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Die Märkte erholen sich nach der EZB-Entscheidung zu früh
03.02.23 12:15
M&G Investments
London (www.anleihencheck.de) - Wie erwartet, hat die EZB die Zinsen um weitere 50 Basispunkte erhöht und blieb bei ihrer Formulierung, die Zinssätze deutlich und in gleichmäßigem Tempo anzuheben sowie die Zinssätze auf einem restriktiven Niveau zu halten,so Gareth Jandrell, Fondsmanager im Anleiheteam von M&G.
Die Märkte würden aber so reagieren, als hätte die EZB gerade Zinssenkungen angekündigt. Offensichtlich warte der Markt verzweifelt auf ein Zeichen, dass die EZB bald damit beginnen werde, das Tempo der Straffung zu verlangsamen. Anleihen des Euroraums seien daraufhin stark gestiegen, während der Euro schwächer geworden sei. Die Aussage von Christine Lagarde, dass sich die Inflations- und Wachstumsrisiken immer mehr die Waage halten würden, werde den Anleiheinvestoren ebenfalls Zuversicht gegeben haben.
Diese Erholung erscheine dennoch verfrüht: Die Gesamtinflation sei noch weit von ihrem Ziel entfernt, und die Kerninflation müsse noch deutlich gesenkt werden. In Spanien sei kürzlich zu beobachten gewesen, dass letztere immer noch nach oben überraschen könne.
Zum Prozess der Quantitativen Straffung habe es geheißen, dass die EZB Re-Investitionen aus dem Unternehmensanleihe-Portfolio (CSPP) auf Emittenten mit einer besseren Klimabilanz ausrichten würde. Wie dies genau definiert werde, bleibe allerdings vorerst unklar. Es komme eine Mischung von Kriterien - von dem absoluten Ausmaß der CO2-Emissionen bis hin zu einer hohen Transparenz der Unternehmensdaten - zum Einsatz. Jandrell erwarte, dass die Anleger sehr genau darauf achten würden, welche Anleihen die EZB jede Woche kaufe und verkaufe, um herauszufinden, wer auf der "bösen" Liste stehe. (03.02.2023/alc/a/a)
Die Märkte würden aber so reagieren, als hätte die EZB gerade Zinssenkungen angekündigt. Offensichtlich warte der Markt verzweifelt auf ein Zeichen, dass die EZB bald damit beginnen werde, das Tempo der Straffung zu verlangsamen. Anleihen des Euroraums seien daraufhin stark gestiegen, während der Euro schwächer geworden sei. Die Aussage von Christine Lagarde, dass sich die Inflations- und Wachstumsrisiken immer mehr die Waage halten würden, werde den Anleiheinvestoren ebenfalls Zuversicht gegeben haben.
Diese Erholung erscheine dennoch verfrüht: Die Gesamtinflation sei noch weit von ihrem Ziel entfernt, und die Kerninflation müsse noch deutlich gesenkt werden. In Spanien sei kürzlich zu beobachten gewesen, dass letztere immer noch nach oben überraschen könne.
Zum Prozess der Quantitativen Straffung habe es geheißen, dass die EZB Re-Investitionen aus dem Unternehmensanleihe-Portfolio (CSPP) auf Emittenten mit einer besseren Klimabilanz ausrichten würde. Wie dies genau definiert werde, bleibe allerdings vorerst unklar. Es komme eine Mischung von Kriterien - von dem absoluten Ausmaß der CO2-Emissionen bis hin zu einer hohen Transparenz der Unternehmensdaten - zum Einsatz. Jandrell erwarte, dass die Anleger sehr genau darauf achten würden, welche Anleihen die EZB jede Woche kaufe und verkaufe, um herauszufinden, wer auf der "bösen" Liste stehe. (03.02.2023/alc/a/a)


