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Mittelstandsanleihen: Refinanzierungswelle ab 2015
02.10.13 13:41
Scope Analysis
Berlin (www.anleihencheck.de) - In den kommenden Jahren endet die Laufzeit zahlreicher Mittelstandsanleihen, so die Analysten von Scope Analysis in ihrem "RatingKompakt Unternehmensanleihen".
Steigende Risikoaufschläge könnten die Refinanzierung verteuern. Dies sei vor allem für Unternehmen herausfordernd, deren Anleihen einen hohen Anteil der Bilanzsumme ausmachen würden.
Bereits im nächsten Jahr stünden die ersten Mittelstandsanleihen zur Refinanzierung an. Insgesamt werde ein Volumen von 185 Millionen Euro fällig. In den Jahren 2015 und 2016 erhöhe sich das Refinanzierungsvolumen dann bereits spürbar auf jeweils rund 670 Millionen Euro. Sowohl die Anzahl als auch das gesamte Volumen (rund 1 Milliarde Euro) auslaufender Mittelstandbonds würden dann im Jahr 2017 noch einmal deutlich ansteigen. Die verbleibenden Anleihen (Volumen insgesamt über 1,2 Milliarden Euro) seien erst in den Jahren ab 2018 fällig.
Scope gehe zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass der weit überwiegende Teil der mittelständischen Unternehmen die auslaufenden Anleihevolumen erfolgreich refinanzieren werde - entweder mittels neuer Anleihe oder Bankfinanzierung. Insolvenzen als Folge fehlgeschlagener Refinanzierung erwarte Scope derzeit nur in Ausnahmefällen.
Nichtsdestotrotz könnte sich die Refinanzierung für einige Unternehmen im Vergleich zur ersten Anleiheemission spürbar verteuern. Der Grund: Seit 2010 seien die Risikoaufschläge für Mittelstandsanleihen gestiegen. Scope erwarte, dass die Risikoaufschläge in der Tendenz auch weiterhin zunehmen würden. Dafür sei unter anderem das gestiegene Risikobewusstsein zahlreicher Anleger verantwortlich.
Vor allem für Unternehmen, die einen vergleichsweise großen Teil der Bilanz über Mittelstandsanleihen finanziert hätten, könnten steigende Risikoaufschläge bei der Refinanzierung zu höheren Belastungen führen. Um diesen Aspekt näher zu beleuchten, habe Scope das platzierte Volumen sämtlicher Anleihen der Jahre 2010 bis 2012 betrachtet und in Relation zu den Bilanzsummen der Unternehmen aus dem Jahr 2012 gesetzt. Ergebnis: Im Durchschnitt würden die Anleihen 27% der Bilanzsumme entsprechen.
Interessant sei dabei die Entwicklung: Anleihen, die von mittelständischen Unternehmen 2010 begeben worden seien, würden durchschnittlich 13,7% der Bilanzsummen im Jahr 2012 entsprechen. Für Anleihen aus 2011 betrage der Wert schon 24,7% - und sei damit fast doppelt so hoch. Für Anleihen aus dem Jahr 2012 steige der Wert weiter an. Sie stünden mit durchschnittlich 31,1% für fast ein Drittel der Passivseite der 2012er Bilanzen. (Für die 2013 begebenen Anleihen würden sich noch keine definitiven Aussagen treffen lassen. Vieles deute aber darauf hin, dass die Relation zwischen platziertem Anleihevolumen und Bilanzsumme auf einem ähnlichen Niveau wie 2012 liegen werde.)
Die Entwicklung hin zu größeren Anleihe- Anteilen an der Passivseite der Bilanzen sei umso erstaunlicher, da die nominalen Emissionsvolumina je Anleihe in den vergangenen Jahren konstant gesunken seien. Die Erklärung: Die Bilanzsummen der neu emittierenden Unternehmen seien im Vergleich mit den Emittenten aus den Vorperioden deutlich kleiner.
In der Tat zeige sich, dass immer kleinere Unternehmen an den Markt kommen würden. Die Mittelständler, die im Jahr 2010 eine Anleihe begeben hätten, würden aktuell (für 2012) eine Bilanzsumme von durchschnittlich 837 Millionen Euro ausweisen. Die Unternehmen, die sich 2011 über eine Mittelstandsanleihe finanziert hätten, würden nur noch auf eine durchschnittliche Bilanzsumme (2012) von 331 Millionen Euro kommen. Für das Jahr 2012 falle die Bilanzsumme weiter auf 254 Millionen Euro.
Es sei aus makroökonomischer Perspektive positiv, dass sich zunehmend auch kleinere Unternehmen den direkten Zugang zum Kapitalmarkt und dementsprechend Alternativen zur Bankfinanzierung erschließen würden. Aus Unternehmensperspektive sei es in der Regel sinnvoll, Finanzierungsquellen und -laufzeiten zu diversifizieren, um nicht zu stark von einer Finanzierungform abhängig zu sein. Dies beinhalte jedoch auch, dass mittelständische Unternehmen nicht zu stark von der begebenen Anleihe abhängig seien - die Anleihe in Relation zur Bilanz also nicht zu groß sei.
Scope habe sämtliche Mittelstandsanleihen, die ihr Platzierungsvolumen veröffentlicht hätten, in die Auswertung einbezogen. Projektanleihen seien unberücksichtigt geblieben, da der Anteil der Anleihe an der Bilanzsumme hier in der Regel extrem hoch sei und die Ergebnisse dadurch verzerrt würden. (Ausgabe 3 vom Oktober 2013) (02.10.2013/alc/a/a)
Steigende Risikoaufschläge könnten die Refinanzierung verteuern. Dies sei vor allem für Unternehmen herausfordernd, deren Anleihen einen hohen Anteil der Bilanzsumme ausmachen würden.
Bereits im nächsten Jahr stünden die ersten Mittelstandsanleihen zur Refinanzierung an. Insgesamt werde ein Volumen von 185 Millionen Euro fällig. In den Jahren 2015 und 2016 erhöhe sich das Refinanzierungsvolumen dann bereits spürbar auf jeweils rund 670 Millionen Euro. Sowohl die Anzahl als auch das gesamte Volumen (rund 1 Milliarde Euro) auslaufender Mittelstandbonds würden dann im Jahr 2017 noch einmal deutlich ansteigen. Die verbleibenden Anleihen (Volumen insgesamt über 1,2 Milliarden Euro) seien erst in den Jahren ab 2018 fällig.
Scope gehe zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass der weit überwiegende Teil der mittelständischen Unternehmen die auslaufenden Anleihevolumen erfolgreich refinanzieren werde - entweder mittels neuer Anleihe oder Bankfinanzierung. Insolvenzen als Folge fehlgeschlagener Refinanzierung erwarte Scope derzeit nur in Ausnahmefällen.
Nichtsdestotrotz könnte sich die Refinanzierung für einige Unternehmen im Vergleich zur ersten Anleiheemission spürbar verteuern. Der Grund: Seit 2010 seien die Risikoaufschläge für Mittelstandsanleihen gestiegen. Scope erwarte, dass die Risikoaufschläge in der Tendenz auch weiterhin zunehmen würden. Dafür sei unter anderem das gestiegene Risikobewusstsein zahlreicher Anleger verantwortlich.
Interessant sei dabei die Entwicklung: Anleihen, die von mittelständischen Unternehmen 2010 begeben worden seien, würden durchschnittlich 13,7% der Bilanzsummen im Jahr 2012 entsprechen. Für Anleihen aus 2011 betrage der Wert schon 24,7% - und sei damit fast doppelt so hoch. Für Anleihen aus dem Jahr 2012 steige der Wert weiter an. Sie stünden mit durchschnittlich 31,1% für fast ein Drittel der Passivseite der 2012er Bilanzen. (Für die 2013 begebenen Anleihen würden sich noch keine definitiven Aussagen treffen lassen. Vieles deute aber darauf hin, dass die Relation zwischen platziertem Anleihevolumen und Bilanzsumme auf einem ähnlichen Niveau wie 2012 liegen werde.)
Die Entwicklung hin zu größeren Anleihe- Anteilen an der Passivseite der Bilanzen sei umso erstaunlicher, da die nominalen Emissionsvolumina je Anleihe in den vergangenen Jahren konstant gesunken seien. Die Erklärung: Die Bilanzsummen der neu emittierenden Unternehmen seien im Vergleich mit den Emittenten aus den Vorperioden deutlich kleiner.
In der Tat zeige sich, dass immer kleinere Unternehmen an den Markt kommen würden. Die Mittelständler, die im Jahr 2010 eine Anleihe begeben hätten, würden aktuell (für 2012) eine Bilanzsumme von durchschnittlich 837 Millionen Euro ausweisen. Die Unternehmen, die sich 2011 über eine Mittelstandsanleihe finanziert hätten, würden nur noch auf eine durchschnittliche Bilanzsumme (2012) von 331 Millionen Euro kommen. Für das Jahr 2012 falle die Bilanzsumme weiter auf 254 Millionen Euro.
Es sei aus makroökonomischer Perspektive positiv, dass sich zunehmend auch kleinere Unternehmen den direkten Zugang zum Kapitalmarkt und dementsprechend Alternativen zur Bankfinanzierung erschließen würden. Aus Unternehmensperspektive sei es in der Regel sinnvoll, Finanzierungsquellen und -laufzeiten zu diversifizieren, um nicht zu stark von einer Finanzierungform abhängig zu sein. Dies beinhalte jedoch auch, dass mittelständische Unternehmen nicht zu stark von der begebenen Anleihe abhängig seien - die Anleihe in Relation zur Bilanz also nicht zu groß sei.
Scope habe sämtliche Mittelstandsanleihen, die ihr Platzierungsvolumen veröffentlicht hätten, in die Auswertung einbezogen. Projektanleihen seien unberücksichtigt geblieben, da der Anteil der Anleihe an der Bilanzsumme hier in der Regel extrem hoch sei und die Ergebnisse dadurch verzerrt würden. (Ausgabe 3 vom Oktober 2013) (02.10.2013/alc/a/a)


