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Nahende US-Zinswende kommt zu spät!
15.12.15 12:57
Jupiter AM
London (www.anleihencheck.de) - Marktbeobachter beschwören schon seit Längerem das Ende der jahrzehntelangen Anleihehausse, so Ariel Bezalel, Manager des Jupiter Dynamic Bond SICAV Fonds bei Jupiter Asset Management.
Als Beleg für ihre These würden sie die anziehende wirtschaftliche Dynamik in den Industrieländern, den anziehenden US-Arbeitsmarkt und die lang erwartete Normalisierung einer Zinspolitik anführen, die über viele Jahre außerordentlich expansiv ausgerichtet gewesen sei. Andere Behauptungen würden dahin gehen, dass der Anleihemarkt schlichtweg in eine Blase übergegangen sei, die - wie alle Blasen - irgendwann platzen müsse.
Die Experten würden nicht an den Beginn einer großen Normalisierung glauben, sondern die Lage vielmehr so einschätzen, dass die Zinsen noch für lange Zeit auf einem niedrigen Niveau verharren würden. In einem Umfeld, in dem sich die hohe Verschuldung und alternde Bevölkerung vieler Industrieländer weiter hemmend auf das Wirtschaftswachstum auswirken würden, dürften die internationalen Notenbanken nur begrenzt in der Lage sein, die Zinsen zu erhöhen. Die Entstehung neuer, disruptiver Technologien stelle einen weiteren Bremsfaktor für die globale Inflation dar. Die Experten würden in diesem Zusammenhang erwarten, dass die Zügel der globalen Geldpolitik allenfalls schrittweise angezogen und sich demzufolge Anleihen mit höherer Duration weiter gut entwickeln würden.
Die Experten würden jedoch befürchten, dass eine US-Zinswende zu diesem Zeitpunkt ein Fehler sein könnte. Die Entscheidung der FED, den Dezember als möglichen Termin ins Spiel zu bringen, lege den Schluss nahe, dass die Verantwortlichen jetzt zu einer Zinswende bereit seien. In gewisser Hinsicht wirke dies so, als ob die FED etwas wiedergutmachen wolle - nämlich ihr Versäumnis, mit der geldpolitischen Normalisierung nicht schon früher begonnen zu haben, als die Ungleichgewichte im Weltfinanzsystem noch nicht so ausgeprägt gewesen seien. Diese Chance sei jedoch vertan worden.
Sollte die FED nun am Mittwoch die Zinsen erhöhen, könnte sie diese Entscheidung noch bereuen. Zumal der schwächere Welthandel mittlerweile im US-Fertigungssektor seine Spuren zu hinterlassen scheine. Nach Ansicht der Experten sei der Aufschwung in den USA auf einem wackeligen Fundament gebaut. Demgegenüber sollten in solch wirtschaftlich schwierigen Zeiten jene Staaten, die solide Finanzen und die Kontrolle über ihre Notenpresse hätten, eine wirksame Absicherung gegen weitere Deflationsschocks bieten. (15.12.2015/alc/a/a)
Als Beleg für ihre These würden sie die anziehende wirtschaftliche Dynamik in den Industrieländern, den anziehenden US-Arbeitsmarkt und die lang erwartete Normalisierung einer Zinspolitik anführen, die über viele Jahre außerordentlich expansiv ausgerichtet gewesen sei. Andere Behauptungen würden dahin gehen, dass der Anleihemarkt schlichtweg in eine Blase übergegangen sei, die - wie alle Blasen - irgendwann platzen müsse.
Die Experten würden jedoch befürchten, dass eine US-Zinswende zu diesem Zeitpunkt ein Fehler sein könnte. Die Entscheidung der FED, den Dezember als möglichen Termin ins Spiel zu bringen, lege den Schluss nahe, dass die Verantwortlichen jetzt zu einer Zinswende bereit seien. In gewisser Hinsicht wirke dies so, als ob die FED etwas wiedergutmachen wolle - nämlich ihr Versäumnis, mit der geldpolitischen Normalisierung nicht schon früher begonnen zu haben, als die Ungleichgewichte im Weltfinanzsystem noch nicht so ausgeprägt gewesen seien. Diese Chance sei jedoch vertan worden.
Sollte die FED nun am Mittwoch die Zinsen erhöhen, könnte sie diese Entscheidung noch bereuen. Zumal der schwächere Welthandel mittlerweile im US-Fertigungssektor seine Spuren zu hinterlassen scheine. Nach Ansicht der Experten sei der Aufschwung in den USA auf einem wackeligen Fundament gebaut. Demgegenüber sollten in solch wirtschaftlich schwierigen Zeiten jene Staaten, die solide Finanzen und die Kontrolle über ihre Notenpresse hätten, eine wirksame Absicherung gegen weitere Deflationsschocks bieten. (15.12.2015/alc/a/a)


