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M&G Bond Vigilantes: Ausblick auf die Anleihemärkte 2015


17.12.14 14:22
M&G Investments

London (www.anleihencheck.de) - Pünktlich zur Jahreswende kommen negative Ausblicke für den Anleihemarkt - das hat fast schon Tradition. Aber ist wirklich alles grau? Jim Leaviss, Head of Retail Fixed Interest bei M&G Investments, wirft in seinem aktuellen Panoramic einen Blick auf die Details.

Viele Anleiheinvestoren würden mit Sorge auf 2015 schauen - doch wie bedrohlich seien die Aussicht auf Zinserhöhungen in den USA oder die Sorgen vor Deflation in den Industrieländern wirklich? In den USA habe das Ende des Quantitative-Easing-Programms weder der Wirtschaft noch der Währung geschadet. Im Gegenteil: Die US-Wirtschaft wachse und der US-Dollar setze offenbar gerade zu einem Höhenflug an.

Doch während Jim Leaviss die amerikanische Währung weiterhin sehr schätze, sehe er US-Staatsanleihen skeptisch: "Eine Möglichkeit, sich die US-Dollar-Stärke und mögliche Zinserhöhungen der FED zunutze zu machen, bieten Floating Rate Notes, also Anleihen, deren Zinsniveau sich in regelmäßigen Abständen an die Entwicklung anpasst", so der Fondsmanager.

Ein weiteres, aktuell sehr beliebtes Instrument zur Diversifizierung seien hybride Papiere, die Merkmale von Eigen- und Fremdkapital vereinen würden, wie etwa CoCo-Bonds (Contingent Capital Notes) oder AT1s (Additional Tier 1 Notes). Dieses Segment sei 2014 in Europa am stärksten gewachsen: "Wenn der Kaufpreis stimmt und die Titel gewissenhaft ausgewählt werden, können sie in einem diversifizierten Anleihenportfolio für zusätzliches Risiko und damit Erträge sorgen", sage Leaviss.

Eine mögliche Deflation sorge zurzeit wohl für die größten Ängste. Steuere der Westen auf japanische Verhältnisse zu? In allererster Linie beruhe die schwache Preisentwicklung etwa in der EU oder in den USA auf dem Verfall des Ölpreises. Nach Leaviss' Einschätzung wirke dieser Preisverfall jedoch gleichzeitig wie ein gigantisches Wirtschaftsförderungsprogramm für die Industrieländer. Die fallenden Preise hätten der Weltwirtschaft einen Schub in der Größenordnung von 200 Milliarden US-Dollar beschert. Außerdem habe insbesondere die EZB noch nicht alle ihre Pfeile verschossen. Sollte die Inflation nächstes Jahr nicht anziehen, so sei mit massiven QE-Maßnahmen zu rechnen, was die Spreads für spanische und italienische Anleihen noch einmal einengen dürfte.

Bei Unternehmens- und Hochzinsanleihen sei die Zeit des leicht verdienten Geldes jedenfalls vorbei, so Leaviss. Seit dem Höhepunkt der Kreditkrise seien die Spreads im Investment-Grade-Segment von ihrem Höchststand bei 511 Basispunkten im Jahr 2008 auf heute rund 123 Basispunkte gefallen. Im High-Yield-Segment seien sie im gleichen Zeitraum von 2.193 auf 488 Basispunkte gefallen. Die gute Nachricht: "In jeder Kategorie außer mit CCC bewerteten Anleihen werden Anleger immer noch im Übermaß für das Ausfallrisiko entschädigt", sage Leaviss. Allerdings dürfte dabei insbesondere eine Illiquiditätsprämie ins Gewicht fallen. Das sei für langfristige Anleger nicht unbedingt ein Problem, könnte aber auf kürzere Sicht zu erhöhter Volatilität führen. (17.12.2014/alc/a/a)