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Märkte lassen Dampf ab, bevor die Geldpolitik überhaupt wirklich stark gestrafft wird
01.02.22 13:42
Fisch Asset Management
Zürich (www.anleihencheck.de) - Die Finanzmärkte verhalten sich aktuell bereits wie bei einer schon umgesetzten starken monetären Straffung sowie größeren Rezessionsgefahren, so Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management.
Das sei ungewöhnlich, denn historisch sei es erst nach mehrmaligen Anhebungen der Leitzinsen zu negativen Reaktionen an den Aktienmärkten gekommen. Es baue sich deshalb eine Divergenz zwischen negativen Märkten und gleichzeitig einem gut ausbalancierten, weiterhin soliden konjunkturellen und monetären Umfeld auf. Markttechnisch sei das positiv. Die Märkte würden Dampf ablassen, bevor die Geldpolitik überhaupt wirklich stark gestrafft werde. Zudem würden viele Analysten verhältnismäßig große Leitzinserhöhungen und eine baldige und deutliche Reduktion der US-Notenbankbilanz erwarten. Hier bestehe deshalb Raum für positive Überraschungen, falls sich die Inflation in den kommenden Monaten weniger stark als befürchtet entwickeln sollte.
Ein Vergleich der aktuellen Situation mit dem letzten monetären Straffungszyklus der US-Notenbank in den Jahren 2017 bis 2019 belege eine heute bessere Ausgangslage für die Finanzmärkte als damals: Die FED Funds Zinsen seien bis Mitte 2019 auf 2,25 Prozent angehoben und die Bilanz der Notenbank um mehr als 400 Milliarden US-Dollar reduziert worden. Gleichzeitig habe damals die US-Zinskurve invertiert und eine Rezession signalisiert. Aktuell sei die Geldpolitik noch wesentlich lockerer. Das private Kreditsystem generiere viel Liquidität und die Konjunktur bleibe solide. Allerdings sei die Inflationsentwicklung heute problematischer als 2019. Da hier aber mittelfristig eine Entspannung eintreten dürfte (aufgrund der konjunkturellen Abkühlung, Basiseffekten, abnehmenden Lieferkettenproblemen), bestehe die berechtigte Hoffnung auf nur begrenzte negative inflationäre Störeffekte in den kommenden Monaten. Trotzdem würden weiterhin die 3D-Faktoren (Deglobalisierung, Dekarbonisierung, Demographie) langfristig inflationstreibend wirken. Dies sei aber in den aktuellen Erwartungen mindestens teilweise eingepreist.
Das momentan von uns erwartete Basisszenario bleibt deshalb eine Kombination aus konjunktureller Abkühlung ohne Rezession, mittelfristig wieder tieferer Inflation und deshalb nur moderat steigenden langfristigen Zinsen und einer abflachenden Zinskurvenstruktur, so Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management. Nach den starken Korrekturen der Aktienmärkte sowie den wieder höheren langfristigen Zinsen hätten sich das Chancen/Risikoverhältnis und die Bewertungen, auch für die Kreditmärkte, wieder verbessert. Die Marktstimmung sei zudem extrem schnell und stark gefallen, was Beat Thoma von Fisch Asset Management ebenfalls als ein eher positives Zeichen für die künftige Entwicklung sehe. Trotzdem dürfte die aktuelle monetäre Straffung, obwohl nur moderat, noch für längere Zeit zu hoher Volatilität und beschränktem Aufwärtspotenzial führen. Eine langanhaltende Baisse halte Beat Thoma von Fisch Asset Management aber weiter für unwahrscheinlich. Starke Korrekturen könnten deshalb für Käufe bei Aktien, Unternehmens- oder auch Wandelanleihen genutzt werden. (01.02.2022/alc/a/a)
Das sei ungewöhnlich, denn historisch sei es erst nach mehrmaligen Anhebungen der Leitzinsen zu negativen Reaktionen an den Aktienmärkten gekommen. Es baue sich deshalb eine Divergenz zwischen negativen Märkten und gleichzeitig einem gut ausbalancierten, weiterhin soliden konjunkturellen und monetären Umfeld auf. Markttechnisch sei das positiv. Die Märkte würden Dampf ablassen, bevor die Geldpolitik überhaupt wirklich stark gestrafft werde. Zudem würden viele Analysten verhältnismäßig große Leitzinserhöhungen und eine baldige und deutliche Reduktion der US-Notenbankbilanz erwarten. Hier bestehe deshalb Raum für positive Überraschungen, falls sich die Inflation in den kommenden Monaten weniger stark als befürchtet entwickeln sollte.
Ein Vergleich der aktuellen Situation mit dem letzten monetären Straffungszyklus der US-Notenbank in den Jahren 2017 bis 2019 belege eine heute bessere Ausgangslage für die Finanzmärkte als damals: Die FED Funds Zinsen seien bis Mitte 2019 auf 2,25 Prozent angehoben und die Bilanz der Notenbank um mehr als 400 Milliarden US-Dollar reduziert worden. Gleichzeitig habe damals die US-Zinskurve invertiert und eine Rezession signalisiert. Aktuell sei die Geldpolitik noch wesentlich lockerer. Das private Kreditsystem generiere viel Liquidität und die Konjunktur bleibe solide. Allerdings sei die Inflationsentwicklung heute problematischer als 2019. Da hier aber mittelfristig eine Entspannung eintreten dürfte (aufgrund der konjunkturellen Abkühlung, Basiseffekten, abnehmenden Lieferkettenproblemen), bestehe die berechtigte Hoffnung auf nur begrenzte negative inflationäre Störeffekte in den kommenden Monaten. Trotzdem würden weiterhin die 3D-Faktoren (Deglobalisierung, Dekarbonisierung, Demographie) langfristig inflationstreibend wirken. Dies sei aber in den aktuellen Erwartungen mindestens teilweise eingepreist.
Das momentan von uns erwartete Basisszenario bleibt deshalb eine Kombination aus konjunktureller Abkühlung ohne Rezession, mittelfristig wieder tieferer Inflation und deshalb nur moderat steigenden langfristigen Zinsen und einer abflachenden Zinskurvenstruktur, so Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management. Nach den starken Korrekturen der Aktienmärkte sowie den wieder höheren langfristigen Zinsen hätten sich das Chancen/Risikoverhältnis und die Bewertungen, auch für die Kreditmärkte, wieder verbessert. Die Marktstimmung sei zudem extrem schnell und stark gefallen, was Beat Thoma von Fisch Asset Management ebenfalls als ein eher positives Zeichen für die künftige Entwicklung sehe. Trotzdem dürfte die aktuelle monetäre Straffung, obwohl nur moderat, noch für längere Zeit zu hoher Volatilität und beschränktem Aufwärtspotenzial führen. Eine langanhaltende Baisse halte Beat Thoma von Fisch Asset Management aber weiter für unwahrscheinlich. Starke Korrekturen könnten deshalb für Käufe bei Aktien, Unternehmens- oder auch Wandelanleihen genutzt werden. (01.02.2022/alc/a/a)


