Zeichnung an, so die Experten vom "ZertifikateAnleger".
Ein bisschen mehr Rendite, bitte! Diesen Wunsch würden derzeit viele private Anleger teilen, da mit Bundesanleihen kaum mehr etwas zu verdienen sei und Festgelder nur historisch niedrig verzinst würden. Aktienanleihen würden damit verstärkt in den Fokus rücken, wohl auch deshalb, weil Emittenten bei diesen Papieren einen von vornherein fest stehenden Zinskupon unabhängig von der Marktentwicklung auszahlen würden, was an andere fest verzinsliche Papiere erinnere. Die Chance auf deutlich attraktivere Rendite im Vergleich zu Rentenpapieren gebe es allerdings nur verbunden mit mehr Risiko.
Mehrere Banken würden in diesen Tagen neue Anleihen auf die Aktie der Deutschen Bank zur Zeichnung anbieten. Das Problem aus Anlegersicht: Aktienanleihe sei dabei längst nicht gleich Aktienanleihe. Neben der klassischen Form seien auch Aktienanleihen plus und plus pro etabliert. Genau das mache den Vergleich schwierig. Gemeinsam hätten die Produkte eines: Die jeweilige Zinszahlung sei fix. Wie am Laufzeitende getilgt werde, hänge von der Kursentwicklung des Basiswertes ab.
Bei klassischen Aktienanleihen lege der Emittent zu Beginn einen Basispreis fest. Notiere die zugrunde liegende Aktie bei Fälligkeit auf oder über diesem Basispreis, tilge die Bank die Anleihe zu einhundert Prozent. Anderenfalls liefere sie eine im Vorfeld festgelegte Anzahl an Aktien. Das Kursrisiko liege für den Anleger darin, statt des Nennwerts die Aktie zu einem Kurs unterhalb des Basispreises ins Depot gebucht zu kommen.
Bayern LB und Helaba würden derzeit neue klassische Aktienanleihen (ISIN DE000BLB0QM2 / WKN BLBOQM und ISIN DE000HLB0SU5 / WKN HLB0SU) auf die Aktie der Deutschen Bank zur Zeichnung anbieten. Beide würden in rund einem Jahr fällig. Die Helaba zahle mit sieben Prozent per anno den höheren Zinskupon, dafür liege der Basispreis lediglich 18 Prozent unter dem aktuellen Kursniveau der Aktie.
Die Bayern LB habe hingegen den Basispreis bei 70 Prozent des Startkurses festgelegt. Der Zinskupon betrage dafür nur 5,1 Prozent. Sollte bei einem der Produkte bei Fälligkeit die Aktie unter dem jeweiligen Basispreis notieren, entspreche die zu liefernde Aktienanzahl dem Verhältnis Nennbetrag zu Basispreis.
Aktienanleihen der Sorte "plus" oder "plus pro" seien defensiver ausgerichtet. Sie würden sich von klassischen Aktienanleihen darin unterscheiden, dass die Emittenten zusätzlich Kursschwellen festlegen würden, meist weit unterhalb des Basispreises. Am Laufzeitende würden die Emittenten diese Anleihen zum Nennwert tilgen, wenn der Kurs des Basiswertes nicht unter eine festgelegte Schwelle gefallen sei. Anders ausgedrückt: Im Gegensatz zur klassischen Variante würden diese Anleihen bei Fälligkeit auch dann zum Nennwert getilgt, wenn der Aktienkurs zwar unterhalb des Basispreises liege, die Kursschwelle aber nicht erreicht beziehungsweise unterschritten werde.
Es existiere ein zusätzlicher Puffer gegen Kursverluste beim Basiswert. Werde die Schwelle berührt beziehungsweise unterschritten (die genaue Formulierung in diesem Punkt variiere zwischen den Banken) und notiere die Aktie bei Fälligkeit unter dem Basispreis, bekomme der Anleger auch bei diesen Produkten eine fest stehende Anzahl an Aktien ins Depot gebucht.
Mit einer Laufzeit von ebenfalls rund einem Jahr würden derzeit RBS (ISIN DE000AA598X4 / WKN AA598X) und Vontobel Aktienanleihen dieser Art auf die Deutsche Bank-Aktie zur Zeichnung anbieten. Den größeren Zinskupon gebe es bei Vontobel mit acht Prozent per anno. Der Puffer gegen Kursverluste betrage knapp 30 Prozent.
Die Anleihe von RBS sei mit 7,5 Prozent per anno nur geringfügig geringer verzinst, dafür sei der Sicherheitsabstand zur Barriere mit 45 Prozent größer. Doch aufgepasst: Während bei Vontobel für die Tilgung lediglich der Kurs der Aktie am Bewertungstag relevant sei, gelte bei der RBS-Anleihe die Barrierebedingung über die gesamte Laufzeit. Der verkürzte Beobachtungszeitraum sei das zusätzliche Merkmal, in dem sich Aktienanleihen "plus" von Aktienanleihen "plus pro" unterscheiden würden.
Genau solche Feinheiten würden den Blick in die Produktbedingungen unerlässlich machen. Die Stellschrauben, an denen die Banken die Produkteigenschaften festlegen würden, seien zahlreich. Weitere neue Aktienanleihen plus pro würden derzeit die HVB und die WGZ BANK anbieten. Die Anleihe der HVB (ISIN DE000HVB0TC9 / WKN HVB0TC) werde in etwa 20 Monaten fällig, der Zinskupon betrage 6,35 Prozent per anno, der Sicherheitspuffer 40 Prozent.
Etwas früher, bereits nach 16 Monaten, zahle die WGZ BANK ihre neue Anleihe (ISIN DE000WGZ6D52 / WKN WGZ6D5) zurück. Sie werde mit 6,75 Prozent pro Jahr verzinst, die Puffer gegen Kursverluste betrage zum Start 35 Prozent. Eine weitere neue Aktienanleihe der Kategorie plus mit der gesamten Laufzeit als Beobachtungszeitraum komme von der LBBW (ISIN DE000LB0PYW5 / WKN LB0PYW). Die Eckdaten: 14 Monate Laufzeit, fünf Prozent Zinsen per anno, Puffer 45 Prozent.
Bei den vorgestellten Aktienanleihen plus und plus pro liege der Basispreis jeweils auf Kursniveau der Deutsche Bank-Aktie bei Emission. Damit sei auch bei diesen Produkten die Zahl der Aktien, die im Fall der Fälle bei Fälligkeit geliefert werde, wenn die Deutsche Bank-Aktie zu stark an Wert verloren habe, festgelegt. Der Bezugspunkt sei allerdings ein anderer als bei den oben genannten klassischen Aktienanleihen.
Der Blick aufs Detail zeige, wie unterschiedlich allein die gerade zur Zeichnung angebotenen neuen Aktienanleihen auf die Aktie der Deutsche Bank seien. Grundsätzlich gelte: Aufgrund der Struktur würden Käufer von Aktienanleihen nicht an einer positiven Performance des Basiswertes partizipieren. Die Produkte würden ihre Vorzüge stattdessen vor allem in Seitwärtsmärkten ausspielen. Ihr Reiz liege in der von vornherein feststehenden Verzinsung, kombiniert mit einem Teilschutz gegen Verluste bei der Aktie.
Bei allen Produkten handle es sich rechtlich um Schuldverschreibungen. Neben dem Kursrisiko würden Käufer also auch das Risiko tragen, dass der Emittent zahlungsunfähig werden könnte. Auch das sei bei der Auswahl zu bedenken. Manche Banken würden bei Zeichnung einen Ausgabeaufschlag erheben. Während der Laufzeit könne der Kurs der Papiere durchaus unter Ausgabepreis liegen.
Wer sich für die Aktienanleihen interessiert, sollte auf jeden Fall davon ausgehen, dass die Aktie der Deutschen Bank zum relevanten Zeitpunkt oberhalb der Kursbarriere beziehungsweise des Basispreises notiert, so die Experten vom "ZertifikateAnleger". Eine klare Meinung zum Basiswert sei auch bei Aktienanleihen also notwendig. Daran ändere auch der attraktive Festzins nichts. (Ausgabe 21 vom 16.10.2012) (17.10.2012/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Ein bisschen mehr Rendite, bitte! Diesen Wunsch würden derzeit viele private Anleger teilen, da mit Bundesanleihen kaum mehr etwas zu verdienen sei und Festgelder nur historisch niedrig verzinst würden. Aktienanleihen würden damit verstärkt in den Fokus rücken, wohl auch deshalb, weil Emittenten bei diesen Papieren einen von vornherein fest stehenden Zinskupon unabhängig von der Marktentwicklung auszahlen würden, was an andere fest verzinsliche Papiere erinnere. Die Chance auf deutlich attraktivere Rendite im Vergleich zu Rentenpapieren gebe es allerdings nur verbunden mit mehr Risiko.
Mehrere Banken würden in diesen Tagen neue Anleihen auf die Aktie der Deutschen Bank zur Zeichnung anbieten. Das Problem aus Anlegersicht: Aktienanleihe sei dabei längst nicht gleich Aktienanleihe. Neben der klassischen Form seien auch Aktienanleihen plus und plus pro etabliert. Genau das mache den Vergleich schwierig. Gemeinsam hätten die Produkte eines: Die jeweilige Zinszahlung sei fix. Wie am Laufzeitende getilgt werde, hänge von der Kursentwicklung des Basiswertes ab.
Bei klassischen Aktienanleihen lege der Emittent zu Beginn einen Basispreis fest. Notiere die zugrunde liegende Aktie bei Fälligkeit auf oder über diesem Basispreis, tilge die Bank die Anleihe zu einhundert Prozent. Anderenfalls liefere sie eine im Vorfeld festgelegte Anzahl an Aktien. Das Kursrisiko liege für den Anleger darin, statt des Nennwerts die Aktie zu einem Kurs unterhalb des Basispreises ins Depot gebucht zu kommen.
Bayern LB und Helaba würden derzeit neue klassische Aktienanleihen (ISIN DE000BLB0QM2 / WKN BLBOQM und ISIN DE000HLB0SU5 / WKN HLB0SU) auf die Aktie der Deutschen Bank zur Zeichnung anbieten. Beide würden in rund einem Jahr fällig. Die Helaba zahle mit sieben Prozent per anno den höheren Zinskupon, dafür liege der Basispreis lediglich 18 Prozent unter dem aktuellen Kursniveau der Aktie.
Die Bayern LB habe hingegen den Basispreis bei 70 Prozent des Startkurses festgelegt. Der Zinskupon betrage dafür nur 5,1 Prozent. Sollte bei einem der Produkte bei Fälligkeit die Aktie unter dem jeweiligen Basispreis notieren, entspreche die zu liefernde Aktienanzahl dem Verhältnis Nennbetrag zu Basispreis.
Aktienanleihen der Sorte "plus" oder "plus pro" seien defensiver ausgerichtet. Sie würden sich von klassischen Aktienanleihen darin unterscheiden, dass die Emittenten zusätzlich Kursschwellen festlegen würden, meist weit unterhalb des Basispreises. Am Laufzeitende würden die Emittenten diese Anleihen zum Nennwert tilgen, wenn der Kurs des Basiswertes nicht unter eine festgelegte Schwelle gefallen sei. Anders ausgedrückt: Im Gegensatz zur klassischen Variante würden diese Anleihen bei Fälligkeit auch dann zum Nennwert getilgt, wenn der Aktienkurs zwar unterhalb des Basispreises liege, die Kursschwelle aber nicht erreicht beziehungsweise unterschritten werde.
Mit einer Laufzeit von ebenfalls rund einem Jahr würden derzeit RBS (ISIN DE000AA598X4 / WKN AA598X) und Vontobel Aktienanleihen dieser Art auf die Deutsche Bank-Aktie zur Zeichnung anbieten. Den größeren Zinskupon gebe es bei Vontobel mit acht Prozent per anno. Der Puffer gegen Kursverluste betrage knapp 30 Prozent.
Die Anleihe von RBS sei mit 7,5 Prozent per anno nur geringfügig geringer verzinst, dafür sei der Sicherheitsabstand zur Barriere mit 45 Prozent größer. Doch aufgepasst: Während bei Vontobel für die Tilgung lediglich der Kurs der Aktie am Bewertungstag relevant sei, gelte bei der RBS-Anleihe die Barrierebedingung über die gesamte Laufzeit. Der verkürzte Beobachtungszeitraum sei das zusätzliche Merkmal, in dem sich Aktienanleihen "plus" von Aktienanleihen "plus pro" unterscheiden würden.
Genau solche Feinheiten würden den Blick in die Produktbedingungen unerlässlich machen. Die Stellschrauben, an denen die Banken die Produkteigenschaften festlegen würden, seien zahlreich. Weitere neue Aktienanleihen plus pro würden derzeit die HVB und die WGZ BANK anbieten. Die Anleihe der HVB (ISIN DE000HVB0TC9 / WKN HVB0TC) werde in etwa 20 Monaten fällig, der Zinskupon betrage 6,35 Prozent per anno, der Sicherheitspuffer 40 Prozent.
Etwas früher, bereits nach 16 Monaten, zahle die WGZ BANK ihre neue Anleihe (ISIN DE000WGZ6D52 / WKN WGZ6D5) zurück. Sie werde mit 6,75 Prozent pro Jahr verzinst, die Puffer gegen Kursverluste betrage zum Start 35 Prozent. Eine weitere neue Aktienanleihe der Kategorie plus mit der gesamten Laufzeit als Beobachtungszeitraum komme von der LBBW (ISIN DE000LB0PYW5 / WKN LB0PYW). Die Eckdaten: 14 Monate Laufzeit, fünf Prozent Zinsen per anno, Puffer 45 Prozent.
Bei den vorgestellten Aktienanleihen plus und plus pro liege der Basispreis jeweils auf Kursniveau der Deutsche Bank-Aktie bei Emission. Damit sei auch bei diesen Produkten die Zahl der Aktien, die im Fall der Fälle bei Fälligkeit geliefert werde, wenn die Deutsche Bank-Aktie zu stark an Wert verloren habe, festgelegt. Der Bezugspunkt sei allerdings ein anderer als bei den oben genannten klassischen Aktienanleihen.
Der Blick aufs Detail zeige, wie unterschiedlich allein die gerade zur Zeichnung angebotenen neuen Aktienanleihen auf die Aktie der Deutsche Bank seien. Grundsätzlich gelte: Aufgrund der Struktur würden Käufer von Aktienanleihen nicht an einer positiven Performance des Basiswertes partizipieren. Die Produkte würden ihre Vorzüge stattdessen vor allem in Seitwärtsmärkten ausspielen. Ihr Reiz liege in der von vornherein feststehenden Verzinsung, kombiniert mit einem Teilschutz gegen Verluste bei der Aktie.
Bei allen Produkten handle es sich rechtlich um Schuldverschreibungen. Neben dem Kursrisiko würden Käufer also auch das Risiko tragen, dass der Emittent zahlungsunfähig werden könnte. Auch das sei bei der Auswahl zu bedenken. Manche Banken würden bei Zeichnung einen Ausgabeaufschlag erheben. Während der Laufzeit könne der Kurs der Papiere durchaus unter Ausgabepreis liegen.
Wer sich für die Aktienanleihen interessiert, sollte auf jeden Fall davon ausgehen, dass die Aktie der Deutschen Bank zum relevanten Zeitpunkt oberhalb der Kursbarriere beziehungsweise des Basispreises notiert, so die Experten vom "ZertifikateAnleger". Eine klare Meinung zum Basiswert sei auch bei Aktienanleihen also notwendig. Daran ändere auch der attraktive Festzins nichts. (Ausgabe 21 vom 16.10.2012) (17.10.2012/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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